Präparation eines „Smiley-Phacops“ aus dem Devon von Marokko

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Sönke
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Präparation eines „Smiley-Phacops“ aus dem Devon von Marokko

Beitrag von Sönke » Donnerstag 4. Juni 2020, 19:21

Zum Bericht:
Präparation eines „Smiley-Phacops“ aus dem Devon von Marokko


Kurzfassung:
Trilobiten der Ordnung Phacopida existierten vom Ordovizium bis zum Devon. Dreidimensional erhaltene Individuen in exzellenter Schalenerhaltung findet man im Devon von Marokko. Der Autor, der sich im Verlaufe der letzten Jahre mit Fossilien unterschiedlicher Erdzeitalter vertraut gemacht hat, fasste neulich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung den Entschluss, sich endlich auch einmal eines Trilobiten anzunehmen. Bei der Auswahl des Rohlings achtete er darauf, eine "anfängergerechte Form" zu nehmen, d. h. ein Exemplar, dass keine empfindliche Bestachelung aufweist. Was lag da näher als der Rückgriff auf einen klassischen Phacopiden? Innerhalb von rund 15 Arbeitsstunden gelang es ihm mit Druckluftsticheln der HW-Baureihe (1er, 10er, 70er) einen knapp 6 cm langen Adrisiops weugi („Smiley-Phacops“) freizulegen. Im Bericht werden die Freilegungsschritte im Einzelnen beschrieben und illustriert, was zum Versuch des Nachahmens einlädt.

__________________

Hallo Justus,

ich danke Dir für die anschauliche Darstellung der Präparation des Adrisiops weugi für Steinkern.de.

Ich bin gespannt, wie sehr Du Dich in diese Thematik einarbeitest und ob wir von Dir in Zukunft mehr Trilobiten zu sehen bekommen werden oder ob das eher ein kurzes Intermezzo wird, da Du ja auch andere interessante Schwerpunkte hast. In jedem Fall hast Du Dich dieser Herausforderung einer Erstpräparation nicht nur mutig gestelllt, sondern auch gleich noch eine schöne Doku abgeliefert, die andere ermutigen mag, es auch mal zu probieren. Ich prognostiziere, dass sich einige schwerer tun werden, aber Du hast ja auch schon viel Vorerfahrung mit anderen anspruchsvoll zu präpaierenden Fossilien gesammelt - das zahlt sich ersichtlich auch bei der Einarbeitung in eine neue Materie aus.

An alle: Feuer frei für Eure Kommentare! :top:

Viele Grüße
Sönke
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Zwischenstadium der Präparation: Das transferierte linke Auge wird präpariert. Foto: Justus Güttler
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Robin Lauterbach
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Re: Präparation eines „Smiley-Phacops“ aus dem Devon von Marokko

Beitrag von Robin Lauterbach » Donnerstag 4. Juni 2020, 19:54

Hallo Justus

Klasse! Der ist richtig gut geworden, besonders für den ersten Trilo!

Phacopiden sind meiner einschätzung nach nicht soo Anfängerfreundlich, aufgrund der tiefen Furchen, der pusteligen Glabella und der Augen. Hauptsächlich kommt es darauf an, ob er gut trennt.

Hoffentlich bekommen wir noch weitere Trilos von Dir zu Gesicht!

Viele Grüße
Robin

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Freakshow
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Re: Präparation eines „Smiley-Phacops“ aus dem Devon von Marokko

Beitrag von Freakshow » Samstag 6. Juni 2020, 09:11

Sehr schick! gefällt mir gut. Und in der Einleitung gleich die Versteckte Schulung für das Auge mit der Frage nach dem "Fehler". Klar, man erkennt schon im Querbuch, das der Kopf ein Wenig verschoben ist. Man muss halt wissen, wie sich sowas im Querbruch zeigt.

Nach dieser tollen Arbeit empfehle ich Dir eine Comura. Sollte ein Klacks für Dich sein.

paramblypterus
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Re: Präparation eines „Smiley-Phacops“ aus dem Devon von Marokko

Beitrag von paramblypterus » Sonntag 7. Juni 2020, 19:18

Hallo zusammen,

Vielen Dank für euer Lob. Ich freue mich sehr drüber, gerade weil es aus der Feder erfahrener Trilobiten-Präparatoren kommt :top:
Dass direkt bei der ersten Trilobitenpräparation etwas nicht so häufiges rauskommt, war schon überraschend, aber gerade das macht die "Überraschungseier" so spannend. Über die Jahre möchte ich einen repräsentativen Querschnitt mit ein paar gängigen Trilobitenarten zusammenstellen, denn es ist immer eine schöne Abwechslung beim Präparieren.

@Robin: Stimmt, das Problem hat sich bei der Präp recht schnell eingestellt :) es hat aber Gott sei Dank funktioniert. Welche Arten würdest du denn für einen guten Einstieg empfehlen? Es gibt ja so viele verschiedene; ein paar weitere habe ich auch noch auf Lager, aber manches wird sich schwieriger präparieren lassen als anderes.

@Udo: Querbrüche lesen ist schon eine Wissenschaft für sich, gerade bei Stacheltrilobiten ist es bestimmt kompliziert.
In puncto der Comura: Du hattest hier bei Steinkern vorgestellt, beeindruckendes Präparat! Bei meinen in Kinderschuhen steckenden Trilo-Kenntnissen entspräche das eher einem Senkrechtstart :total: ,also lieber nicht. Aber man ist ja noch jung und hat noch viele Pläne und Träume.

Viele Grüße und einen schönen Abend euch,
Justus

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andrue
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Re: Präparation eines „Smiley-Phacops“ aus dem Devon von Marokko

Beitrag von andrue » Sonntag 7. Juni 2020, 20:29

Hi Justus,
ueber Trilobitenjaeger freue ich mich immer :D
Ich muss Robin recht geben, Phacopiden sind nicht die am.leichtesten zu praeparierenden Trilos.
Proeten sind leichter, gehen auch schneller, weil die eigentlich nie ueber 30mm hinaus gewachsen sind.
Gestreckte Cornuproeten gehen auch gut.
Paralejurus ebenfalls.
Viel haengt auch von der Matrix ab. Es gibt bestimmte couches, ais denen man die Trilos gut mit dem Sandstrahler rauspusten kann.

LG
Andreas

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paul93
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Re: Präparation eines „Smiley-Phacops“ aus dem Devon von Marokko

Beitrag von paul93 » Dienstag 9. Juni 2020, 09:47

Hallo Justus,

schön deinen Artikel und den Trilo nun hier zu sehen :D
Wenn man erstmal vom Trilobiten-Fieber gepackt ist, kommt man nicht mehr los... :twisted:
Also: immer weiter und das nächste Stück machen!

Beste Grüße,
Paul
Bei Fragen oder Hilfe für Präparationen, gerne melden.

Falls jemand Trilobiten oder Fossilien aus dem Geschiebe abzugeben hat (Rohmaterial): Ich freue mich über jedes Angebot

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