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III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Donnerstag 28. Februar 2013, 20:52
von Ossi64
Für Freunde des Bitterfelder/Mitteldeutschen Bernsteins findet vom 23. -25.5.2013 das III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium statt.
Ich werde wohl nicht daran teilnehmen können,obwohl ich es entfernungsmäßig günstiger eigentlich nicht haben kann. :(
Vor allem die Busexkursion nach Profen,von wo mir Retinitfunde bekannt sind,wäre interessant.
Dort scheint auch Krantzit vorzukommen... :eek:
Naja,schaun mer ma...
„Sehn wir uns nicht in dieser Welt, so sehn wir uns in Bitterfeld“ :wink:

Link:
http://bergbaufolgen.de/veranstaltungen/34-treffen.html

Auszug aus dem Programm:

Sonnabend, 25.05.2013, Busexkursion
Treffpunkt: Kreismuseum OT Bitterfeld, Kirchplatz 3

Festes Schuhwerk/Gummistiefel erforderlich

8:30 Bernsteinkeller im Kreismuseum Bitterfeld (UWE HOLZ; ROLAND WIMMER)
10:15-13:00 MIBRAG-Tagebaue Schwerzau/Profen-Süd (CARSTEN HEINRICH, JOCHEN RASCHER, GERDA STANDKE)
- Lagerstättengeologie Raum Profen-Zeitz
- Bernsteinaufschluss im Abbaubereich Profen-Süd
(„Bernsteinschluff“: Aufschlussprofil-Lithologie-Genese, Krantzit-Funde: stoffliche Charakteristik-paläobotanische Hintergründe, individuelles Sammeln)
13:30-15:00 Tertiärwald am ehem. Tagebau Cospuden (LUTZ KUNZMANN)
- Bergbaufolgelandschaft Cospudener See
- Palökologische tertiäre Pflanzengesellschaften
- Pflanzen und Bernsteingenese

ca. 16:00 Exkursionsende in Bitterfeld

edit 15.3.13 : Ich werde,wenn nichts dazwischenkommt teilnehmen,bin gemeldet,habe gelöhnt und bin schon ganz wuschig...noch wer...? :bg:

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Sonntag 26. Mai 2013, 14:48
von Ossi64
Soooo,nun ist es vorbei,das 3.Bitterfelder Bernsteinkolloquium...
Es war insgesamt eine sehr interressante Veranstaltung,aber auch recht anstrengend.
Ich habe viele nette Leute kennengelernt und auch,zugegebenermaßen aber erst am zweiten Tag,nette Gespräche geführt.
Leider konnte der Bernsteinpapst,Günter Krumbiegel krankheitsbedingt nicht teilnehmen,auch Frau Kosmowska-Ceranowicz hat (terminbedingt?) abgesagt. :(
Aber ich kann mir jetzt unter den Namen Roland Wimmer,Ivo Rappsilber,Dr. Jürgen Rascher und auch anderen Personen jemanden vorstellen. :)
Wer Interesse am aktuellen Tagungsband hat,kann diesen dort erwerben:
http://www.dgg.de/cms/front_content.php?idcat=165
Und hier das erste Bild eines Krantzits aus dem Tagebau Profen-Süd,aus dem Zwischenmittel zwischen den Flözen Iu und Io,welchen ich noch gestern Abend herauspräpariert habe.
Leider hatte ich ihn einmal zu fest angefasst,darum ist er in zwei Teile zerbrochen,es war nicht beabsichtigt...ist halt sehr spröde.
Krantzit.jpg
Krantzit.jpg (78.96 KiB) 21664 mal betrachtet
Grüße Thomas

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Donnerstag 13. Juni 2013, 00:25
von Ossi64
Ich bin endlich mal dazu gekommen,meine Bilder zu bearbeiten und kann euch jetzt ein paar Schnappschüsse aus dem Kreismuseum Bitterfeld präsentieren...
Die Bilder aus Profen kommen später,es sind eh nicht so viele,war viel zu beschäftigt... :D

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Donnerstag 13. Juni 2013, 09:52
von boborit
Hallo Thomas,

danke für die bunte Bilderflut!!
Der gebrochene Krantzit aus dem Tagebau Profen-Süd, ob sich da ein Schleifen und Polieren der Bruchfläche lohnt??

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Donnerstag 13. Juni 2013, 15:30
von Ossi64
Hallo Michael

Theoretisch wäre es möglich,diese Stücke zu schleifen und zu polieren,es sieht auch richtig gut aus.
Im aktuellen Tagungsband,welchen alle Teilnehmer bekommen haben,ist ein wunderschöner polierter Krantzit abgebildet,welcher schöne Fließstrukturen zeigt.
Außerdem gibt es Stücke,welche völlig klar sind,man könnte da theoretisch auch nach Inklusen fahnden.
Aktuell sind im Krantzit noch keine Inklusen gefunden worden,nachzulesen auch im Tagungsband.
Ich habe da auch zwei kleine Stücke,wo augenscheinlich wohl keine Einschlüsse enthalten sind.
Momentan bin ich aber noch mit der Aufarbeitung des in Profen gewonnenen Materials beschäftigt,was sehr arbeits- und zeitintensiv ist.
Außerdem fehlt mir das nötige Equipment und die Erfahrung,um den doch recht fragilen Krantzit zu bearbeiten.
Manche Krantzite zerbröseln bei der ersten Berührung zu Staub,es handelt sich dabei vermutlich um verwitterte Stücke.
So,und jetzt die Bilder aus Profen,da wo im ersten Bild das Band befestigt ist,durfte jeder mal die Hacke ansetzen...
Manche begnügten sich damit,die schon vorher vom Regen ausgewaschenen Stücke unten aufzulesen,auf jeden Fall die einfachere Variante... :D

Grüße Thomas

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Dienstag 18. Juni 2013, 09:31
von Nils
Toller Bericht!
Wenn ich mir aber die ganzen Namen so durchlese; "Krantzit", "Succinit", "Stantienit" usw; wird mir ganz blümerant :D
Wodurch unterscheiden sich denn die verschiedenen Bernsteintypen, chem. Zusammensetztung, Farbe, Alter?
Vielleicht kann ja einer hier aus dem Forum das für Bernsteindummies wie mich einmal ganz kurz erklären :thx:

Gruß Nils

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Dienstag 18. Juni 2013, 10:47
von Tapir
Hi Nils
Nils hat geschrieben: Wodurch unterscheiden sich denn die verschiedenen Bernsteintypen, chem. Zusammensetztung, Farbe, Alter?
Du hast es ganz gut auf den Punkt gebracht ;)

Es gibt (und gab) ja viele harzproduzierende Pflanzen (Der Dominikanische Bernstein ist ja, soweit ich weiß, das Produkt von Leguminosen, also "Bohnen"... ;)), deren Harze unterschiedliche chemische Zusammensetzungen in unterschiedlichen Mengenverhältnissen aufweisen.

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Dienstag 18. Juni 2013, 11:02
von Nils
Hi Johannes,

alles klar :wink: Hatte mich gewundert, wie viele Variationen es offensichtlich gibt. Es existieren ja speziell bei den Mineralen oft "wissenschaftliche" und "klingt-einfach-toller-als-wissenschaftliche" Bezeichnungen.
Von daher Danke für deine kurze Erläuterung :top:

Gruß Nils

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Dienstag 18. Juni 2013, 11:08
von Tapir
Hi Nils,

das Bestimmen gestaltet sich mitunter schwierig, vor allem wenn man von Fundgebiet zu Fundgebiet "springt", da für die Klassifikation die ursprüngliche chemische "Signatur" zählt, die aber durch taphonomische und diagenetische Vorgänge verschleiert worden sein kann.

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Donnerstag 18. Juli 2013, 00:55
von Ossi64
Wie schwierig es ist,die verschiedenen Harzarten zu bestimmen,kommt in dem Artikel,welchen ich gerade gefunden habe,ganz gut rüber.
Wer sich damit etwas näher beschäftigen will,sollte sich das mal reinziehen,der Artikel ist mit den vielen Abbildungen sehr informativ...
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... l_2010.pdf
Das es Braunharze gibt,wusste ich bisher auch nicht... :eek:

Da mir noch immer das nötige Equipment fehlt,um mit dem Mikroskop Fotos zu machen,habe ich einfach mal vor meine Digitalkamera eine popelige Lupe gehalten,um euch ein paar interessante Fotos zu zeigen.
Das Ergebnis ist recht ordentlich,auf dem ersten Bild sieht man einige klare Stücke aus Profen,auf den Bildern zwei und drei eine harzgefüllte Samenkapsel (das untere Stück!).

Grüsse Thomas

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Dienstag 1. Oktober 2013, 21:56
von Ossi64
Ich habe mich mal daran gemacht,nicht den gebrochenen,aber einen anderen Krantzit anzuschleifen,zum polieren bin ich noch nicht gekommen.Daher habe ich den Krantzit mit Wasser besprüht,damit man die Fließstrukturen besser erkennen kann.
Die Bilder zwei und drei zeigen Krantzit im befeuchteten "Muttergestein"... :D

Grüsse Thomas

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Samstag 5. Oktober 2013, 17:36
von sargentodoxa
Hallo Thomas
Ich hab mir mal die von dir empfohlene Arbeit schon mehrmals reingezogen. Schwierig die Unterscheidung der einzelnen Bernsteinarten und auch die Meinungen /Ansichten der Forscher gehen da auch weit auseinander. Für mich interessant, da ich selbst in der Lausitz auch Material der Beckerit-Gruppe gesammelt habe und die lt. GRÖSCHKE ( 2005 ) als Siegburgit bestimmt wurden. FUHRMANN spricht aber auch neben den Bitterfelden Funden, die Lausitzer Funde als Beckerit an! O.K. zumindest wird er in einer Gruppe zusammengefasst.
Etwas verwunderlich war mir, das der in den Tgb. Schlabendorf-Süd schon jahrzehntelang von Sammlern aufgesammelte "Sandbernstein" noch nicht Gegenstand der Forschung war, wie aus dem Artikel zu entnehmen ist. Diese vollständig von Harz durchtränkten "Sandklumpen" waren bei der Bernsteinsuche doch regelmäßig zu finden und auch nicht zu klein. Mein größter "Sandbernstein" misst 12 x 9 x 4 cm. Werner
PS: ist die Erzeugerpflanze des Kranzit bekannt ?

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Sonntag 6. Oktober 2013, 19:55
von Ossi64
Sicherheit bei der Bestimmung fossiler Harze bekommt man wohl nur durch Infrarotspektroskopie.
Für unsereins wohl doch etwas zu kostspielig...
Im Exkursionsführer zum III. Bitterfelder Bernsteinkolloquium ist ein interessanter Artikel dazu von Norbert Vavra enthalten.
Der Titel lautet "Kopale,Bernstein,fossile Harze: Probleme ihrer Nomenklatur und Systematik".
Die Sache mit den fossilen Harzen ist doch viel komplizierter,als ich anfangs gedacht habe.
Ich selbst habe ausser dem normalen Succinit nur Krantzit in Händen gehalten.
Man (also ich)hat nicht oft Gelegenheit,andere fossile Harze zu sammeln,sei es wegen mangelnder Zeit,oder fehlender Kenntnis eines Vorkommens.
Wenn man mal mit Bernsteinitis infizierten Leuten ins Gespräch kommt,wie mir erst vor kurzem widerfahren,sind diese doch recht zurückhaltend und halten sich bedeckt,wenn es um den Fundort geht... :(
Wenn ich "Sandbernstein" und "von Harz durchtränkte Sandklumpen" lese,da fällt mir spontan Siegburgit ein.
Das ist aber nur eine Vermutung,Sicherheit gibts,wie weiter oben schon erwähnt,nur mit der Infrarotspektroskopie.

PS : Man vermutet,daß die Erzeugerpflanze des Krantits Storaxgewächse gewesen sind.
Ich selbst habe in dem den Krantzit enthaltenden Sediment Samenkapseln gefunden,die diesen Gewächsen sehr ähnlich sind,siehe Wikipedia : http://commons.wikimedia.org/wiki/File: ... en-133.jpg
(die Samenkapsel unten rechts und das darüber)

Grüsse Thomas

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Sonntag 6. Oktober 2013, 20:52
von sargentodoxa
Hallo Thomas
Die von dir gezeigten Samen könnten zu Styrax passen. Ich kenne Styrax maximus aus dem Mittelmiozän der Lausitz und dem Pliozän von Tgb. Hambach. Diese Art wurde auch schon im Oberoligozän nachgewiesen. Die schwarz, leicht glänzende Testa ist typisch. Man muss natürlich noch nach weiteren Merkmalen unter dem Bino schauen, wie z.B. ob die Testa feinpunktiert ist und leichte Längsfurchen. Werner

Re: III.Bitterfelder Bernsteinkolloquium vom 23. -25.5.2013

Verfasst: Sonntag 22. Juli 2018, 20:05
von Bernsteinbub
Hallo Thomas!
Ich war heute zu einem Tagesausflug im Tagebau Profen. Ich fuhr eigentlich ohne Erwartungen dort hin, da ich erwartet habe das man die Grube nicht betreten kann. Dies gestaltete sich jedoch ziemlich leicht. In der riesigen Grube angekommen sah ich dann auch schon die ersten ,mächtigen "Kohle-Wände".
Da ich keine Ahnung hatte wo ich denn überhaupt auf Bernstein stoßen konnte fing ich an in der Kohle herum zu wühlen und das auch sehr erfolglos.
Ich als frischer Bernsteinfreund habe also keine Ahnung wonach genau ich suchen muss , um auf Bernstein zu stoßen.
Ich hoffe du hast ein paar nützliche Tipps oder Informationen für mich.BildBildBild

Liebe grüße Richard

In Anhang noch ein paar Fotos von der Grube und von meinem ungefähren Standpunkt:
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