Schnecke im Bernstein ?

Dieses Forum ist unser Austauschplatz für Bernstein- und Kopalsammler.

Moderator: boborit

Antworten
Benutzeravatar
Ronny1963
Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 13:59

Schnecke im Bernstein ?

Beitrag von Ronny1963 » Mittwoch 23. Juli 2014, 19:27

Hallo Bernsteinspezialisten,

ich hatte die Möglichkeit, einen Bernstein zu erwerben, in dem 2 Schnecken als Inklusen erhalten sind.
Meine Frage : Um welche Schneckenart handelt es sich, und kann es auch sein, dass es eine Fälschung ist.
Für Antworten im Voraus möchte ich mich schon einmal bedanken.

mfg

Glück auf

Ronny
Dateianhänge
Schnecke im Bernstein 1.jpg
Schnecke im Bernstein 1.jpg (41.1 KiB) 17616 mal betrachtet

Benutzeravatar
Ronny1963
Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 13:59

Re: Schecke im Bernstein ?

Beitrag von Ronny1963 » Mittwoch 23. Juli 2014, 19:30

Hallo,

hatte ich fast vergessen.
Die Schnecken haben einen Durchmessen von ca. 4 - 5 mm.
Habe da noch ein Foto gemacht.

Glück auf

Ronny
Dateianhänge
Schecke im Bernstein.jpg
Schecke im Bernstein.jpg (51.69 KiB) 17613 mal betrachtet

ML
Mitglied
Beiträge: 256
Registriert: Mittwoch 20. August 2008, 07:54
Wohnort: Haimhausen
Kontaktdaten:

Re: Schecke im Bernstein ?

Beitrag von ML » Donnerstag 24. Juli 2014, 17:20

Hallo,

Schnecken kommen im Bernstein durchaus vor, es sind aber ziemliche Raritäten. Diese Form (erinnert an Wasserschnecken) hab ich jetzt so noch nicht gesehen, auch noch nicht zwei Exemplare in einem Stein. 4-5 mm ist auch ziemlich groß, so dass ich der Sache erstmal misstrauen würde....

OK, hast Du schon geprüft, ob es Bernstein oder Kunstharz ist? Bernstein schwimmt in Salzwasser und sinkt in normalem Wasser, Kunstharz schwimmt immer.... Man kann auch eine Nadelspitze heiß machen und mal in das Material piksen, Bernstein riecht dann nach Christbaum und hat ein rundes Loch, alles andere riecht nach verbranntem Plastik und die "Einstichstelle sprutzt auseinander...

Es gibt allerdings auch geschicktere Fälscher, die einen echten Schlaubenbernstein nehmen, ihn an der Schlaube trennen, auf der Schlaubenoberseite ein kleines Loch bohren, die "Inkluse" einführen und ein bisschen Kunstharz, damit es entsprechend aussieht. Die beiden Bernsteinteile werden dann wieder zusammengeklebt, was man, wenn es gut gemacht ist, so ohne weiteres nicht sieht.
Eine Möglichkeit so etwas zu entlarven wäre die heiße Nadel direkt in die Schlaubengrenze, in der die Inkluse liegt, zu piksen, Wirkung siehe oben....

Gruß
Michael

Benutzeravatar
Ronny1963
Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 13:59

Re: Schnecke im Bernstein ?

Beitrag von Ronny1963 » Donnerstag 24. Juli 2014, 17:55

Hallo Michael,

vielen Dank für die tollen Tipps.
Werde diese anwenden und bin schon auf das Ergebniss gespannt.

Glück auf

Ronny :eek:

Benutzeravatar
Burschi1955
Mitglied
Beiträge: 111
Registriert: Mittwoch 26. März 2008, 12:28
Wohnort: Hildesheim
Kontaktdaten:

Re: Schnecke im Bernstein ?

Beitrag von Burschi1955 » Donnerstag 24. Juli 2014, 18:11

Hallo Ronny,
ich würde mich für Dich freuen, wenn Du ein Schnäppchen machen konntest, aber etwas fehlt mir der Glaube. Solche Teile sind meist nur 4-stellig vor dem Komma zu erwerben. Bei solchen Preisen sollte man dann auch nur aus sicherer Quelle kaufen oder einen Fachmann fragen oder beim Kauf mit zu Rate ziehen. Ein guter Verkäufer hetzt nicht beim Verkauf. Ich kenne einige Abbildungen von Schnecken im Bernstein, die meisten sind turmförmig. Diese Schnecken sehen aus wie Wasserschnecken. Leider gibt es im Moment tolle Fälschungen, aber vielleicht hast du ja Glück. Man müßte sich das Teil im Original ansehen, vielleicht kann man dann mehr sagen. Aufgrund von Bildern kann man sich einfach nicht festlegen. Vielleicht ist jemand in Deiner Nähe wohnhaft, der sie sich ansieht.

Grüße Burkhard

Benutzeravatar
boborit
Moderator
Beiträge: 1083
Registriert: Samstag 24. September 2011, 14:10
Wohnort: Goslar

Re: Schnecke im Bernstein ?

Beitrag von boborit » Donnerstag 24. Juli 2014, 18:24

Hallo Ronny,

Burkhard und ML-Michael haben schon alles angesprochen was mir dazu einfällt.
Anhand der Bilder lässt sich aber keine nähere Beurteilung zu deinem "Bernstein" aufstellen. Bei guten Fälschungen wäre eine Untersuchung vor Ort mitunter ohne sicheres Ergebnis... Der Ursprung, die Quelle deines Kaufes sollte da die sichersten Hinweise geben. Es gibt Bernsteinhändler und -sammler von denen würde ich mit gutem Gewissen kaufen, bei anderen auf gar keinen Fall - selbst wenn das Angebot noch so verlockend... :wink:
Viele Grüße - Michael

..."Was wiederum bestätigt, dass das im Stein möglich Vorhandene sich optisch mehr verbergen, als das Sichtbare unmöglich optisch vorhanden sein kann! "

ML
Mitglied
Beiträge: 256
Registriert: Mittwoch 20. August 2008, 07:54
Wohnort: Haimhausen
Kontaktdaten:

Re: Schnecke im Bernstein ?

Beitrag von ML » Donnerstag 24. Juli 2014, 22:22

Hallo,

habe mal ein bisschen die schlauen Bücher konsultiert. Bei Wichard/Weitschat "Im Bernsteinwald" ist auf Seite 41 eine Schnecke als "Posthornähnliches Gehäuse einer Landlungenschnecke" abgebildet - leider, ausser einem Hinweis auf die extreme Seltenheit, ohne weitere Angaben. Die Abbildung kommt Deinen Schnecken ziemlich nahe...

Ich bin zwar nach wie vor sehr skeptisch, evtl. könnte das aber noch spannend werden...

Gruß
Michael

Benutzeravatar
Ronald
Moderator
Beiträge: 960
Registriert: Mittwoch 15. Februar 2006, 11:06
Wohnort: Rostock /Ciudad de Mexico, D.F.

Re: Schnecke im Bernstein ?

Beitrag von Ronald » Donnerstag 24. Juli 2014, 23:36

Hallo Ronny,
es muss sich bei den Schnecken nicht per se um Wasserschnecken handeln. Denn es gibt auch Landschnecken die so ähnlich aussehen und auch von der Größe her passen könnten. Dennoch sehen mir beide Exemplare der Gattung Gyraulus sehr ähnlich. Wenn ich mich recht erinnere ist diese Gattung seit der unteren Keidezeit nachgewiesen, ich meine aus Seesedimenten in China, kennt man meines Wissens die bisher ältesten Vertreter. Somit könnte es bei Deinen Schnecken durchaus auch um Verterer dieser Gattung handeln. Übrigens sind die Vertreter dieser Gattung Süßwasserschnecken.
Was ich nicht erkennen kann ob es sich bei den beiden Schnecken, lediglich um die leeren Gehäuse handelt, oder ob in den Gehäusen noch Reste der Schecken selbst vorhanden sind.
Da der Bernsteinwald häufig überflutet wurde, bestand aber auf jeden Fall die Chance das derlei Gehäuse auch von Harz umhüllt werden konnten, wenn Gehäuse auf trocken gefallen Stellen zurück blieben. Bin aber z.Z. auf Reisen, so das ich leider nicht in meiner Bibliothek nachschauen kann, darum kann Dir im Moment auch nichts Genaueres dazu schreiben.
Zum Thema Fälschungen wurde hier meine ich schon soweit alles wichtige geschrieben.
Wenn der Stein keine Fälschung ist, das ist das Teil echt der Hammer.....

HG
Ronald
Zuletzt geändert von Ronald am Freitag 25. Juli 2014, 10:44, insgesamt 1-mal geändert.
"Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält." Lew N. Tolstoi

"Die stärksten Krieger sind Raum und Zeit." Lew N. Tolstoi


"Aequo animo audienda sunt imperitorum convicia."
Lucius Annaeus Seneca d. J.

ML
Mitglied
Beiträge: 256
Registriert: Mittwoch 20. August 2008, 07:54
Wohnort: Haimhausen
Kontaktdaten:

Re: Schnecke im Bernstein ?

Beitrag von ML » Freitag 25. Juli 2014, 07:32

Hallo,

mir fällt grade auf: Wir haben uns noch gar nicht nach der "Herkunft" erkundigt.... :oops:

Wurde Dir der Stein als "Baltischer Bernstein" verkauft?

Gruß
Michael

Benutzeravatar
Ronny1963
Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: Mittwoch 9. Januar 2013, 13:59

Re: Schnecke im Bernstein ?

Beitrag von Ronny1963 » Samstag 26. Juli 2014, 05:35

Hallo Michael ,

der Stein soll in den 20iger Jahren in Danzig geschliffen worden sein.


Glück auf

Ronny

Antworten

Zurück zu „Bernstein & Kopal“