Der lange Weg des Phoenix oder von Menschen und der DHL

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Moderator: Sönke

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Bernhard Jochheim
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Beitrag von Bernhard Jochheim » Donnerstag 12. Februar 2009, 21:49

Hallo Leute,
ich nehme auch seit Urzeiten Holzleim, es ist stabil und lässt sich mit genügender Erfahrung gut verwenden.
Nachteile sind z.B. das das Gemisch beim Trockenprozess schrumpft, vor allem wenn zu wenig Getseinsmehl verwendet wird, zudem bilden sich auch gerne Risse. Die Verarbeitung ist auch nicht ganz einfach, da das Zeug sehr klebrig ist. Ich "mehle" mir die Finger beim Verarbeiten mit Gesteinsmehl ein, damit es nicht so klebt. Hat man es aber raus, Verarbeitung, Farbgebung usw. ist es eine gute Methode, die in meinen Augen noch am authentischsten ist, zumindest wenn man Orginalgestein verwendet.
Tschüss
Bernhard

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Paul Winkler
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Beitrag von Paul Winkler » Donnerstag 12. Februar 2009, 22:21

Profipräparatoren arbeiten mit anderen Füllstoffen. Doch verraten tun sie das nicht. Betriebsgeheimnis sozusagen.
Hi!

Möchte mich nicht gerade als Präparationsprofi bezeichnen. Trotzdem habe ich etliche Jahre beruflich mit Steinen zu tun gehabt. Schon zu Anfang dieser "Karriere" (irgendwann Mitte der 70er) war in der professionellen "Steinkosmethik" der Name "Akemi" mit diversen Produkten erste Wahl. Davon machten wir auch ausgiebig Gebrauch. (Nach dem Motto: wer nicht richtig arbeiten kann , sollte wenigstens das Pfuschen beherrschen... :wink: ) Sehe ich mir die Angebotsliste diverser Anbieter von Sammlerbedarf an, tauchen Akemi-Produkte auch hier auf. Keine Geheimnisse. Das Einzige, was ein bisschen auszupropbieren gilt, ist, mit welcher Mengenzugabe welchen Gesteinsmehls (Farbe) man sich dem Farbton des zu ergänzenden Stückes schon so weit annähert, dass man kaum noch nachfärben muss.
Ich persönlich greife bei Doggermaterial gerne auf Ake-Pox 2-Komponentenkleber zurück. Je mehr Gesteinsmehl ich beimische, desto natürlicher sieht das Endergebnis aus. (Aber auch hier gilt: irgnendwann hat der Kleber seine Sättigungsgrenze erreicht. :wink: )
Bei Malmmaterial müsste der Gesteinsmehlanteil sehr hoch dosiert werden, da die Fossiloberfläche eh etwas matter als "Doggerschale" ausfällt. Aber da kann man hinterher noch Einiges durch Gesteinsmehlbeimengung in Steinkonservierer ausgleichen.
Fröhliches Experimentieren! Da gibt's soweit ich weiss, auch Probiergebinde zu kaufen. :D

Liebe Grüsse Paul

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Ahorn
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Beitrag von Ahorn » Donnerstag 12. Februar 2009, 22:39

tolle Arbeit, und wunderschönes schaustück.

ich arbeite mit Akemi Marmorkitt verschiedener pastösen varianten bzw mische auch viele arten untereinander, flüssig mit pastös, dadurch kann man auch die anziehzeit steuern und beschleunigen, teilweise auch alls endformmasse bei kleinabgüssen anwendbar, weiters sehr viel in einsatz Mowilith Polymerisat in Granulatform, mit zugabe von Aceton je nach anwendung dickteigig bis teilweise spurenelementen zu festigungszwecke.
die gesteinsmehlsammlung besitze ich auch in vielen jahren gesammelt, weiters sogenannte Erdfarben aus Malerbedarfspezialgeschäften in Pulverform, ( ist die basis für viele Lacke und farben ) wie der name schon sagt viele sehr viele Farbnuancen erhältlich, so wie es zu Akemi farbpasten in zubehörgeschäften für Steinmetze gibt, für fast alle gesteinsarten die verarbeitet werden.

weiters restgesteinsstücke, die bei fehlstellen eingepasst werden , mit Akemi überstehend eingeklebt und anschliessend mit Stichel , Schaber , Druckluftstichel in form gebracht wird, etwas unter die oberfläche des originals, anschliessend der bereich abgedeckt ( fehlstelle frei ) und mit verdünnten Mowi eingesprüht, anschliessend mit einem sieb eine farbliche abgestimmte steinmehl/ farbpulvermischung aufgestreut, nach dem abtrocknen je nach rauhigkeit der fossiloberfläche angepasst, und abschliessend Fluartiert, bzw Steinpflegemittel auf wachsbassis bzw Steinpflegepaste, sollte es glänzen ( bei optischen freude stücken!) mit dem Haarföhn leicht erwärmt. :wink:

Gips, habe ich total verbannt, alle alten stücke im Museum musten nachpräpariert werden, da er irgendwann aufquillt und teilweise auch ausblüht,ebenso UHU mit eingepassten gesteinsstückchen und Akemi geht es ebenso und ist haltbar und teilweise je nach fossil fast der gleiche farbton, wobei ich einen leichten unterschied belasse um die ergänzungsstellen zu erkennen.
bei genauer abstimmung ist auch eine fast unerkenntlichkeit möglich.
bzw. Erkennung nur mehr mit einer feinen Insektennadel oder UV Lampe möglich, besonders wenn man eine abformungs und formauftragstechnik verwendet.um komplizierte struckturen zu ergänzen.

Plattenfossilien präparieren wir auch sehr viel mit Mowilithgemischen besonders bei Miozänen mürben Matrixen, und festigung,
wie gesagt, das Granulat kann man sich nach seinen bedürfnissen ansetzen und den Akemi kann man ebenso abstimmen.

bin zwar kein profi, habe aber viel mit profis im Museum präpariert,
vieleicht gibt es wieder neuere methoden, hoffe ein paar anregungen
beizusteuern.

gruss kurt

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Bernhard Jochheim
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Beitrag von Bernhard Jochheim » Donnerstag 12. Februar 2009, 22:44

Von Akemi habe ich natürlich auch schon gehört und bei Sammelfreunden schon super Ergebnisse gesehen, man kann es wohl auch später gut schleifen, zurechtfeilen usw. Da ich persönlich aber nur im absoluten Notfall Löcher oder Risse fülle und das dann auch nicht unbedingt absolut unsichtbar sein sollte, nur halt nicht ganz so zerfetzt aussehen soll, habe ich auch noch nicht großartig ausprobiert, sondern lieber nach dem besser erhaltenen Stück gesucht. Feine Risse oder auch ein kleines Loch in der Mitte kaschiere ich meist in Sekundenschnelle, indem ich etwas Superkleber einträufle, etwas Gesteinsmehl (vom Orginal) draufpudere - fertig.
Bei Ergänzungen, die echter als echt aussehen bin ich irgendwie skeptisch, wenn es geht sowieso möglichst ohne "Verschönerungen".
Tschüss
Bernhard

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