Präparation eines Septimopeltis aus dem Devon von Zireg

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Jens K.
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Präparation eines Septimopeltis aus dem Devon von Zireg

Beitrag von Jens K. » Dienstag 12. April 2011, 17:22

Hallo Udo,

vielen Dank für den interessanten Bericht zur Präparation eines marokkanischen Trilobiten.

http://www.steinkern.de/praeparation-un ... rokko.html

Septimopeltis ist ein interessanter, bestachelter Scutellide, der eng mit Thysanopeltis verwandt ist und gern zusammen mit den gesuchten Ceratargen vorkommt.

Es ist ein sehr gutes Präparat geworden, auch wenn die Ausgangslage nicht so besonders aussah, so ist doch das Ergebnis sehr ordentlich geworden. (Ich sehe 2 Treffer auf der linke Wange, wohl weil die Wange nach unten verdriftet war und Udo anscheinend schon die Hoffnung auf dieselbe verloren hatte;-) Sowas passiert leider bei Trilobiten nicht allzu selten und es tauchen dann von den Marokkanern geschönte Scutelliden mit gebauten Wangen auf.
Auch bei dem vorliegenden Exemplar könnte es sich durchaus um einen Häutungsrest handeln, da das Kopfschild etwas vom Thorax entfernt liegt und die Wangen nicht mehr geschlossen sind. Ist aber nur ne Vermutung, wenn man wüsste ob das Hypostom noch in situ liegt, würde man es sicherer sagen können.

Jedenfalls ist die Präparation eines Trilobiten mit bekanntermassen eher schlechter Trennunng in einem grossen Block in einer tiefen Mulde eine präparatorische Herausforderung und Udo ist es so gelungen, den ursprünglichen Fundeindruck des Kalkblockes zu bewahren, der den meisten Sammlern, die nie selbst dort gewesen sind und nur die frischen, formatierten Kalke von den Messen kennen, sicher in dieser Form nicht bekannt sein dürfte.

Darum nochmal Bravo und danke für den Beitrag. Auch so einen Trilo haben will:-)

lg,

Jens
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Beitrag von andrue » Dienstag 12. April 2011, 21:14

hallo Jens,
noch eine kleine Ergänzung; die pygidial-bestachelten Scutelluidae ( also Septimo, Thysano usw) eignen sich gut als Leitfossilien, kommen wohl nur in der Grenze Emsium/ Eifelium, bzw im Eifelium vor.
Septimopeltis ( also die "kurz-lang" Stachler ) kenne ich nur von Zirgwobei die Gattung ja z Bsp auch aus den Ardennen beschrieben ist.
Anbei ein pic von etwas "Neuem". Neu deswegen, weil diese Scutelluidae bzw der entsprechende couche erst seit ein paar Monaten bekannt sind. Die Viecher scheinen sehr rar zu sein, viele von denen wird man auf dem Markt nicht zu Gesicht bekommen.

LG

Andreas
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Beitrag von Ahorn » Dienstag 12. April 2011, 22:14

Hallo Udo

Danke für den sehr schönen Bericht zur Präparation des sehr schönen Septimopeltis und das zeigen der Vorgangsweise der Präparation , wie man so eine Präparation angeht , das Vorpräparieren - Zusammenfügen und Endpräparation , so kann man einiges dabei Lernen und sich dabei absehen.

LG Kurt

Danke Andreas für das zeigen eines neuen Fundes und den Informationen zu den bestachelten Scutelluidae , so kommt doch weiterhin immer wieder etwas Neues und neue Unbekannte arten aus diesem fantastischen Fundgebiet.

LG Kurt

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Jens K.
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Beitrag von Jens K. » Mittwoch 13. April 2011, 00:12

Hallo Andrue,

danke für die Info zum Septimopeltis, hatte auch vorgehabt was zu dem Leitwert dieser hübschen Scutelliden zu sagen, aber vergessen es zu tun. Es gibt die Abfolge Scabriscutellum, Thysanopeltis hin zu Septimopeltis. Dr. Feist ist momentan wohl am Vorbereiten zu einem Paper, vielleicht werden wir in naher Zukunft etwas mehr erfahren.

Wichtig ist jedenfalls, dass man mit dem Einsetzen von Thysanopeltis die Eifelgrenze in Marokko ziehen kann. Die Grenze ist meist auch lithologisch erkennbar, durch dunkelgraue bis schwarze bituminöse Kalke, die also auch lithologisch unterscheidbar sind. Septimopeltis kommt später, schätze mal so mittleres Eifelium, ohne jetzt genauer was sagen zu können. Ich bin mir sicher, dass man in Marokko mit Trilobiten ne ziemlich genaue Zonengliederung hinbekommen könnte, immerhin gibt es ja reichlich Trilobiten, die sich gut unterscheiden lassen und zeitlich nacheinander folgen.

Septimopeltis kenne ich übrigens auch von Tazzarine, ein paar 10er Kilometer westlich von Alnif.

lg,
Jens
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Beitrag von andries » Mittwoch 13. April 2011, 11:13

Hallo Udo,

ein sehr schönes Stück. Interessant finde ich, dass Udo´s Stück leicht Verwittert ist, und zwar in zweierlei Hinsicht.

Mein Stück (leider fehlte schon ein Teil der Schale Fundbedingt) war unverwittert und trennte mittelschwer (an den Augen sehr schwer).
Die Verwitterung hat die Trennung gefördert, aber leider zur lasten der Schal.

Leider habe ich nur ein schlechtes Bild von meinem Septimopeltis, aber man kann deutlich den Unterschied in der Schale sehen.
Ist bei mir die Farbe eher Richtung bräunlich/grau, tendiert ist er bei Udo gelblich/dunkelgrau/weiß und zeigt eine andere Oberflächenbeschaffenheit.

Hier ist ein Bild zusammen mit einem üblichen Marokko-Präparat der gleichen Art:
http://www.trilobita.de/wbb2/thread.php?threadid=757

Viele Grüße, Andries

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Freakshow
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Re: Präparation eines Septimopeltis aus dem Devon von Zireg

Beitrag von Freakshow » Dienstag 17. Mai 2011, 06:51

Jens K. hat geschrieben:Hallo Udo,

...(Ich sehe 2 Treffer auf der linke Wange, wohl weil die Wange nach unten verdriftet war und Udo anscheinend schon die Hoffnung auf dieselbe verloren hatte;-) ...
Jens
Hallo Jens,

das ist genau der Punkt. wenn die Wange nicht direkt an der Facialsutur anschließt ist es immer ein elendes Gestochere. Natürlich will man die Wange nach Möglichkeit finden aber auf der Anderen Seite den Krater auch nicht zu groß werden lassen um einer Formergänzung nicht jeden Spielraum zu nehmen.

Grüssle

Udo

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