Bericht: Die columbianus Zone/Alaun 2/ Nor/Obertrias ...

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Moderator: Sönke

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amaltheus
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Bericht: Die columbianus Zone/Alaun 2/ Nor/Obertrias ...

Beitrag von amaltheus » Donnerstag 25. November 2010, 12:56

Hallo Andreas,

vielen Dank für den in jeder Beziehung toll gemachten Bericht:

"Die columbianus Zone/Alaun 2/ Nor/Obertrias in den Hallstätter Kalken"

http://www.steinkern.de/fundorte/austri ... alken.html

Ich finde es immer wieder interessant, wie manigfaltig die Ammoniten
in der Vor-Jura-Zeit schon waren. Schad drum dass der "Germanische Trias" ... sprich: Muschelkalk ...
in keiner Weise mit der Vielfalt an Gattungen und Arten der alpinen Trias mithalten kann.

Von mir aus kannst Du noch viele solche Beiträge einstellen.

Gruß Thomas

P.S. Eigentlich schade, dass der alpine Trias und auch Lias hier auf Steinkern eher etwas zu kurz kommt. Deshalb freue ich mich über
jeden Beitrag von Dir oder von Kurt ... oder von jemand anderen.
Zuletzt geändert von amaltheus am Donnerstag 25. November 2010, 16:25, insgesamt 1-mal geändert.

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trashman
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Beitrag von trashman » Donnerstag 25. November 2010, 14:01

Hallo,

ja ein wirklich beeindruckender Bericht und für mich als Laien, mit dieser Fülle an Informationen nur schwer verständlich,aber schier Unglaublich diese Artenvielfalt als Fossile Überlieferung.
Ich bin durch diesen 2.Bericht auf den ersten gestoßen:

http://www.steinkern.de/fundorte/austri ... siert.html

und habe auf den Tafeln etwas entdeckt, was ich auf einer meiner Muschelkalkplatten aus Glöthe Sachsen-Anhalt, zuordnen könnte. Und zwar auf Tafel 1 Abb. 1c.
Nur was ist ein: Metapolygnathus spatulatus spatulatus ?
Ich habe im Netz nichts dazu gefunden.
Werde mal ein Bild machen unter Trias reinstellen.


schöne Grüße
Heiko
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Tapir
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Beitrag von Tapir » Donnerstag 25. November 2010, 14:09

Ein wunderschöner Bericht mit sehr schönen Fossilien!!!

Besonders die Formenvielfalt der triasischen Ammoniten, die sich ja kaum in dem "Randmeerbrei" der Germanischen Trias wiederspiegelt finde ich faszinierend (Aussagen lassen sich aber aus den verarmten heimischen Faunen wie auch aus der hohen Diversität der alpinen Ablagerungen herleiten)
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Paul Winkler
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Beitrag von Paul Winkler » Donnerstag 25. November 2010, 15:44

Hi Andreas!

Auch von mir vielen Dank für diesen wirklich gelungenen Artikel! :D


Liebe Grüsse Paul

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amaltheus
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Beitrag von amaltheus » Donnerstag 25. November 2010, 16:24

Wie sah die Meerverteilung damals denn aus ?
Es gab wohl eher keine Meeresverbindung zwischen dem Meer das
die heutige germanische Trias wiederspiegelt und dem Gebiet, in
dem die Entwicklung Triasammoniten geradezu "explodiert" ist !?
Ja ... das interessiert selbst mich als Lias Sammler warum 2 Ablagerungsräume so
unterschiedliche Faunen hervorbrachten.

Gruß Thomas

Tapir hat geschrieben:Ein wunderschöner Bericht mit sehr schönen Fossilien!!!

Besonders die Formenvielfalt der triasischen Ammoniten, die sich ja kaum in dem "Randmeerbrei" der Germanischen Trias wiederspiegelt finde ich faszinierend (Aussagen lassen sich aber aus den verarmten heimischen Faunen wie auch aus der hohen Diversität der alpinen Ablagerungen herleiten)

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Beitrag von kreidefossil » Donnerstag 25. November 2010, 16:51

Die Beiträge haben mir sehr gefallen. Schöne Stücke dabei.

Für einen ersten Eindruck der Paläogeographie hilft der Blick in die Zieglerkarten (z.B. hier: http://books.google.de/books?id=0KXptTY ... er&f=false).

Den Atlas von MOJSISOVICS, 1893 gibt es im Übrigen hier:
http://books.google.com/books?id=MV5NAAAAYAAJ (Download nur mit US-Proxy)

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Tapir
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Beitrag von Tapir » Donnerstag 25. November 2010, 18:11

amaltheus hat geschrieben:Wie sah die Meerverteilung damals denn aus ?
Es gab wohl eher keine Meeresverbindung zwischen dem Meer das
die heutige germanische Trias wiederspiegelt und dem Gebiet, in
dem die Entwicklung Triasammoniten geradezu "explodiert" ist !?
Ja ... das interessiert selbst mich als Lias Sammler warum 2 Ablagerungsräume so
unterschiedliche Faunen hervorbrachten.

Gruß Thomas
Ohne den Triasspezis vorgreifen zu wollen:

Die meiste Zeit war die Germanische Trias an ein flaches, relativ abgeschlossenes Becken geknüpft, das in Spanien genauso entwickelt war wie in Thüringen. Daran gekoppelt sind ganz besondere Paläoökolgische Parameter wie Salinität, Sauerstoff, etc. Besonders gut erkennt man das an der Diversitätsverteilung von Crinoiden, anhand derer man auch ehemalige Geographische Schwellen/Zuflüsse rekonstruieren kann. Bedauerlicherweise gibt es sogut wie keine Aufschlüsse aus dem Beckenzentrum (der einzige den ich kenne liegt fast nebenan: Rüdersdorf bei Berlin).

Hier mal ein Link zu einer netten Karte des Mm

http://jan.ucc.nau.edu/~rcb7/240Marect.jpg

und des Mo

http://jan.ucc.nau.edu/~rcb7/220Marect.jpg

Die Alpenfaunen hingegen entsprechen dem offenen Meer, da ähnelt sich dann auch das Bild von Österreich und Timor. Ein Gebiet das dem rezent ähnelt fällt mir nicht ein, vielleicht in weitaus kleinerem Maßstab die Ostsee und der Atlantik.

Ich muß dazu sagen dass ich aber nur einen kleinen Überblick über den Muschelkalk habe und den Rest der Trias nicht gerade auf Abruf im Kopf sehe.
Glück auf!

Johannes Kalbe

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tux
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Beitrag von tux » Donnerstag 25. November 2010, 19:29

Immer wieder klasse zu sehen , schöner Bericht, nach dem mein erster Anlauf in den alpinen Trias (Wegen Bänderiss <--- zu doof zum laufen) gescheitert ist , macht dieser Bericht noch mehr Lust sich mit dieser Materie auseinander zu setzen.
Grüße
Volker

Steinspatz
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Beitrag von Steinspatz » Donnerstag 25. November 2010, 21:08

Hallo an Alle!

Es freut mich das Euch mein Bericht so gut gefällt. :D Ein dickes Lob auch an Sönke der den Bericht wieder klasse auf die Homepage gebracht hat.

@tux, In welcher Gegend warst Du denn unterwegs als Du dir Dein Band gerissen hast? Hast Du wenigstens eine Kleinigkeit gefunden oder war Deine ganze "Ausbeute" der Bänderriss?
Diese vermoosten Blöcke sind schon ziemlich tückisch wenn es nass ist.

Zur Diskussion Muschelkalk/alpine Trias möchte ich anmerken das weitaus der größte Teil der Triasablagerungen in den Kalkalpen aus Plattformkalken(ehemalige Riffe und Lagunen) besteht. Die Hallstätter Kalke aber werden als Becken bzw. Schelfablagerungen interpretiert und sind nur ein verschwindend kleiner Teil der gesamten alpinen Trias.

Verbindungen zum Muschelkalk Meer hats sicherlich mehrmals gegeben. Irgendwoher müssen ja die Ceratiten Urväter auch hergekommen sein.
Mein Favorit ist diesbezüglich die "schlesische Pforte" weniger die burgundische Pforte.
Allein die Häufigkeit der Funde von "exotischen" Ammoniten im Muschelkalk spiegelt das wider.
Bei den Conodonten ist der Trend gleich.
Übrigens gibt es so etwas Ähnliches wie Muschelkalk auch bei uns.
Gutensteiner und Reiflinger Kalke.

Achtung jedoch was die Ablagerungszeit der Hallstätter Kalke(oberstes Anis bis Rhät) angeht. Die Ablagerungszeit der Hallstätter Kalke fällt zeitlich bei euch zum Großteil in den Keuper!

@ Butzze, Metapolygnathus spatalus ist ein sog. Conodont. Größe rund 1mm. Das sind die "Zähnchen" vom sog. Conodontentier.

Grüße Andreas
Zuletzt geändert von Steinspatz am Donnerstag 25. November 2010, 21:58, insgesamt 1-mal geändert.

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marmoreum
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Beitrag von marmoreum » Donnerstag 25. November 2010, 21:13

Respekt!
Als Einmal-Dabeigewesener und Nichtsfindender trotz sprichwörtlicher Spürnase darf ich urteilen:
der Wahnsinn!
Weiter so!
Laßt uns die Alpen abgraben.
Kurt
es is nimmer weit, aber es ziagt si!

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Beitrag von Tapir » Donnerstag 25. November 2010, 21:18

Steinspatz hat geschrieben: Verbindungen zum Muschelkalk Meer hats sicherlich mehrmals gegeben. Irgendwoher müssen ja die Ceratiten Urväter auch hergekommen sein.
Mein Favorit ist diesbezüglich die "schlesische Pforte" weniger die burgundische Pforte.
Allein die Häufigkeit der Funde von "exotischen" Ammoniten im Muschelkalk spiegelt das wider.
Bei den Conodonten ist der Trend gleich.
Übrigens gibt es so etwas Ähnliches wie Muschelkalk auch bei uns.
Sicher. Ich kenne das Crinoidenbeispiel. Und gerade Echinodermen sind relativ empfindlich wenn es um Salinitätsschwankungen geht. Das meinte ich auch dass man beide Ablagerungsbereiche im Kontext sehen muß damit es Richtig interessant wird.
Glück auf!

Johannes Kalbe

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tux
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Beitrag von tux » Donnerstag 25. November 2010, 22:05

Das darf ich eigentlich gar nicht erzählen, ich war bei Russbach unterwegs, nicht einmal beim sammeln sondern einfach bei einer kleiner Wanderung das Wetter war nicht sehr gut. Auf dem Rückweg bin ich dann doch mal durchs dortige Bachbett, eine ca 1,5m hohe Kante runtergehüpft und den Untergrund einfach falsch eingeschätzt.
Dumm gelaufen......
Sammeltechnisch war ich im Altausee und Sandlinggebiet mit abstecher in die Gollinger Schollenzone unterwegs. Eine kleiner Stufe habe ich auch mitgebracht, die allerdings noch auf die Präparation wartet. War der erste Anlauf in den alpinen Trias, und ich denke nicht der letzte. Auch wenn man nichts findet wird man durch die Landschaft entschädigt.
Aber es stimmt schon die vermoosten Blöcke sind sehr tückisch.
Grüße
Volker

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Triassammler
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Beitrag von Triassammler » Donnerstag 25. November 2010, 22:41

Hallo!

Vielen Dank für diesen tollen Bericht in herbstlichen Farben! :D
Als durchschnittlicher Finder meist halbgarer Steinkernceratiten staunt man nicht schlecht in Anbetracht dieser Formenfülle und schönen Erhaltung!

Eine Anmerkung zu der paläogeografischen Diskussion: Obwohl heute die Germanische und die Alpine Trias räumlich nahe beieinander liegen und man daher eigentlich mehr Ähnlichkeiten in der Fauna annehmen sollte, als tatsächlich gegeben sind, lagen beide Sedimentationsräume in der Trias noch Hunderte Kilometer voneinander entfernt. Erst die Auffaltung der Alpen ab dem Jura mit der damit verbundenen Krustenverkürzung (die Horizontaldistanz wurde sozusagen vertikalisiert) führte die beiden Fazieskomplexe so nahe zueinander. Entsprechend lagen beide Gebiete während der Trias auch durchaus in etwas unterschiedlichen Klimazonen. Analog dazu wurden auch innerhalb der Alpen verschiedene Faziesbereiche des Tethysrandes näher aneinander gerückt, als dies ursprünglich der Fall war.
Die Frage, welche ursprüngliche Horizontaldistanz in den Alpen durch Faltung und Deckenstapelung auf heute max. 200 km reduziert wurde, ist wegen des äußerst komplizierten Baus des Gebirges nach Jahrzehnten immer noch Gegenstand anhaltender Forschungen. Konservative Schätzungen gehen von mindestens 1000 km aus, an anderen Stellen ist auch von 1500 km die Rede. D. h., ein Punkt am heutigen Nordrand der Alpen lag in der Trias mindestens 1000 km von einem Punkt am heutigen Südrand entfernt! Das erklärt sehr anschaulich die Faunenunterschiede selbst innerhalb der Alpinen Trias.

Gruß,
Rainer
The way we win matters.
-- A. E. Wiggin

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1haustier
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Beitrag von 1haustier » Donnerstag 25. November 2010, 22:55

Hallo,
auch ich fand den Bericht sehr Informativ und war schon am verzweifeln.
Aber Rainer sei Dank habe ich es jetzt kapiert.


LG Peter
Man muss in den Dreck hineinschlagen,
um zu wissen wie weit er spritzt.

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BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » Donnerstag 25. November 2010, 23:17

Hallo Andreas,

in der Tat ein toller Bericht und wie immer bin ich neidisch auf das Naturerlebnis, das Ihr Alpensammler Euch natürlich hart erarbeitet.
(Vielleicht sollte ich auch mal extra weit weg parken und um den Steinbruch drumherumlaufen))

Ich hoffe, der Link unten ist auch für Dich interessant.

@all
so nebenbei gibt es hier noch zu unserem Tümpel einiges zu lernen, schöne Links zum germanischen Becken!

Hier ist noch ein Link zu einem Ammo-Exoten aus dem Muschelkalk (die MuKa-sammler werden ihn schon kennnen).

http://www.trias-verein.de/fdm.php?fotm ... om=archive

Chao, STefan
Der Schein
Das Sein

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