Präparation eines unbekannten Caturiden aus Eichstätt

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Thomas_
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Präparation eines unbekannten Caturiden aus Eichstätt

Beitrag von Thomas_ » Montag 19. Dezember 2011, 14:41

Link: http://www.steinkern.de/praeparation-un ... taett.html

Hallo Falk!

Es ist immer schön deine lebendigen Präparationsbeschreibungen zu lesen. Man kann so richtig schön mitfiebern, wenn die Widrigkeiten kein Ende nehmen wollen.

Am Ende ist aber doch wieder ein sehr schönes Stück dabei rausgekommen.

Die Zähne vom dem Tierchen sind wirklich sehr beeindruckend.

Bin gespannt, was du so über den Winter aus dem Plattenkalk rausholst.

Thomas

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wasur
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Beitrag von wasur » Montag 19. Dezember 2011, 19:27

Hallo Thomas,
ich danke Dir für deinen freundlichen Beitrag. Es freut mich, dass Du und
einige andere Leser meine Präparationsberichte mit Interesse verfolgen.
Trotz aller Widrigkeiten, versuche ich meistens, eine gewisse Art von Humor und "Selbstironie" mit einfließen zu lassen, was natürlich nicht immer gelingt. Da gibt es während der Präparation mitunter auch Situationen, die völlig außer Kontrolle geraten und mich in meinem "Kämmerlein" zu verbalen "Unmutsäußerungen" schlimmster Art verleiten, die eher nicht "druckreif" sind.
Ja, Thomas, was die Präparation im Winter heuer angeht, da sieht es eher "mau" aus. Da liegen noch ein großer "Tintler" aus dem Hobbybruch und ein "Eryon" aus Solnhofen in meinem Keller.
Der Tintenfisch ist leider dermaßen "zerdeppert", dass da eine Menge "Klebearbeit" zu machen ist, ( mit Übertragung und so .. ) was bei den eisigen Temperaturen eher schwierig zu bewerkstelligen sein dürfte.
Ich habe ja keine Heizung in meinem Präparationskeller... .
Ein Versuch mit einem "Radiator" war auch nicht gerade optimal:
Die dem Gerät zugewandte Körperseite erfreute sich tropischer, bzw. subtropischer Erwärmung, während die abgewandte Seite temperaturtechnisch eher "polare"Ausmaße annahm... .
Das "kleidungstechnische Zwiebelprinzip" ( einschließlich der in Auflösung begriffenenen, uralten "Salewa - Daunenjacke" ) war auch nicht gerade des "Pudels Kern", zumal meine Füße zu "gefühllosen Eisstelzen" mutierten- dabei lief die Nase und das "Bino" war dauernd beschlagen ... Mmhh...
Was den "Stockkrebs" betrifft, so liegt dieser - nach anfänglichen Präparationsversuchen - eher jungfräulich in meinem "Eiskeller" 'rum und wartet auf sein "Tageslichterlebnis".
Schade nur, dass das Teil von der Bauchseite zu sehen ist - so müssen 'halt die filigranen Beine äußerst vorsichtig freigelegt werden - das bremst meinen "Präparationsenthusiasmus" doch ungemein... .
Aber irgendwann werde ich das Tierchen von seinem "Steinpanzer" befreien - versprochen ...
Jetzt habe ich mich 'mal wieder "verquatscht" - sorry ... .
Schöne Grüße
Falk
PS.: Übrigens würde ich mich über eine "konstruktive Kritik" durchaus freuen und habe da keinerlei Berührungsängste. Für Tipps bin ich immer dankbar. In diesem Sinne - einfach "posten" ... .

reinhardt
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Beitrag von reinhardt » Montag 19. Dezember 2011, 20:08

Hallo Falk,

zwar gänzlich unbekannt wie wir zu einander stehen möchte ich mir doch erlauben anzumerken, dass nicht nur Deine Präparationsarbeiten gern gesehen sind sondern auch jede Deiner Zeilen dazu, so wie die hier vorausgehenden, von mir gerne gelesen werden.

Bei Deiner Art der Beschreibung stelle ich mir die Scenen bildlich vor und es bleibt nicht nur bei einem Schmunzeln :lol:

Gerne mehr davon,

Gruss Reinhardt

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wasur
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Beitrag von wasur » Montag 19. Dezember 2011, 21:51

Hallo Reinhardt,
dein Beitrag freut mich sehr und bestärkt mich in meiner Auffassung, Präparationsberichte möglichst fachlich korrekt, aber auch mit einem
"gewissen Augenzwinkern" zu publizieren - bar jeder Unfehlbarkeit.
Ich finde, dass diese Berichte ´nicht zu "trocken" sein und einen gewissen "Unterhaltungswert" haben sollten - eben lebendig, mit Sachen, die jedem schon einmal pasiert sein könnten. ( "déjà - vu - Effekt")... .
Na ja, die prekären Situationen, wo einem die Stirnadern zu beängstigenden Wulsten mutieren lassen, lässt man da besser weg .... .
Aber - wie gesagt - über angemessene kritische Bemerkungen würde ich mich auch freuen ...
Schöne Grüße
Falk

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Frank
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Beitrag von Frank » Dienstag 20. Dezember 2011, 11:26

Hallo Falk,
trotz der allerlei Widrigkeiten excellent präpariert, find es nur schade, das der Bericht in seiner Formulierung (zumindest auf mich) etwas negativ rüberkommt. Viele Grüsse, Frank

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amaltheus
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Beitrag von amaltheus » Dienstag 20. Dezember 2011, 11:53

Hallo Falk,

ich bin immer wieder erstaunt welch gute Präparationen
du mit dem Vibrograph hinbekommst. Alle Achtung !
Ich könnte das nicht ... .

Ganz wichtig => auch zu schreiben, dass beim Präparieren
nicht immer alles nach Plan und Wunsch verläuft.

Wenn man nur das Endergebnis sieht ... vergisst man das schnell.

Gruß Thomas

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Frank
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Beitrag von Frank » Dienstag 20. Dezember 2011, 11:59

Die Frage stellt sich nicht..., das Ergebnis ist ne Liga für sich. Hab selbst fleissig mit Vibrograph, Nass-Trocken, Stichel, Säure usw. Solnhofen präpariert und bin ehrlich gesagt platt, wie man mit diesen widrigen Umständen so gute Ergebnisse bekommt. Meine waren trotz grösster Sorgfalt nur in Ausnahmen "ähnlich". Hab mich halt gefragt, was kitzelt der aus dem Stein, wenn das Werkzeug mal geschliffen ist..., und warum er es nicht macht.

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wasur
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Beitrag von wasur » Dienstag 20. Dezember 2011, 16:08

Hallo,
vielen Dank für Euer feedback.
@ Frank:
Direkt negativ sollte der Bericht eher nicht klingen... ( dieser Eindruck könnte sich evtl. auf die Bemerkungen hinsichtlich des nervigen, andauernden, z. T. frustrierenden Wegbrechens der Kanten beziehen).Ins-
gesamt hat die Präparation aber Spaß gemacht. Zitat am Ende:
"Trotzdem machte die Präparation – ungeachtet der angedeuteten Unwägbarkeiten - einen unheimlichen Spaß. Gerade die ungewöhnlich starke Bezahnung dieses Fisches ließ die Freilegung zu einem Genuss werden- Das war wirklich „Freude pur“ – zumal man während der Arbeit nicht genau weiß, was am Ende herauskommt."
Um die Werkzeuge habe ich mich mittlerweile auch ( zwangsläufig )
gekümmert. Die stumpfen Teile sind z. Teil nachgeschliffen, bzw. ersetzt; die ausgeschlagenen Gerätschaften wurden entsorgt und - bis auf zwei Diamanträdchen - erneuert.
Jetzt fehlt nur noch ein mächtiger "Motivationsschub" in meiner "Eishöhle", der sich vor Frühlingsbeginn allerdings kaum einstellen dürfte... .
Um der Wahrheit gerecht zu werden, muss ich noch erwähnen, dass ich schon einige Stücke durch meine haarsträubende Präparation "vermurkst" habe, aber darüber "hülle ich mich lieber in Schweigen." Wer geht schon gerne mit seinen Missgeschicken hausieren... ?

Schöne Grüße
Falk

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Beitrag von Frank » Dienstag 20. Dezember 2011, 16:52

Hallo Falk
ich trau mich im Winter auch kaum runter..., obwohl mein Keller gewärmt ist, im Frühjahr bis Herbst machts einfach mehr Spass.... Bei mir passieren die Vermurkser eher wegen des zu-viel gemachten letzten Schlages. Mannometer, da kann ich Dir Geschichten erzählen ("ach, der kleine tick, der geht noch" und plupp, tausend Teile mit Wutausbrüchen etc....). Bin aber ehrlich gesagt respektvoll erstaunt, das Du mit nach der Beschreibung unidealem Werkzeug so ein super Präparat geschafft hast. Ätzt Du eigentlich zwischendurch ein wenig oder präparierst Du durch? Hab besonders bei den Köpfen oft gute Erfahrungen gemacht, immer mal nen vorsichtigen Ätz-Schritt einzulegen, nie viel, getupft mit Ohrenstäbchen und Essigsäure, hat gute Ergebnisse gebracht.

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wasur
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Beitrag von wasur » Dienstag 20. Dezember 2011, 20:14

Hallo Frank,
ja, ich habe es natürlich auch mitunter mit Salzsäure, Essigsäure usw. versucht.
Meine Einschätzungen sind da eher zwiespältig. Habe 'mal eine Seelilie aus Zandt fast ausschließlich mit Essigsäure präpariert, da sie manuell
( tief im Flinz eingebettet ) kaum zu präparieren war. Das Ergebnis war nicht so "prall" - ehrlich gesagt ... . Auch ein tiefsitzender "Eryon" musste sich dieser Prozedur aussetzen - der arme Kerl... - war im Endergebnis - ehrlich gesagt - auch nicht das "Non plus ultra" ... Mmmhhh ...
Demnächst möchte ich einmal die Präparation eines "Besenfisches" vorstellen, wobei ich dummerweise einen "falschen" Kleber benutzt habe, so dass zur Beseitigung der Rückstände der Einsatz von Salzsäure ( wenig erfolgreich ) geboten war. Das brachte aber kaum Erfolg. Da blieb 'halt nur die "mechanische" Präparation - ärgerlich und äußerst aufwändig ... . Na ja, das Präparieren von Fossilien aus dem Plattenkalk kann schon u. U. eine Wissenschaft für sich sein. Macht aber Spaß - meistens jedenfalls... . :D
Übrigens finde ich es schön, dass man sich mittels eines Forums über solche Sachen "austauschen" kann ...
Viele Grüße
Falk

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Frank
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Forum

Beitrag von Frank » Dienstag 20. Dezember 2011, 20:21

Hallo Falk
jau, das mit dem Forum ist geil, kann mich noch daran erinnern, das wir uns mal geschrieben haben oer Brief vor 20 oder 25 Jahren..., da hat jede Antwort zwo Wochen gedauert oder länger. Und nun? Zack, Antwort da oder Kontakt. Irgendwie kurios, man beschäftigt sich mit Millionen Jahre unbewegtem Getier über die modernste aller Medien... Auf den Besenfisch bin ich gespannt, hab leider nie einen gefunden. Sind ja auch nicht grad häufig....

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grenzton
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Re: ..

Beitrag von grenzton » Dienstag 20. Dezember 2011, 22:57

Frank Wittler hat geschrieben:...tausend Teile mit Wutausbrüchen etc....
Hi Frank.
So beherrscht wie Du immer bist, möchte ich Dich so mal erleben :lol:


@Falk.
Toller Bericht, gute Präparation und ein sehr schönes Fossil, aber leider kam Dein Bericht bei mir auch ein wenig nörgelig rüber.

Gruß, der Kalle
Ich möchte schlafend sterben wie mein Großvater und nicht schreiend wie sein Beifahrer!

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wasur
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Beitrag von wasur » Mittwoch 21. Dezember 2011, 19:36

Hallo Kalle,
ja - da hast Du recht. Ich muss immer etwas "nörgeln" ( im positiven Sinn ), da ich meistens mit den Endergebnissen meiner Arbeiten selten ganz zufrieden bin, so nach dem Motto: "Das hätte man aber doch noch besser machen können" ... . Na ja, scheint eine "kleine Macke" von mir zu sein - aber - wohlverstanden, alles mit einem "Augenzwinkern" versehen;
nicht wirklich "bierernst" gemeint... .
Schöne Grüße
Falk

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noch besser?

Beitrag von Frank » Mittwoch 21. Dezember 2011, 20:18

Hallo Falk, ich finde Deine Präparationsqualität ehrlich gesagt kaum verbesserungsfähig, die einzige Technik wäre beamen. So sind deine Ergebnisse SENSATIONELL, gibts nix.

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Beitrag von wasur » Mittwoch 21. Dezember 2011, 20:51

Hallo Frank,
danke für die "Blumen" - das freut mich natürlich sehr, klar. Auf der anderen Seite habe ich schon einen Grund für meine "unterschwellige
Nörgelei" - leider. ( Insgesamt war es natürlich OK. )
Beim Betrachten des Schädels wird dem "geneigten Leser" aufgefallen sein, dass ein kleines Stück der dorsalen Schädelseite regelrecht ausgestanzt ist.
Da habe ich, während der Vibrorav auf vollen Touren arbeitete, unvorsichtigerweise die beschlagenen Okulare des Binokulars mit einem Tuch gesäubert. Prompt rutschte ich während dieser Prozedur mit dem "schlagenden Gerät" ab und hebelte ein kleines Teil des Schädels heraus - verloren und zerbröselt, nicht mehr einsetzbar - leider. Einfach nicht so toll gelaufen... .
Noch einmal Dank an alle, die ( gerne auch kritische ) Kommentare zu - nicht nur meinen - Präparationsarbeiten abgeben; davon lebt ein Forum, denke ich. Ich hoffe, dass sich das weiter so fortsetzt... .
Schöne Grüße
Falk

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