Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe (Lös. Basalt)

In diesem Unterforum werden Artefakte und von den Findern fälschlicherweise für Fossilien gehaltene Stücke archiviert.

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hassi
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Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe (Lös. Basalt)

Beitrag von hassi » Montag 21. August 2017, 20:18

Hallo liebe Steinkerne,

zeige Euch hier Häutungsreste eines Trilos mit Kalzitkristallfüllung. :D Da das mutmaßliche Kopfschild innen freiliegt, ist es eventuell den Experten möglich die Familie zu benennen, wie ich hoffe.

Auf dem Stein sind praktisch überall konvexe (im Normalzustand) keine bis winzigste „Linsen/Pickel" verteilt, die sich wohl auf dem Panzer des Tieres (im Lebendzustand) befunden haben sollten bzw. aus denen der Panzer bestand, wie man an den größeren Stücken ganz gut erkennen kann.

Zu der Matrix habe ich gar keinen Plan. Beim Auffinden dachte ich sofort an Unteren Roten Orthocerenkalk. Die Farbe ist außen dunkelrotbraun bis grau. Jedoch ergaben mehrere HCL-Tests auch nicht die geringste Reaktion. Deshalb habe ich ihn angeschnitten und bis zur 2000er Körnung geschliffen.
Das Ergebnis machte mich noch ratloser, da er innen hauptsächlich mittelgrau ist und schwarze unregelmäßige Strukturen zeigt. Das Schnittbild täuscht einen Grünstich vor, der wohl von der Haltezange stammt. Grün sind tatsächlich nur die Triloreste.

Ich habe solche Strukturen noch nicht gesehen. Die Matrix könnte auf eisenhaltigen Sandstein deuten. Da man hier in Brandenburg wohl devonische Geschiebe ausschließen kann, komme ich auch beim Trilo nicht weiter. :conf:

Vielleicht könnt Ihr ja helfen!

Der Stein war 6 cm lang, ist 4cm breit und max. 2,5cm stark. Er ist leicht magnetisch (ein kleiner Magnet haftet an ihm) und wog 85g. Das Kopfschild ist 18mm breit, die runden und konvexen „Pickelchen“ sind unterschiedlich groß und haben Durchmesser von1 -3 mm. Wie immer kommt auch der, aus meiner östlich von Berlin liegenden Kiesgrube.

MfG
Michael
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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe

Beitrag von underthesun » Montag 21. August 2017, 20:55

Hallo Michael

Bin zwar kein Experte für Trilos und Geschiebe, aber so wirklich kann ich da kein Trilobitenrest erkennen die Warzenartigen Muster sehen für mich aus wie eine mineralische Bildung.

MfG. Jens.
Manchmal wäre ich gerne da, wo meine Gedanken sind.

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe

Beitrag von Tapir » Montag 21. August 2017, 21:00

Trilo ist Unsinn. Das sehr eindeutig ein Basalt.
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe

Beitrag von ewa » Montag 21. August 2017, 22:08

Hallo,

Ich bin zwar auch kein Experte, aber da sind mit ziemlicher Sicherheit keine Fossilien drinnen.
Vom Gefüge her erinnert mich das einen Gabbro, mit grünen Olivinen und schwarzen Pyroxenen. Basalt kann man meiner Meinung nach ausschließen, der wäre viel feinkörniger mit nur wenigen makroskopisch sichtbaren Einsprenglingen in der Matrix.

Liebe Grüße,
Elias

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe

Beitrag von Tapir » Montag 21. August 2017, 22:44

Hi Elias,

bei Korngrößen von unter einem viertel Millimeter (Die Bildbreite des Schliffes ist etwas über 4 cm) von einem Gabbro, also dem Tiefengesteinäquivalent eines Basaltes zu sprechen ist doch etwas sportlich. Zumal die deutlich sichtbare Blasenbildung Entgasungsprozesse anzeigt, die für Druckentlastung und damit eindeutig gegen einen Gabbro und eher für ein Effusivgestein sprechen. Und mikroophitische Gefüge sind bei den schwedischen doleritischen Basalten garnicht so selten.
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe

Beitrag von ewa » Montag 21. August 2017, 22:56

Hi,

Stimmt, sorry, die Bildbreite hab ich total aus den Augen gelassen! :oops:
Dann kanns natürlich kein Gabbro sein bei der Feinkörnigkeit.
Können diese Basalte einen so hohen Olivinanteil erreichen? :hmm: Spannend, zumindest was das vermeintliche Fossil anbelangt ists klar :wink:

Liebe Grüße,
Elias

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe

Beitrag von Tapir » Montag 21. August 2017, 23:03

Hallo Elias,

du musst beachten, dass diese Gesteine mit den Eiszeiten schon einiges mitgemacht haben und zudem erdgeschichtlich schon etwas älter sind. Da ist mitunter schon einiges munter alteriert, so dass der Grünstich in der Grundmasse auch chloritisierte Plagioklase sein können. Olivin oder Pyroxene kann ich in dem Bild nicht erkennen, da scheinst Du bessere Augen zu haben wenn Du da in diesen Photos bestimmungsrelevante Merkmale bei den kleinen Mineralaggregaten sehen kannst (ich sehe da übrigens nur jpeg-Komprimierungsartefakte ;) )
Zuletzt geändert von Tapir am Montag 21. August 2017, 23:33, insgesamt 1-mal geändert.
Glück auf!

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe

Beitrag von ewa » Montag 21. August 2017, 23:09

Hallo,

Ja stimmt natürlich, das hat alles seine Spuren hinterlassen.
Olivine und Pyroxene hab ich nicht direkt erkannt, das waren meine ersten Vermutungen anhand des optischen Eindrucks, welcher, wie du zum Glück gleich klargestellt hast, aufgrund der diversen Prozesse die dieses Gestein mitgemacht hat, natürlich sehr leicht zu Fehlschlüssen führen kann.

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe

Beitrag von Tapir » Montag 21. August 2017, 23:28

ewa hat geschrieben:
Montag 21. August 2017, 23:09
das waren meine ersten Vermutungen anhand des optischen Eindrucks, welcher, wie du zum Glück gleich klargestellt hast, aufgrund der diversen Prozesse die dieses Gestein mitgemacht hat, natürlich sehr leicht zu Fehlschlüssen führen kann.
Hallo Elias,

naja, im Gelände sehen Gesteine halt meist nicht so optimal aus wie die in den Baukästen der Gesteinsbestimmungsübungen... ;) Einigen wir uns darauf, dass Fossilreste in Bezug auf den hier gezeigten Fund eher Nonsens sind.
Glück auf!

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe (Lös. Basalt)

Beitrag von fossihagen » Dienstag 22. August 2017, 08:55

stimme euch zu, dass es auf keinen Fall fossil ist.
Mich interessieren aber die Mandeln - ist das Chalcedon?
Das wäre ja schon ein netter Beleg aus dem Geschiebe.
so einen "Mandelstein" habe ich auch schon mal im Tgb gesehen, allerdings sehr groß und keine schönen Blasenfüllungen.

Grüße
H.

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe (Lös. Basalt)

Beitrag von Tapir » Dienstag 22. August 2017, 09:07

Hallo Hagen,

das sieht zwar auf den ersten Blick so aus, ist aber ohne Dünnschliff anhand der gezeigten Bilder nicht so einfach festzustellen. Da ist neben den diversen Quarzmodifikationen noch einiges anderes möglich. Evtl. gibt es dazu nächstes Jahr einen Artikel mit ein paar Dünnschliffen und Analysen in geschiebekunde aktuell.

Zu schönen Blasenfüllungen aus den Material gab es in den letzten Jahren auch schon ein schönes farbiges Titelbild von geschiebekunde aktuell ;)
Glück auf!

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe (Lös. Basalt)

Beitrag von hassi » Dienstag 22. August 2017, 18:51

Ja, ja das kommt davon, wenn man sich zu sicher ist. :oops:

Geschieht mir also recht. Für mich war völlig klar, dass ich hier Kalzit vor mir habe. Ich hatte zwar die Matrix des Steines mehrfach mit HCL getestet, aber eben nicht den vermeidlichen Kalzit, der sich nun auch prompt als Quarz herausstellte. :roll:

Gasblasen, da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen. Und um ganz ehrlich zu sein, ich hege da noch Restzweifel. Zusammengenommen machen aber magmatische Grundmasse, Gasblasen und Quarz schon Sinn.
Werde das Steinchen mal aufheben, auch weil ich so was noch nie gefunden habe.

Bedanke mich für die effektive und informationsreiche Aufklärung bei allen hilfreichen Geistern.

MfG
Michael
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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe (Lös. Basalt)

Beitrag von Acrodus » Mittwoch 23. August 2017, 19:07

Ach hassi,

"Und um ganz ehrlich zu sein, ich hege da noch Restzweifel."
da erzählen Dir (mindestens) 2 studierte Geologen (davon ein "praktizierender" mit Doktortitel, Forschungs- und Lehraufträgen) dass das zweifelsfrei kein Sediment und kein Fossil ist sondern ein vulkanisches Eruptivgestein und Du zweifelst noch......
Ganz ehrlich: hier gibt es wirklich keinen Raum für Zweifel.

Beste Grüße,
Acrodus

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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe (Lös. Basalt)

Beitrag von hassi » Mittwoch 23. August 2017, 19:50

"Der Zweifel ist der Beginn der Wissenschaft. Wer nichts anzweifelt, prüft nichts. Wer nichts prüft, entdeckt nichts. Wer nichts entdeckt, ist blind und bleibt blind." (Teilhard de Chardin, Philosoph und Paläontologe)

Können wir uns auf winzigen-Restzweifel einigen? :bg:

MfG
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Re: Trilo mit Sahne in unbek. Geschiebe (Lös. Basalt)

Beitrag von Tapir » Mittwoch 23. August 2017, 22:52

hassi hat geschrieben:
Mittwoch 23. August 2017, 19:50
Können wir uns auf winzigen-Restzweifel einigen? :bg:
In Bezug auf Deine obige Vermutung? Nein, kein bischen. Du lagst einfach zu zweifellosen 100% falsch.
Glück auf!

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