Unbekanntes aus dem Steinbruch Stiepel Bochum

Geologische Phänomene mit Ähnlichkeit zu realen Fossilien.

Moderator: Steinkautz

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Daniel83
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Unbekanntes aus dem Steinbruch Stiepel Bochum

Beitrag von Daniel83 » Sonntag 1. Juli 2018, 18:10

Hallo zusammen,

folgendes habe ich an der Stelle gefunden, wo die (wohl recht bekannten) Ichniotherium praesidentis Fußabdrücke gefunden wurden.
Die einzelnen Steine gehörten waren zuvor ein großer Stein, welcher sich vermutlich aus der Felswand gelöst hat und beim Sturz starke Risse erlitt. Die "Fasern". die auf den Bildern zu sehen sind, durchdringt den ganzen Stein. Ich habe aber dort kein anderen Stein gefunden, der ein solche Struktur aufwies. Laut "Geopark Ruhrgebiet" handelt es sich um an der Fundstelle um "Finefrau-Sandstein", jedoch haben diese Steinen einen anderen Farbton und nur vereinzelt Sandige Stellen, scheint sich also teilweise zu unterscheiden (evtl. aus einer anderen Schicht gebrochen).

Vielleicht hat jemand eine Ahnung was das ist? Eventuell die Stacheln eines Seeigels oder Pflanzenfasern? :hmm:

Leider fehlt mir noch das nötige Equipment und die Erfahrung, aber ich hoffe auf den Bildern kann was erkennen.

Vielen Dank im Voraus und Schöne Grüße.

Daniel
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Thomas_
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Re: Unbekanntes aus dem Steinbruch Stiepel Bochum

Beitrag von Thomas_ » Montag 2. Juli 2018, 02:43

Hallo,
die flötzführenden Schichten im Ruhrgebiet sind weit über 1.000 Meter mächtig, ich meine was von 2.000 Metern gelesen zu haben. Die abbauwürdigen Flöze machen nur einige Meter davon aus. Argumente wie Farbe kannst du vergessen, besonders bei so oberflächennaher Lagerung, im Laufe der Jahrtausende verändert sich das Gestein in jeder Hinsicht sehr stark. Wenn vor 1.000 Jahren eisenhaltiges Wasser reingelaufen ist, dann ist es vielleicht rötlich, wenn es andere Minerale oder Erde waren, kann es fast jede Farbe annehmen. Es gab über die Jahrmillionen auch diverse Gebirgsbildungen, die dann wieder erodiert wurden. Das fing schon bei der Entstehung des Sandsteins an. Wie kann ein 2km Sandsteinpaket aufgetürmt werden, in dem sich immer wieder Flötze und auch Tonschichten mit Meeresfossilien finden? Da ist über einen langen Zeitraum ein Becken entstanden, dass immer wieder durch Sand aus einem gleichzeitig aufsteigenden Gebirge weiter nördlich aufgefüllt wurde. Manchmal war das Absinken schneller, dann hat es das Meer geschafft das Becken kurz zu überfluten. So gesehen ist das Material auch nicht homogen. Die Körnung kann ein paar Kilometer weiter anders aussehen, weil anderes Material abgelagert wurde. Deine Funde sehen nach unbestimmbaren Pflanzenhechseln oder Wurzelböden aus.

Ich hatte mal das Glück an einer Baustelle im Karbon suchen zu können:
http://www.steinkern.de/forum/viewtopic ... 74cf577df7
Wie man sieht, kann es ziemlich abwechslungsreich sein, meistens findet sich leider nur fossilarmer Sandstein.

Thomas
:Goni:

Daniel83
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Re: Unbekanntes aus dem Steinbruch Stiepel Bochum

Beitrag von Daniel83 » Montag 2. Juli 2018, 09:25

Ok dank dir für die ausführlich Erklärung.

Schöne Grüße

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Piesbergala
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Re: Unbekanntes aus dem Steinbruch Stiepel Bochum

Beitrag von Piesbergala » Montag 2. Juli 2018, 09:52

Hallo Daniel,

deine Funde sind ganz klar Wurzelboden. Das bedeutet, es ist ein vor Ort entstandener Boden, der von Wurzeln durchzogen ist. Deine Wurzeln sehen sehr nach Resten von Appendices aus. Das sind schlauchähnliche Gebilde an den Wurzelträgern der großen Schuppen- und Siegelbäume. Die Appendices haben die Nährstoffe/Wasser für die Pflanzen geliefert.

LG
Piesbergala

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