Der Steinkern - Heft 33: Ardennen Spezial

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oztrail
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Re: Der Steinkern - Heft 33: Ardennen Spezial

Beitrag von oztrail » Samstag 12. Januar 2019, 21:02

Hallo,

von mir ebenfalls einen herzlichen Dank für solch eine tolle Publikation. Als ehemaliger Journalist für eine Tageszeitung kann ich nachempfinden, was für eine Arbeit dahinter steckt. Es ist eine gelungene runde Sache und nach dem Lesen hatte ich genau deswegen eine geführte Tour in die Ardennen gebucht im Oktober 2018. Grund für die geführte Tour war mein stark markasithaltiges erodiertes Französisch. (kleiner fossiler Gag :lol:)

Zum Heft, alles stimmt, gut recherchiert, sehr schön bebildert, sehr informativ. Es ist eine wahrlich tolle Gegend, nette Leute, hervorragendes Essen und natürlich außergewöhnlich schöne Funde. Leider hatte die Sache auch eine bittere Seite. Scheinbar durch den Ansturm von Sammlern ausgelöst, waren einige Landbesitzer „not amused“ und wir wurden stellenweise sehr scharf von den Fundstellen verwiesen. Andere wiederum ließen uns bereitwillig auf ihr Feld, nachdem man sie gefragt hatte. Und da lag wohl der Hund begraben, man hatte nicht gefragt. Da alles immer schwieriger wird, sollte man durch solche Aktionen nicht erreichen, dass tolle Fundstellen gänzlich von der Sammlerkarte verschwinden.

Viele Grüße, Uwe
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Re: Der Steinkern - Heft 33: Ardennen Spezial

Beitrag von Sönke » Sonntag 13. Januar 2019, 00:15

Hallo Uwe,

danke für Dein Feedback!

Ich habe nach der Publikation des Hefts selbst (erstmals) das Porcien besucht. Einen Ansturm von Sammlern konnten wir nicht feststellen (vielleicht war ich aber selbst der Ansturm :wink: ), weder anhand von vermehrten Klopfspuren an den einschlägigen Lokalitäten, noch trafen wir auch nur einen einzigen anderen Sammler im Gelände. Ganz sicher weckt eine solche Publikation Interesse für die Gegend und bestimmt fahren deswegen mittel- bis langfristig auch einige hin. Die Gegend war jedoch vielen schon seit Langem bekannt (den Seeigel-Fans sowieso) und es ist auch nicht so, dass mit über die Maßen aussichtsreichen Fundmöglichkeiten im Heft geprotzt worden wäre, dass die ersten Leserinnen und Leser gleich nach dem Entnehmen der Zeitschrift aus dem Briefkasten, den Motor ihres Autos angeschmissen hätten, um gleich loszufahren. Überhaupt sitzt nicht jeder Steinkern-Leser sofort im Auto, nur weil es irgendwo etwas zu finden gibt. Es muss schon vom Interessengebiet her sowie von der räumlichen Distanz und den sonstigen Möglichkeiten passen. Dadurch relativiert sich die Wirkung einer Publikation schon ein wenig. Mein persönliches Erleben der Situation vor Ort entsprach ausgesprochen exakt der aus meiner Sicht realistischen Darstellung der Autoren: Seeigel müssen unter den heutigen Bedingungen schon sehr gejagt werden (so habe ich die Formulierung im Gedächtnis und genau so war es).

Wenn Dein Beitrag implizieren soll, dass die Veröffentlichung Schuld an einem Ansturm (gab/gibt es diesen wirklich?) und somit Schuld an Rauswürfen sein könnte, fände ich das ein wenig unfair den Autoren gegenüber, die deutlich gemacht haben, dass man sich eigenverantwortlich um Genehmigungen kümmern muss, will man keinen Ärger riskieren. Das gilt natürlich auch gerade für größere geführte Exkursionen, die nunmal erheblich mehr Aufmerksamkeit erregen als ein Individualsammler. Bei der größeren Exkursion würde ich zudem bezweifeln, dass sie auf Basis der Steinkern-Publikation zustande kam, sondern diese war vermutlich schon länger geplant?

In dem Ansinnen, dass es solche tollen Monographien über Fundorte auch weiterhin gibt, ist es mir wichtig, hier die Autoren in Schutz zu nehmen.

Natürlich kann man mittelbare negative Effekte, allein dadurch dass sich durch eine größere Anzahl Interessierter auch eher jemand daneben benehmen könnte, nie ausschließen. Aber es wäre irgendwie auch nicht fair, ein Heft zu erstellen, Funde zu zeigen und sich über die Fundorte gänzlich in Schweigen zu hüllen. Die Autoren haben hier einen recht ausgewogenen Mittelweg gewählt und z. B. bei Äckern bewusst auf detaillierte Angaben verzichtet, damit sich das Sammlerinteresse verteilt. Hier darf auch keiner böse sein, auf ein gewisses Maß an Eingeninitiative verwiesen zu werden. Wer diese an den Tag legt, wird am Ende mehr finden als auf einem von vielen Sammlern "abgegrasten" detailliert beschriebenen Acker.

Damit möchte ich sagen, dass wir versucht haben, den Ritt auf der Rasierklinge bestmöglich auszubalancieren.

Gerade aus dem Porcien sind Rauswürfe leider kein neues Phänomen. Nicht jeder Landwirt hat Verständnis dafür, wenn jemand in seinem Bruch klopft... auch wenn dieser noch so sehr nach "Niemandsland" aussehen mag, denn abgebaut wird ja leider kaum mehr.

Viele Grüße
Sönke

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Re: Der Steinkern - Heft 33: Ardennen Spezial

Beitrag von oztrail » Sonntag 13. Januar 2019, 01:34

Hallo Sönke,

nein, nein und nochmals nein. So war das nicht gemeint, dass ich die Publikation des Steinkern Heftes dafür verantwortlich mache für die geschilderte Situation. Im Gegenteil, ich als Neuling auf dem Gebiet bin mehr als dankbar, dass es solch Verrückte (bitte entschuldige die Bezeichnung, die so im ursprünglichen nicht gemeint ist) gibt und darüber berichten. Nur so erschließen sich mir und vielen anderen Sachen, die man wahrscheinlich sonst nie in Erfahrung hätte bringen können. Auch ich hatte nicht das Gefühl, dass die Gegend überlaufen ist. Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass es wichtig ist, fremdes Eigentum zu akzeptieren. Meine Enttäuschung galt besonders dem Veranstalter, der ein vorheriges Einholen von Genehmigungen einfach nicht gemacht hat. Diese Machenschaften können dann eine Situation hervorrufen, die sich kein Sammler wünscht.

Nochmals vielen Dank für eure Publikationen und der Plattform hier :thx: :yes:

Viele Grüße, Uwe
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Re: Der Steinkern - Heft 33: Ardennen Spezial

Beitrag von Sönke » Sonntag 13. Januar 2019, 02:54

Hi Uwe,

oh, sorry - dann nehme ich alles oben Geschriebene zurück und danke Dir für die Klarstellung! :oops:

Ich bin bei dem Thema wohl etwas überempfindlich, weil es - selten öffentlich, zuweilen aber hinter den Kulissen - gerne mal so verknüpft wird. Nun habe ich die Verknüpfung offenbar selbst hergestellt. :bg:

Also, alles okay und danke für Dein Lob für die Publikation - wobei das natürlich Bernhard und Erwin gilt! :)

Für größere Exkursionsgruppen ist die Planung solcher Reisen sicherlich schwierig. Als Teilnehmer erwartet man natürlich, dass es keine Komplikationen gibt, andererseits sind die Anbieter - selbst dann, wenn sie gefragt haben sollten - eben auch wechselnden Launen der Landwirte und sonstigen Grundeigentümer ausgesetzt. Es passiert leider auch schonmal, dass eine jahrelange stillschweigende oder gar wohlwollende Tolerierung des Fossilien suchens (mit oder ohne konkreten Auslöser) in eine ablehnende Haltung umschwingt. Das ist dann schade / Pech für die Betroffenen. Oftmals renkt es sich irgendwann wieder ein, aber manchmal ist auch Hopfen und Malz verloren.

Viele Grüße
Sönke

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Re: Der Steinkern - Heft 33: Ardennen Spezial

Beitrag von Bernhard Jochheim » Sonntag 13. Januar 2019, 09:57

Hallo Uwe,
danke für dein Feedback und Schilderung des Geschehenen auf eurer Exkursion.
Die Region ist nicht besonders gut für Exkursionen mit größeren Gruppen geeignet, sondern eher für Individualisten, die vorsichtig und sensibel vorgehen. Eine Exkursionsgruppe, die ohne vorher eine Erlaubnis einzuholen, auf einen Acker geht, handelt da mehr als fahrlässig. Der Exkursionsleiter müsste da schon etwas mehr Verantwortungsgefühl haben.
Ich bin selber auch schon gefragt worden, ob ich nicht eine solche Exkursion organisieren wolle, habe das allerdings genau aus solchen zu befürchtenden Gründen verneint.
Deine Exkursion ist übrigens auch meiner Meinung nach mit den Steinkern-Heft nicht in Verbindung zu setzen und mit Sicherheit schon vor dem Erscheinen des Heftes vororganisiert worden.
Ich finde deine Antwort aber sehr gut, da sie den Steinkernleser sensibilisieren kann, verantwortungsvoll mit Informationen bezüglich Fundstellen umzugehen, ob sie nun aus einem Steinkernheft oder einer anderen Quelle stammt.
Wie Sönke übrigens auch schrieb, konnten wir vor Ort kaum nennenswerte Sammelsteigerungen erkennen. Es war wie in den letzten langen Jahren immer, hier und da eine kleine Schürfstelle, keine größeren Grabungen erkennbar, die im übrigen in der heutigen Situation eh kaum möglich sind. Die Äcker werden übrigens schon seit Jahrzehnten von verschiedenen Sammlern jährlich abgesucht. Trotzdem sind natürlich, wie im Heft geschrieben, Fundmöglichkeiten noch gegeben.
Viele Grüße
Bernhard

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Re: Der Steinkern - Heft 33: Ardennen Spezial

Beitrag von oztrail » Sonntag 13. Januar 2019, 11:34

Hallo Sönke, hallo Bernhard,

danke für die Erklärung, Sönke. Ich wollte auch nicht als reiserischer Querulant mit erhobenem Zeigefinger dastehen. Ich wähle meine Worte weise, um niemanden in die Ecke zu stellen. Und Bernhard, ja, ich habe auch gelernt, dass es sinniger ist, alleine / in kleiner Grube unterwegs zu sein.

Ich konnte die Leute vor Ort verstehen, denn wenn 15 PKWs mit ausländischen Kennzeichen mit rund 25 Personen auf deren Eigentum einfallen, so kann das schon Unverständnis und Aggression auslösen. Ich würde jedenfalls ähnlich reagieren, wenn das bei mir passieren würde.

Aus diesem Grund werde ich verstärkt die Forumsthemen Sammlergruppen & Vereine, Termine sowie Exkursionen & Fundorte aufzusuchen und werde es sehr zu schätzen wissen, wenn jemand mich irgendwohin mitnimmt.

Die Ardennen werde ich mit Sicherheit irgendwann wieder aufsuchen, denn die Funde dort waren für mich beeindruckend.

Viele Grüße, Uwe
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