Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zentrum

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Moderator: Sönke

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amaltheus
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Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zentrum

Beitrag von amaltheus » Mittwoch 7. November 2012, 13:32

Betrifft:
Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zentrum
http://www.steinkern.de/fossilien-aller ... ntrum.html

Hallo Sönke,

vielen Dank für den Bericht über die Pyrit-Coroniceraten von Bielefeld.
Eine solche Erhaltung kann man bei uns im Süden leidern nicht finden.
Toll dass Du deine Lücken im Lias so Schritt für Schritt schließen kannst.

Wie sieht es mit größeren Ammoniten (+ 10cm) und deren Erhaltung in den Tonen aus ?
Findet man überhaupt in den Tonen Reste von größeren Ammoniten oder sind die eher
auf die Kalkbänke beschränkt ?

Gruß Thomas

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Wolfgang
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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von Wolfgang » Mittwoch 7. November 2012, 15:22

Servus

Wieder mal ein genialer Bericht von Sönke.
Was würde ich für einen solchen Aufschluss bei mir in der Gegend geben... :cry:

Grüße
Wolfgang
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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von Karsten » Mittwoch 7. November 2012, 16:36

Wolfgang hat geschrieben:Servus

Wieder mal ein genialer Bericht von Sönke.
Was würde ich für einen solchen Aufschluss bei mir in der Gegend geben... :cry:

Grüße
Wolfgang
Das kannst Du wohl laut sagen...

Sönke, toller Bericht, Danke dafür.
Ist das auch in der Nähe von dem Tunnel, glaub da steht heute auch noch ein Multiplaxkino daneben, bin ich da richtig orientiert? Hab ebim Bau der Schnellstraße vor 20 Jahren auch Coroniceraten in Pyriterhaltung da gefunden. War ein genials Suchen damals....
Grüße aus Kirchhellen,
Karsten

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Sönke
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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von Sönke » Donnerstag 8. November 2012, 16:04

Hallo Ihr Drei,

danke für das Feedback!

Ja, so langsam schließen sich für mich immer mehr stratigrafische Lücken. Wenn es schon von vielen Schichten keine zusammenhängenden Profile in Tongruben mehr gibt, so werden Baustellen um so relevanter um auf lange Sicht ein relativ vollständiges Bild des heimatlichen Unterjura in der Herforder Liasmulde zu erhalten. Ob Toarcium, Pliensbachium, Sinemurium oder Hettangium - es war schon alles dabei. Im Toarcium klaffen noch die größten lokalen Sammlungslücken bei mir, aber auch hier gab es in diesem Jahr eine kleine Baustelle. Siegfried hat von dort schon einen super erhaltenen Phlyseogrammoceras in die Galerie gestellt.

Thomas, ich wäre (wegen der "Haltbarkeitsgarantie") froh, wenn bei uns die Ammoniten auch eher als Kalzitkerne vorlägen, wie bei Euch. In der beschriebenen Heeper Bucklandi Bank und der Rotiforme Bank gibt es auch bei uns große Arieten, jedoch sah ich nur ein Bruchstück. Ich habe alle Bruchflächen der herumliegenden Brocken angeschaut, leider aber keinen Rücken herausragen gesehen.
Im Tonstein jenseits dieser Bankfolge waren einige Abdrücke zu sehen, die auf Arieten von rund 15 cm deuteten. Ein Bruchstück aus der Bank gehörte zu einem Ammoniten, der sicherlich einen Enddurchmesser von 40 cm gehabt hätte.

Leider waren unmittelbar in den Tagen, wo der Aufschluss noch existierte die Westdeutschen Mineralientage. Am Donnerstag als ich beim Aufbau war, wurde die Sohle noch mal einen halben Meter vertieft, da hätte man sicherlich noch gut finden können - aber man kann nicht alles haben.
Ich habe den Einleitungsteil zum Bericht bewusst relativ ausführlich gehalten, da man bei der Erkundung von Fundstellen oftmals doch sehr am Ball bleiben muss, gerade um so ein kleines Zeitfenster nutzen zu können.

Wolfgang, mir würden auch ein paar Fundstellen bei Euch einfallen, die ich hier gerne "so um die Ecke" liegen hätte. :lol:

Karsten, sind Deine Stücke stabil? War damals auch das Verhältnis von schlechten zu guten Ammoniten so ähnlich wie im neuen Aufschluss, wo man auf ein Dutzend Ammoniten höchstens einen etwas besseren dabei hatte?
Ich hatte im damaligen Aushub vom Ostwestfalen-Tunnel immer mal gesucht und auch 3-4 ganz gute Coroniceraten gefunden, von denen jedoch einer blüht. Komischerweise ist es derjenige, der in einer Plexiglasschachtel noch am ehesten von Sauerstoffzufuhr abgeschlossen ist.
Der Tunnel dürfte unmittelbar neben der Baustelle unterirdisch verlaufen.

Viele Grüße
Sönke

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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von Karsten » Donnerstag 8. November 2012, 18:40

Ja, meine sind bisher stabil. Damals haben wir hauptsächlich Schlotheimien gesucht, hab nur ein paar Coroniceraten und Psiloceraten aus den unteren Schichten, die sind aber auch weitestgehend stabil. Was die Erhaltung angeht war es ähnlich, wenn ich mir richtig erinnere. Der Frank kann da vielleicht auch noch was zu sagen....
Grüße aus Kirchhellen,
Karsten

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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von Brösel » Freitag 9. November 2012, 03:10

Guten Morgen,

Sehr schöner Bericht Sönke!
Echt schade das man bei uns kaum so was finden kann.
Aber wer weiß, am ende kommt ja mal eine Baustelle
am richtigen Ort und wir finden auch mal was
aus dem Horizont.

Grüße und gut Fund
Brösel

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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von Sönke » Sonntag 3. März 2013, 21:01

Hallo zusammen,

zunächst mal Entschuldigung Brösel, ich habe mich noch gar nicht für Deinen Kommentar bedankt, was ich hiermit nachholen möchte.

Letzte Woche strahlte ich einige Fossilien. Da noch etwas Druck auf dem Kessel des Kompressors war, den ich nach Fertigstellung der anderen Projekte nicht ungenutzt verpuffen lassen wollte, griff ich mir noch eine handvoll "pyritverbackener" (oder auch "verwunschener") Coroniceraten aus der Jobcenter-Baustelle (inzwischen schreitet der Hochbau schon zügig voran) im Bielefelder Zentrum.
Erstaunlicherweise erwies sich die vermeintliche "Leiche" eines mit 63 mm Durchmesser bereits recht großen Exemplars als deutlich besser als erwartet. Das Exemplar war so dünn, dass ich eigentlich dachte, dass die Präparation kaum lohnen würde, ist aber zu einem ordentlichen Belegstück geworden. Ein kleineres nicht ganz vollständiges Stück von 35 mm Durchmesser präparierte ich ebenfalls noch und zeige es ebenfalls an dieser Stelle. Das motiviert doch, irgendwann bei den restlichen Rohlingen auch noch einen Versuch zu starten.

Viele Grüße
Sönke
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coroniceras-gross.jpg
Coroniceras sp., 63 mm, Bielefeld-Zentrum
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coroniceras-gross-rueckseite.jpg
Rückseite des 63 mm Coroniceras - so eine ähnlich dürftige Erhaltung hatte ich zunächst für die andere Seite auch erwartet, wurde dann aber positiv überrascht.
coroniceras-gross-rueckseite.jpg (135.98 KiB) 15700 mal betrachtet
coroniceras-klein.jpg
Trotz Fehlstelle optisch noch recht ansehnliches Exemplar eines 35 mm Coroniceras sp. aus der Jobcenter-Baustelle im Bielefelder Zentrum / Oktober 2012.
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GP
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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von GP » Sonntag 23. März 2014, 22:14

Hallo Zusammen,

hoch eine kleine Ergänzung zu Bielefeld Zentrum und Jobcenter!!!

Ich habe auch nochmal über die Aufschüttung am ende der Baustelle gucken dürfen.
Und nach dem ich noch eine Ammoniten gefunden habe, kam die Überraschung!

Dinoalarm!!!

Naja immerhin ein kleine Wirbel :wink:

Grüße
GP
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Seimän
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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von Seimän » Sonntag 23. März 2014, 22:17

Wolfgang hat geschrieben:
Was würde ich für einen solchen Aufschluss bei mir in der Gegend geben... :cry:
Sagt einer, der über mangelnde Aufschlüsse nun wirklich nicht zu klagen braucht... :bg: :wink:

Simon

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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von Sönke » Sonntag 6. April 2014, 13:52

Hi Gerhard,

huch, toller Fund, Glückwunsch!

Hast Du Bilder von der Aufschüttung? Ich hatte das Thema gedanklich längst abgehakt, da steht ja nun ein riesiges Hochhaus auf der einstigen Baugrube.

Viele Grüße
Sönke

manuel
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Re: Coroniceraten in Schwefelkieserhaltung aus Bielefeld-Zen

Beitrag von manuel » Sonntag 6. April 2014, 14:04

Toller Wirbel, :eek:

etwas abgerollt. Dürfte vom Ichthyosaurier stammen.
Mal nicht aus Holzmaden, mehr davon :clap:

Grüße
Manuel

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