Bohrende Organismen im Mainzer Becken

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Moderator: Sönke

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Foram
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Beitrag von Foram » Freitag 22. Januar 2010, 11:34

sargentodoxa hat geschrieben:Ein Problem geht mir da nicht aus dem Kopf: Wie unterscheidet man die Bohrlöcher der Muscheln von denen der bohrenden Insekten?
Auf diese Frage hat man mir mal geantwortet: Sind es marine Schichten, dann Bormuschel, sind es limnische, dann Insekten. Irgentwie hat mich das nie überzeugt, den was ist mit ins Meer eingespülte von Insekten angebohrte Treibhölzer?
Gute Frage und gutes Argument. Die Gänge von Bohrmuscheln werden in der Regel noch mit Kalk ausgekleidet, was Insekten nicht machen. Allerdings ist diese Kalkschicht nicht immer erhalten. Die Stücke aus dem Mainzer Becken zeigen sie aber noch vereinzelt und entsprechen auch sonst dem typischen Bohrmuschelbild. Ich weiß nicht, wie ähnlich die Bohrgänge von Insekten denen von Bohrmuscheln sein können, aber wenn man an einem Holzstück nur von außen die Öffnung sieht und sonst nichts, dann kann das im Einzelfall wohl schon problematisch sein.

Viele Grüße
Kai

sargentodoxa
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Beitrag von sargentodoxa » Samstag 23. Januar 2010, 12:50

hallo Kai
In den sauren Tgb. ist die Kalkauskleidung nicht mehr vorhanden. Ich glaube mit kleinen Stücken kommt man da auch nicht weiter. Man müßte sich das "Bild" auf größeren Stämmen anschauen und dann versuchen das ganze nach innen aufzubrechen. Meine Beobachtungen sind in der Lausitz über 10 Jahre her und waren nur so nebenbei. Hinzu kommt noch die Aktivität rezenter Insekten! Welche nutzen nur die Bohrlöcher und welche nagen in diesen verkohlten Xyliten eigene Gänge? Liegen diese Stämme mehrere Wochen ist es schon möglich. Da ich in aufgebrochenen Stämmen Mulm und Chitin-Reste fand schien es mir klar - rezent. Dann machte mich ein Forscher auf eine Arbeit aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts aufmerksam, wo diese Spuren ins Tertiär gestellt wurden! Das die Chitinreste dem sauren Mileu trotzen war mir aus Proben, die häufig tertiäre Insektenkokons enthielten eigentlich bekannt und pliozäne Käferflügeldecken kenn ich aus dem rheinischen Revier. All dies macht es nicht leichter.
Gruß Werner

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