Wenn eine Sammlung umziehen muss!

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Moderator: Sönke

Dieterich
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Beitrag von Dieterich » Dienstag 19. April 2011, 21:01

Udo du bist Böse. Auch Kringelsammler haben ihre Berechtigung :D

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Victor Schlampp
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Beitrag von Victor Schlampp » Dienstag 19. April 2011, 23:34

Hallo Udo und andrue.

Ein toller Bericht. Kann die Tortur gut nachvollziehen. Bin vor rund sechs Jahren auch umgezogen. zum Glück darf ich große Teile meines Rohmaterials immer noch bei Mutti einlagern.

Mein Dank gilt auch Andreas, dem mutigen Vorsitzenden des Landesbundes für Ammonitenschutz e.V.
Was wäre denn die Erdgeschichte, ohne die prachtvollen Kringeltiere? - Platte Grashopper und überdimensionierte, bestachelte und überdimensionierte Küchenschaben :P
Die innere Harmonie eines Ammonitentieres. Die beruhigende Wirkung der Spirale. Die harmonische Schönheit einer Ardescia, der Wohlklang eines Amaltheus. Das geht zu Herzen. Wenn ich da an die Trilobiten denke. Schon der Name: "Herr Scharfrichter, wird der Deliquent gevierteilt? - Nein, Euer Ehren, wir trilobitieren ihn. Aber vorher foltern wir ihn mit dem Scabriscutellum" Und noch ein Beispiel aus der Psychatrie: "Herr Doktor, wir haben einen Patienten mit Verdacht auf Schizoproetus". Oder auf der Polizeiwache: "Wie haben Sie den Angeklagten zu einem Geständnis gebracht ? - Er musste 44mal hintereinander Cyphaspis ceratophthalmum sagen"

Andreas, wir lassen uns nicht unterkriegen, denn wir sammeln für eine gerechte Sache :wink:

Alles Gute

Victor
Ein Leben ohne fränkische Malm-Ammoniten ist möglich, aber sinnlos.

steinbeisser57
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Beitrag von steinbeisser57 » Mittwoch 20. April 2011, 08:13

Hallo Viktor
Mal wieder genial gekonnt gekontert :top:
Grüsse
Manfred

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Jens K.
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Beitrag von Jens K. » Mittwoch 20. April 2011, 09:53

Soso,

passt bloss auf ihr Freunde der Kringelmania. Habt ihr schon mal nen Kringel gedreht, dass ist doch keine beruhigende Spirale, dass ist voll Hypnose. Sowas führt am Ende dazu, dass man ihnen Namen gibt wie Zigzagiceras zigzag oder Vermiceras spiratissimum;-)
Ich bitte euch, etwas Kreuzundquer gezacktes oder ein spiraliges Würmerhorn, wer will das schon. Haste einen gesehen - kennste alle;-)
Manch Lokalsammler hat in seinem Leben 10 Ammonitenarten in harter Arbeit dem Fels entrissen und dachte es wären 100, tja, die Variation. Ihr wisst oft ja gar nicht, wie eure Kringel denn eigentlich heissen, denn es gibt der Namen viel - für dassgleiche Tier.

Also passt bloss auf, wir machen es auch, denn wir haben etwas was der gemeine Kringel nicht mehr hat, nämlich Augen;-) Und dazu möchte ich noch anmerken, dass das Komplexauge der Trilobiten etwas ganz besonderes ist, warum, nun dass mögt ihr selber nachlesen;-)

lg,

Jens

"Club der anonymen Trilobitensammler"

PS: @ Andrue: Deine neue Werkstatt sieht inspirierend aus, wünsche dir, dass du dort schön Präparate aus dem Stein zaubern kannst. Danke dir und Udo für den schönen Bericht.
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tux
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Beitrag von tux » Mittwoch 20. April 2011, 10:06

Hmm naja die Cephalopoden sorgen wenigstens dafür das der Pizzabelag noch etwas anderes als Thunfisch kennt und erstmal die Tintenfischringe...... Und Trillos ? Zu nix mehr gut, eventuell kann man ihnen ja noch die sommerliche Tortur der Zecken zuschreiben.

In dem Sinne es lebe der Kringel mit seinen Verwandten. Und möge die Zecke dem Trillosammler bleiben. :D

Aber zugeben muss ich schon nette Tiere waren es schon.
Grüße
Volker

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Andreas
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Beitrag von Andreas » Mittwoch 20. April 2011, 10:52

Vor allen Dingen muss man sich die Trilobiten mal zu Lebzeiten vorstellen. Da hat sich bestimmt allerlei Schmodder in den Stacheln verfangen. Durchkämmt das Meer....

Und nebenbei haben bereits die Trilobiten die perfekte Form der Ammonitenvorfahren anerkannt und sich, wenn es ernst wurde, zusammengerollt. Man findet allerdings deshalb so viele zusammengerollte Exemplare, weil die so dumm waren und sich beim Zusammenrollen selbst mit den Stacheln erdolcht haben. Wegen Dummheit ausgestorben...

Diese seit Jahren anerkannten Erkenntnisse der bemitleidenswerten Trilobitenforscher versucht der Club der anonymen Trilobitensammler zu vertuschen. Aber nicht mit uns! Wir bringen die Wahrheit über die dämlichen Nachahmer ans Tageslicht.


@Victor: :top:

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Tapir
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Beitrag von Tapir » Mittwoch 20. April 2011, 10:57

tux hat geschrieben:Und Trillos ? Zu nix mehr gut
Hmm... von Hummern und Shrimps scheinst Du nicht viel zu halten? Also wenn ich die Wahl habe greife ich zu den Arthropoden als Pizzabelag. Da ist die Energie- und CO2-Bilanz auch Umweltfreundlicher als bei Weichtieren ;)

Und da beide ausgestorben, läßt sich der erdgeschichtliche Erfolg nur an der Existenzdauer ermitteln... Fakt ist aber dass der Gemeine Kringel nunmal das Brot des Mitteleuropäischen Fossiliensammlers ist, ohne den so manche Sammlerkariere nie angefangen hätte. Und es kann sich ja nicht gleich jeder schon vorpartionierte paläozoische Sahnetörtchen sichern, die gibt es schließlich nicht an jeder Ecke...
Allerdings allen Kringelsammlern meinen Dank, die mit fast jeder Exkursion die Natur ein paar kg kringelärmer machen.

edit: @ Andreas: das mit den Zusammnerollen ist ja fast wie die Frage mit dem Huhn und dem Ei ;) Aber nur fast, gab es doch schon Mittelkambrische Trilos die schwimmen und sich rollen konnten, zu einer Zeit als die Cephalopodenvorfahren noch gestrecktes mützenförmiges Benthos waren... Was die Frage nach der Kopie wohl klärt ;)

So, und jetzt genug des spaßhaften Grabenkrieges, solange sie Schale haben sind beide Gruppen hübsch anzusehen... ;)


Andreas & Udo: Vielen Dank für diesen mitunter fast überanschaulichen Bericht... :)
Glück auf!

Johannes Kalbe

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"Der Stein der Weisen sieht dem Stein der Narren zum Verwechseln ähnlich"

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Be more specific! http://www.youtube.com/watch?v=PusCpQIbmCw

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Jens K.
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Beitrag von Jens K. » Mittwoch 20. April 2011, 11:02

ööh, ich will ja nich meckern, aber von Nachahmen kann keine Rede sein. Trilobiten beherrschten das Einrollen schon im Ordovizium perfekt, im Kambrium wurde noch geübt, ein paar haben es aber schon hingekriegt. Sorry, aber da waren Ammos noch Quark im Schaufenster;-)

Und, welcher Ammo schafft bitte schön eine Hohlkreuzlage, nene. Trilobiten haben tote Kringel bestenfalls als Wohnung benutzt oder in manchen Fällen (eigentlich bei Nautiliden) als Umkleidekabine, wie es Prof. Seilacher kürzlich augenzwinkernd auf den Punkt brachte.

Nene, hier wird nix vertuscht, aber wir stehen ein gegen Geschichtsklitterung, wie es gern aus der Kringelgemeinde immer wieder versucht wird.

8-)

PS: Der Beitrag überschneidet sich etwas, Tapir hat schon was vorweggenommen;-) Ich gebe zu, aus Mangel an Trilos in meiner unmittelbaren Umgebung war ich letztens gezwungens auch wieder Kringel mitnehmen, ohjemini. Glücklicherweise waren sie klein.
Zuletzt geändert von Jens K. am Mittwoch 20. April 2011, 11:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von tux » Mittwoch 20. April 2011, 11:05

Mensch und ich habe mir solchen Mühe gegeben die Athropoden zu verschweigen :D
Und ausserdem haben uns die Kringel gezeigt wie man den Korken aus der Flasche bekommt , kann auch kein Trillo von sich sagen.(Hyphantoceras)
Grüße
Volker

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Beitrag von Tapir » Mittwoch 20. April 2011, 11:15

tux hat geschrieben: Und ausserdem haben uns die Kringel gezeigt wie man den Korken aus der Flasche bekommt , kann auch kein Trillo von sich sagen.(Hyphantoceras)
Eine Gegenhypothese wäre auch dass die Viecher gescheitert sind, und dann aus Unfähigkeit ausgestorben. Hat man Doch nie einen Korken gefunden. Und alle meine Versuche eine Weinflasche mit einem Hyphanto zu öffnen haben bislang nur zu einem Haufen Krümel geführt (und dieser Versuch ist statistisch abgesichert ;))
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Dieterich
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Beitrag von Dieterich » Mittwoch 20. April 2011, 11:26

Aber unsere Trilos wussten wo sie hingingen oder schwammen, da sie die Augen vorne hatten.
Eure Kringel schwammen Blind rückwärts, wahrscheinlich wahllos direkt in die Mäuler ihrer Feinde, da sie ja nicht sahen wos hinging.
Und wenn sie sich mal umdrehten um zu sehen wo sie sind gings gleich wieder zurück, da sie sich nicht so schnell drehen konnten :D

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Freakshow
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Beitrag von Freakshow » Mittwoch 20. April 2011, 20:41

Victor Schlampp hat geschrieben:Hallo Udo und andrue.

Ein toller Bericht. Kann die Tortur gut nachvollziehen. Bin vor rund sechs Jahren auch umgezogen. zum Glück darf ich große Teile meines Rohmaterials immer noch bei Mutti einlagern.

Mein Dank gilt auch Andreas, dem mutigen Vorsitzenden des Landesbundes für Ammonitenschutz e.V.
Was wäre denn die Erdgeschichte, ohne die prachtvollen Kringeltiere? - Platte Grashopper und überdimensionierte, bestachelte und überdimensionierte Küchenschaben :P
Die innere Harmonie eines Ammonitentieres. Die beruhigende Wirkung der Spirale. Die harmonische Schönheit einer Ardescia, der Wohlklang eines Amaltheus. Das geht zu Herzen. Wenn ich da an die Trilobiten denke. Schon der Name: "Herr Scharfrichter, wird der Deliquent gevierteilt? - Nein, Euer Ehren, wir trilobitieren ihn. Aber vorher foltern wir ihn mit dem Scabriscutellum" Und noch ein Beispiel aus der Psychatrie: "Herr Doktor, wir haben einen Patienten mit Verdacht auf Schizoproetus". Oder auf der Polizeiwache: "Wie haben Sie den Angeklagten zu einem Geständnis gebracht ? - Er musste 44mal hintereinander Cyphaspis ceratophthalmum sagen"

Andreas, wir lassen uns nicht unterkriegen, denn wir sammeln für eine gerechte Sache :wink:

Alles Gute

Victor
Viktor,

Du hast definitiv zulange in die Spirale geschaut, was auch aus Deiner Signatur mehr als klar hervorgeht! Doch ähnlich Kaa aus dem Dschungelbuch bist Du durchschaut! Da hilf kein "Glaube mir... Vertrau auf mich....".

Bei Deinen Materialmengen hätten wir zum Umzug vermutlich einen Kipplaster gebraucht. So viele Waschkörbe wird es in der ganzenRepublik wohl nicht geben. :P :twisted:

Übrigens gilt:
Wer sich permanent mit Ammoniten beschäftigt, dreht sich zwangsläufig im Kreis!

Liebe Grüssen von einem Bügelfischfetischisten!

UR

By the way, es freut uns sehr (me , myself & i) dass Euch der Beitrag offensichtlich gefällt! Schade dass Ihr nicht das Vergnügen der Hebefiguren hattet...
Zuletzt geändert von Freakshow am Samstag 23. April 2011, 19:58, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von atavus » Mittwoch 20. April 2011, 23:01

Hi,

irgendwie fühle ich mich durch den Umzugs-Thread angesprochen, habe nämlich die Tortur gerade mitgemacht.
Schlanke 100 Eurokisten Muschelkalk-Steinchen und 120 Bücherkisten Literatur mußten bewältigt werden :shock: . Aber irgendwie......ging alles relativ einfach.
Voraussetzung: exaktes Packen, gleiche Kisten (Stapeln !) und :wink: tolle Kumpels !!!!
Tatsächlich gab es einen 7,5Tonner für die Steine und noch `mal einen für den Rest :P
Und wenn dann der verfügbare Platz sich vergrößert, weiß man wenigstens, wieso das alles :)

Liebe Grüße
Robert
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manucar
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Beitrag von manucar » Dienstag 23. August 2011, 15:14

Mir steht auch ein Umzug ins Haus und ich hoffe das alles glatt über die Bühne gehen wird. ich fühle mich aber gleich schon viel besser wenn ich eure Berichte höre. Ich habe mich auch schon hier informiert wie man einen Umzug möglichst günstig gestaltet. Ich hoffe nur das meinen Fossilien nichts passiert, aber um die werde ich mich selber kümmern und nicht aus der Hand geben. Falls was passieren sollte kann ich dann nur auf mich sauer sein. ich freue mich schon wenn ich in der neuen Wohnung dann viel mehr Platz für meine Sammlung haben werde und das motiviert mich auch den anstrengenden Umzug in Kauf zu nehmen.
does your heart beat fast?

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