Aspidorhynchus aus dem Solnhofener Plattenkalk mit Beutefisch: ein kleiner Fisch mit großer Klappe

Dieses Forum dient zur Diskussion über alle auf www.steinkern.de veröffentlichten redaktionellen Berichte. Wir bitten darum, beim Starten eines Beitrags den entsprechenden Link zum Bericht zu setzen.

Moderator: Sönke

Antworten
Benutzeravatar
Sönke
Administrator
Beiträge: 13877
Registriert: Freitag 1. April 2005, 21:08
Wohnort: Bielefeld
Kontaktdaten:

Aspidorhynchus aus dem Solnhofener Plattenkalk mit Beutefisch: ein kleiner Fisch mit großer Klappe

Beitrag von Sönke » Donnerstag 25. Juni 2020, 22:04

Aspidorhynchus aus dem Solnhofener Plattenkalk mit Beutefisch: ein kleiner Fisch mit großer Klappe

Kurzfassung:
Der Solnhofener Plattenkalk ist das Hauptinteressengebiet des Autors, der sich zur Abwechslung auch gerne mit Trilobiten aus dem Devon Marokkos oder in letzter Zeit etwa auch mit französischen Oberjura-Seeigeln befasste. Jahr für Jahr aufs Neue kommen ihm viele interessante Präparate unter den Stichel. In diesem Fall beschäftigte er sich mit einem Fundstück aus dem Tithonium von Wegscheid, einem juvenilen Schnabelfisch der Gattung Aspidorhynchus. Schnabelfische sind schnell Räuber mit einem Kleid aus Ganoidschuppen. Sie erreichen typischerweise Längen um 50-60 cm, in Einzelfällen auch bis zu einen Meter. Das vorliegende Exemplar starb im Juvenilstadium und ist nur 7 cm groß. In seinem Bauchraum konnten im Rahmen der Präparation definierte Reste der letzten Nahrung ausgemacht werden. Der Beutefisch konnte nicht bestimmt werden, doch liegt die Vermutung nahe, dass der junge Schnabelfisch sich mit der 2,5 cm langen Beute übernommen haben könnte und deswegen eines frühen Todes starb - a moment frozen in time.

____________________________________________________________


Hi Udo,

solche Stücke, die recht konkrete Hinweise auf das "Fressen und gefressen werden" liefern, finde ich immer sehr spannend. Schade, dass der Beutefisch nicht bestimmbar ist, das wäre noch interessant gewesen. Obwohl wahrscheinlich sämtliche kleine Fische, also nicht nur Sprotten sondern auch Jungtiere anderer Arten auf dem Speiseplan gestanden haben dürften.

Im nächsten Steinkernheft gibt es auch so ein Fisch-frisst-Fisch-Szenario aus dem französischen Rupelium zu sehen.
So etwas muss man erstmal finden / erstmal haben.

Gehst Du denn davon aus, dass die zu große Beute die Todesursache des Schnablers war? Das habe ich in der von mir verfassten Kurzfassung etwas angedeutet, steht aber ja so nicht in Deinem Bericht.

Du hast den kleinen Schnabler auch präparatorisch gut rausgeholt. Schön, dass der Stein so groß bleiben durfte, es wäre hier schade um die Dendriten gewesen. So eine Platte würde ich ja fast schon ohne Fossil drauf mitnehmen.

Danke nochmals für den Beitrag!
Sönke

P.S.: An alle - wie immer darf auch zu diesem Bericht gern gelobt, getadelt, kommentiert und gefragt werden. :)
Dateianhänge
Schnabler-860px.jpg
"Schnabler mit was drin." Foto: Udo Resch
Schnabler-860px.jpg (211.15 KiB) 337 mal betrachtet

Antworten

Zurück zu „Berichte der Homepage“