Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrodus

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Tapir
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Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrodus

Beitrag von Tapir » Mittwoch 12. Dezember 2012, 15:58

Betrifft: http://www.steinkern.de/fossilien-aller ... rodus.html

Ein netter Bericht!

Neben der gründlichen Gegenüberstellung der beiden Arten, die Regionalsammlern sicherlich hilfreich zum Bestimmen eigener Funde sein wird, interessiert mich die Rekostruktionszeichnung, stellt sie doch die größte Herausforderung dar, möglichst viel Bekanntes und möglichst wenig "Grafikpoesie" zusammen zu führen. Deshalb: gibt es Funde kompletter Acrodus'? Mit Wirbelsäule und Hautschatten in situ? Oder kommt der Background für die in der Zeichnung gezeigten Merkmale (gedrungene Körperform, Rückenflossenform- und Stellung, etc.) hauptsächlich aus der Literatur?
Glück auf!

Johannes Kalbe

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"Kalsarikänni is real. It’s about letting go and being yourself, no affectation and no performance"

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Mario Cranium
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Re: Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrod

Beitrag von Mario Cranium » Mittwoch 12. Dezember 2012, 20:02

Der erste komplette Acrodus liegt wohl immernoch zwischen mächtigen Gesteinpaketen, um das mal optimistisch auszudrücken^^
Es gibt einige wenige erhaltene Schädelteile vom Monte San Giorgio, die jedoch, was das äußere Erscheinungsbild angeht, in meinen Augen nicht sehr Aussagekräftig sind. Da fehlen mir entweder die Kenntnisse oder es ist wirklich nicht sehr viel darauf zu erkennen.

Es gibt Photgraphien dieser Erhaltungen in der Arbeit von KUHN (1945): Über Acrodusfunde aus dem Grenzbitumenhorizont der anisischen Stufe der
Trias des Monte San Giorgio (Kt. Tessin), in Eclogae Geologicae Helvetiae, Vol. 38, p. 662-673 (der Artikel ist meines Wissens jedoch nicht in digitalisierter Form frei verfügbar)

Aufgrund der gegebenen Umstände habe ich mich daher hauptsächlich an der wesentlich besser erhaltenen Körperform von Hyobodus orientiert. Die Zeichnung dient deswegen auch nur dazu, den Leser mit einem "optischen Schmankerl" auf den Artikel einzustimmen, und erhebt keinen Anspruch auf besondere wissenschaftliche Wertschöpfung.

Lustigerweise war es genau diese Rekonstruktion, die mich auf das genaue Thema der Arbeit brachte.
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Re: Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrod

Beitrag von cerambyx » Mittwoch 12. Dezember 2012, 22:19

danke für diesen wundervollen Bericht! Werde morgen gleich mal meine Acrodus-Zähne genauer in Augenschein nehmen :)
LG Christian

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:Zahn: suche Zähne aus der Trias und dem Jura Mitteleuropas, sowie Trittsiegel :Saurier:
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Re: Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrod

Beitrag von bener83 » Donnerstag 13. Dezember 2012, 15:51

Deine Arbeit hat mir sehr gut gefallen, zumal ich nun zusätzlich die Lage im Gebiß, der von mir gefundenen Asteracathus-Zähne nachvollziehen kann.
Gruß von Liane

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AndyM
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Re: Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrod

Beitrag von AndyM » Donnerstag 13. Dezember 2012, 18:58

Danke für diesen interessanten Bericht!
Gruß
Andreas

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amaltheus
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Re: Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrod

Beitrag von amaltheus » Donnerstag 13. Dezember 2012, 19:43

Hallo Mario,
vielen Dank für deinen Bericht.
Ich besitze leider keinen Acrodus Zahn sondern höchstwahrscheinlich "nur"
einen Polyacrodus-Zahn ... und zudem ist er aus dem Jura und nicht aus der Trias wie
die Funde in deinem Beitrag.

viewtopic.php?f=34&t=1146&p=8777&hilit=acrodus#p8777

Es ist ein tolles Gefühl so einen Zahn (ob nun Acrodus oder Polyacrodus) zu finden und zu besitzen.
Sind aufgrund ihrer Form schon was Besonderes.

Gruß Thomas

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Re: Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrod

Beitrag von klausrd » Samstag 15. Dezember 2012, 00:02

Hallo Mario,

Auch von mir ein Dankeschön für Deinen Bericht. Ein paar Acroduszähne aus den Trias habe ich auch, welche ich nun genauer anschauen werde.

Hallo Thomas,

Ich kann mir nicht helfen, aber Dein Haizahn gehört für mich eher zu einem Hybodus, vielleicht Hybodus medius, oder ist die Bestimmung zur Gattung Polyacrodus, da diese ähnlich wie Hyboduszähne aussehen, gesichert?
Wie die Zähne vom Hybodus im Hauff-Museum aussehen, falls erkennbar, kann ich leider nicht sagen. Auf alle Fälle ist Dein Fund für den unteren Toarc in Süddeutschland bestimmt sehr selten.

Gruß Klaus

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Mario Cranium
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Re: Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrod

Beitrag von Mario Cranium » Samstag 15. Dezember 2012, 21:41

Ich denke an dieser Stelle lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in

CAPPETTA (2012): Chondrichthyes Mesozoic and Cenozoic Elasmobranchii: Teeth, Verlag Dr.
Friedrich Pfeil, München.

Das Buch ist nämlich nicht nur sehr umfangreich, sondern auch sehr aktuell. Jedoch ist das Ding nur für Leute mit dickem Geldbeutel erschwinglich :wink:

Ich hab die Hyoboduszähne bisher nur aus dem Rhät gesehen, da sahen sie jedoch deutlich anders aus (mehr wie dreispitzige Zähne heutiger räuberisch lebender Haie). Würde bei deinem instinktiv auch eher in Richtung Polyacrodus gehen.

Gruß Mario
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Jens K.
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Re: Einordnung der südwestdeutschen mitteltriassischen Acrod

Beitrag von Jens K. » Donnerstag 17. Januar 2013, 14:52

Mario Cranium hat geschrieben:Der erste komplette Acrodus liegt wohl immernoch zwischen mächtigen Gesteinpaketen, um das mal optimistisch auszudrücken^^
Es gibt einige wenige erhaltene Schädelteile vom Monte San Giorgio, die jedoch, was das äußere Erscheinungsbild angeht, in meinen Augen nicht sehr Aussagekräftig sind. Da fehlen mir entweder die Kenntnisse oder es ist wirklich nicht sehr viel darauf zu erkennen.

Es gibt Photgraphien dieser Erhaltungen in der Arbeit von KUHN (1945): Über Acrodusfunde aus dem Grenzbitumenhorizont der anisischen Stufe der
Trias des Monte San Giorgio (Kt. Tessin), in Eclogae Geologicae Helvetiae, Vol. 38, p. 662-673 (der Artikel ist meines Wissens jedoch nicht in digitalisierter Form frei verfügbar)

Aufgrund der gegebenen Umstände habe ich mich daher hauptsächlich an der wesentlich besser erhaltenen Körperform von Hyobodus orientiert. Die Zeichnung dient deswegen auch nur dazu, den Leser mit einem "optischen Schmankerl" auf den Artikel einzustimmen, und erhebt keinen Anspruch auf besondere wissenschaftliche Wertschöpfung.

Lustigerweise war es genau diese Rekonstruktion, die mich auf das genaue Thema der Arbeit brachte.
Hallo,

möchte darauf hinweisen, dass es die Arbeit in digitaler Form gibt.

Ich verlinke mal die Startseite, der Download des PDF ist auch möglich, dauert aber sehr lange.

http://retro.seals.ch/digbib/view?rid=e ... &id2=&id3=

da man das halbe Buch downloaden muss.

http://retro.seals.ch/cntmng?type=pdf&r ... subp=hires

lg,
Jens

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