Konservierung von Bernsteinen

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Moderator: boborit

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Soki
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Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Soki » Montag 13. April 2020, 13:07

Hallo liebe Mitglieder,

aktuell beschäftigt mich die Erhaltung meiner Inklusen. Die Gründe liegen klar auf der Hand: Werterhalt, Sichtbarkeit der Inklusen, strukturelle Integrität der Bernsteine etc.

Vor allem interessiert es mich, was Langzeitsammler berichten können. Wie sehen eure Exemplare nun aus, die ihr vor 10, 20, 30+ Jahren erworben habt? Was hat sich an Euren Stücken verändert? Wie lagert Ihr eure Stücke?
Hat jemand schon die Lack- oder Kunstharz Konservierung getestet? Carsten Gröhn hat die Vorgehensweise der Lackversiegelung sehr anschaulich beschrieben.

Vielen Dank, liebe Grüße & frohe Ostern,

Simon
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boborit
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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von boborit » Montag 13. April 2020, 17:18

Hallo Simon,
ich möchte dir kurz meine Form der Aufbewahrung erklären. Meine Inklusensteine befinden sich einzeln in kleinen voll verschließbaren Plastiktütchen (damit kein unnötig großer Sauerstoffaustausch stattfindet). Weiter liegen diese Tütchen in Schachteln in einem Büro/Kellerraum (weil es dort um das Jahr kühl und dunkel ist. Wichtig ist also den Bernsteinchen angenehme möglichst kühle Temperaturen unter weitgehendem Sauerstoffausschluss, entlegen direkter Sonnenbestrahlung zu gewähren. Und so sehen meine "Schmuckstücke" auch nach 10 - 20 Jahren noch aus wie NEU! :)
Viele Grüße - Michael

..."Was wiederum bestätigt, dass das im Stein möglich Vorhandene sich optisch mehr verbergen, als das Sichtbare unmöglich optisch vorhanden sein kann! "

Soki
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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Soki » Montag 13. April 2020, 17:30

Hallo Michael,

vielen Dank für deine Antwort. Es ist schön zu hören, dass sich diese Lagerung so gut bewährt. Ich habe meine Stücke auch in Druckverschlussbeuteln und streiche zusätzlich noch die Luft größtenteils mit den Fingern raus. Dann kommen sie in eine lichtdichte Kiste.
Aktuell trage ich vorher noch Vaseline oder Silikonöl auf, um die Oxidation zusätzlich zu verlangsamen (der Tipp mit dem Silikonöl stammt von einem Inklusengroßhändler).
Ich habe aber tatsächlich nicht gedacht, dass die Stücke nach zwei Jahrzehnten noch wie zu Beginn aussehen! Das freut mich ungemein.

beste Grüße,
Simon
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Timbert
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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Timbert » Dienstag 14. April 2020, 23:01

Ich habe meine in einem mit Wasser gefülltem Joghurtglas. Nach 17 Jahren sehen sie immer noch gleich aus. Der Gedanke war, dass sie in der Ostsee nicht altern, aber an der Luft. Also bewahre ich sie einfach im Wasser in einer dunklen Ecke auf.

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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Soki » Mittwoch 15. April 2020, 13:12

Hallo Timbert,

auf die Idee bin ich auch schon gekommen. Ich habe allerdings gelesen, dass antiseptische Mittel gegen die Bildung von Bakterien zugesetzt werden müssen und die wiederum schädlich für den Bernstein sind.
Wechselst du das Wasser bzw. hast du irgendetwas zugesetzt (Kochsalz z.Bsp.)?

Vielen Dank für deinen Beitrag,
Simon
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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Timbert » Donnerstag 16. April 2020, 00:42

Ich mache das Glas alle paar Jahre auf und tausche mit destilliertem Wasser aus. Am Anfang musste ich das wesentlich häufiger machen, da noch organische Reste an den Bernsteinen klebten. Das hat mitunter ziemlich gemüffelt… das kann man vlt durch durch abschleifen von Bewuchs vermeiden. Vlt tut es auch abschrubben mit einer Bürste. Jetzt riecht jedenfalls nichts mehr. Lieber tausche ich das Wasser als einen Schaden durch antiseptische Mittel zu riskieren.

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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Thomas_ » Donnerstag 16. April 2020, 05:21

Ich habe eine über 30 Jahre alte Inkluse mit Montagekit in einem Lupendeckeldöschen. Der Bernstein ist ziemlich rissig geworden und nachgedunkelt. So sollte man es wohl nicht machen :wink:



Thomas
:Goni:

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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Soki » Donnerstag 16. April 2020, 07:06

Die Lagerung in Wasser scheint also, sofern man nicht viele Bernsteine hat, durchaus geeignet. Da bleibt nur noch die Frage der Etikettierung ungeklärt. Je größer eine Sammlung, umso wichtiger ist das natürlich.

Es wundert mich doch ein wenig, dass Bernstein doch gegenüber einigen vermeintlich harmlosen Stoffen (Montagekit, antiseptische Mittel etc.) empfindlich ist. Andererseits sind Licht und Sauerstoff meistens auch harmlos 😄

Grüße an Euch beide,
Simon
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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von fossihagen » Donnerstag 16. April 2020, 08:14

Hallo,

ich lagere meine Inklusen seit ca. 30 jahren im Pappkarton - also dunkel.
Ich habe geringfügige Alterung bisher festgestellt.
Die Steine, die ich im Licht liegen habe, altern deutlich schneller.
Da habe ich jedoch nur große Brocken ohne Inklusen.
Inklusen, die schon etwas angewittert sind kann man im Wasser aufbewahren.
Professionell wäre es, sie in Gießharz einzubetten.

Grüße
H.

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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Timbert » Donnerstag 16. April 2020, 11:08

Das mit dem Harz habe ich auch mal gelesen. Der Autor ließ aber die Frage offen, ob das Harz nach einigen Jahrzehnten nicht doch altert. Weiß jemand etwas dazu?

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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Tapir » Donnerstag 16. April 2020, 12:20

Soki hat geschrieben:
Donnerstag 16. April 2020, 07:06
Andererseits sind Licht und Sauerstoff meistens auch harmlos 😄


Sauerstoff hat mal ein ganzes planetares Ökosystem gekillt, und "Licht" wird heute noch dazu genutzt abermilliarden Lebewesen abzutöten. "Harmlos" ist anders. :bg:
Glück auf!

Johannes Kalbe

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"Kalsarikänni is real. It’s about letting go and being yourself, no affectation and no performance"

Be more specific! http://www.youtube.com/watch?v=PusCpQIbmCw

Two down. Four to go.

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Re: Konservierung von Bernsteinen

Beitrag von Soki » Donnerstag 16. April 2020, 16:11

Timbert hat geschrieben:
Donnerstag 16. April 2020, 11:08
Das mit dem Harz habe ich auch mal gelesen. Der Autor ließ aber die Frage offen, ob das Harz nach einigen Jahrzehnten nicht doch altert. Weiß jemand etwas dazu?
Bei Gießharz ist man sich uneinig. Man muss wirklich ein ganz spezielles verwenden, damit es jahrzehntelang überdauert. Meines Wissens nach gibt es keine gesicherten Langzeitbeobachtungen, da moderne Harze erst einige Jahrzente auf dem Markt sind. Es gibt aber definitiv Bernsteine in Kunstharzen, die 70 Jahre+ der Verwitterung trotzen und welche, die nach Jahrzehnten milchig trüb werden...
Alles ohne Gewähr, hab ich mir angelesen.

Das mit dem Sauerstoff und Licht stimmt allerdings. Dazu passt der Spruch von paracelsus ganz gut: Dosis sola venenum facit 😄
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