zur Druckluftpräparation Teil 5

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nautilus
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zur Druckluftpräparation Teil 5

Beitrag von nautilus » Mittwoch 2. August 2006, 10:32

http://www.steinkern.de/praeparation-un ... -hw60.html


Hallo,

schöner Bericht erstmal :clap: Ich habe da mal eine Frage und zwar hat schon mal jemand mit den Druckluftmeißeln die es bei e-bay gibt gearbeitet? Die kosten ja nur einen Bruchteil von den Schriftenmeisseln. Ich könnte mir vorstellen das man die Teile fürs grobe auch benutzen könnte. Vielleicht muß man nur mehr Abstand zum Fossil halten. :hmm:
Mal schauen ob jemand was dazu sagen kann.

Uwe

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Thomas_
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Beitrag von Thomas_ » Mittwoch 2. August 2006, 10:59

Ich war auch begeistert von dem Bericht. Da hätten die mühseligen Grobarbeiten (ich habe nur den kleinen Krantz-Stichel) ein Ende.

Nur etwas habe ich noch nicht verstanden: Wenn ich einen großen Brocken mit einer kleinen Schnecke mit Schale habe und jetzt den Brocken von der Seite mit so einem Gerät verkleinere, wie sehr zieht das die Schale in Mitleidenschaft? Ist so ein Gerät also nur für große Ammosteinkeren geeignet?

P.S.:
Ich freu mich schon auf Teil 6 und 7 (kleinere und größere Sprengarbeiten) :) :) :)

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amaltheus
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Re: zur Druckluftpräparation Teil 5

Beitrag von amaltheus » Mittwoch 2. August 2006, 11:25

Hallo Uwe,

danke für das Lob.

Mit Deiner Frag meinst Du sicherlich die Meißelhämmer die zwischen 40 u. 50 Euros (incl. MwSt. !) kosten.

Ich hab mir mal kurz einen Katalog von Schneider-Druckluft hergeholt und nach den technischen Daten solcher Geräte geschaut:

1. Selbermacher-Set (Best.Nr. D322255)
Empf. VK incl. MwSt. 38 Euro (Katalog 2005-2006)
Techn. Daten: Aufnahme 10mm / 220 ltr/Minute / 4-6 Bar / Schlagzahl: 4500/min. / Hublänge 41mm

Bild siehe:
http://werkzeug-tool.de/product_info.ph ... acher.html

oder eine Stufe drüber (eher handwerkl. brauchbar):

2. Meißelhammer MHM-Set (Best.Nr. D322254)
Empf. VK incl. MwSt.: 58,00 Euro (Katalog 2005-2006)

Techn. Daten: Aufnahme 10mm / 150-240 ltr/Minute / 4-6 Bar / Schlagzahl: 3000 /min.
Und jetzt kommts: Hublänge 65mm !!
Einsatzgebiet: Ziegel, Gasbeton, Mauerwerk (abschlagen von Fliesen etc.).

Bild siehe:
http://werkzeug-tool.de/product_info.ph ... M-Set.html

Von den angegebenen Daten her kann man diese Geräte mit den von mir beschriebenen Geräte durchaus vergleichen - ausgenommen
der viel höhere Hub bei dem etwas besseren Gerät Nr. 2. So viel Hub in Verbindung mit nur 3000 Schlägen pro Minuten - das hackt ganz schön rein.

Außerlich unterscheiden sich die Geräte vor allem in einem Punkt.
Die billigen Teile haben vorne, wo man dem Meißel einsteckt, eine große
Feder. Ich hab schon mitbekommen dass gerade diese Federn sehr oft brechen.

Selber hab ich mit diesen Geräte noch nicht gearbeitet.
Deshalb kann ich nicht sagen ob diese ähnlich gut für unser Hobby geeignet sind wie die 10mal teureren Schriftenhämmer.

Eine Beurteilung kann eigentlich nur jemand abgeben, der mit beiden Geräte bereits gearbeitet hat und deshalb die Unterschiede in der Leistung bzw. Verwendbarkeit kennt.

Gruss Thomas B.


nautilus hat geschrieben:Hallo,

schöner Bericht erstmal :clap: Ich habe da mal eine Frage und zwar hat schon mal jemand mit den Druckluftmeißeln die es bei e-bay gibt gearbeitet? Die kosten ja nur einen Bruchteil von den Schriftenmeisseln. Ich könnte mir vorstellen das man die Teile fürs grobe auch benutzen könnte. Vielleicht muß man nur mehr Abstand zum Fossil halten. :hmm:
Mal schauen ob jemand was dazu sagen kann.

Uwe

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amaltheus
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Drucklufthammer Einsatzgebiet

Beitrag von amaltheus » Mittwoch 2. August 2006, 11:44

Hallo Thomas,

weil ich selber ausschließlich Lias Ammoniten suche und das Gerät insbesondere für Großammoniten einsetze (im Lias gibts bei uns eigentlich nur im Arietenkalk große Ammoniten) ist der evtl. falsche Eindruck entstanden, dass man damit nur Ammoniten machen kann.

Das ist sicherlich nicht so !

Sobald ein Objekt 10cm aufwärts hat und in einer festen Matrix eingebettet ist, geh ich mit dem Drucklufthammer zur Vorpräparation ran.
Denk an einen Prodactylioceras davoei mit 5-10cm ... der in einer etwas härten Kalk-Mergelbank sitzt. Da passiert es oft dass man 1-2cm in die
Tiefe präparieren muss um um den Ammoniten herum das Niveau abzusenken.

Aber auch Muschel, Schnecke, Knochen oder sonst was ... es spielt keine Rolle wofür man den Drucklufthammer einsetzt.

Wenn jedoch das Fossil fragil ist (Knochen) ... könnte es schon passieren dass durch die Erschütterungen dieses leidet und etwas abbricht.
Aber die Bearbeitung mit einem Drucklufthammer ist meiner Ansicht nach immer noch schonender als mit Hammer u. Meißel per Muskelkraft.
Da zittert der Gesteinsbrocken viel mehr.

Zu Deinem Fall:

"Kleine Schnecke in großem Stein" (2 cm Schnecke oder so ???)
In diesem Fall würde ich nicht weiter bis 2cm an das Fossil heranpräparieren. Vorallem würde ich nicht zum Fossil hinpräparieren sondern paralle oder komplett vom Fossil weg.
Wenn Du zum Fossil hinpräparierst kann es sein dass mit dem letzten Schlag ein Splitter von 1-2cm abbricht und einen Teil der Schnecke gleich mitreißt.

Zum Vergleich mit dem Kranz Stichel:
Einen Druckluftstichel kannst Du von der Abtragsleistung nicht mit einem Drucklufthammer vergleichen.
Hätte ich mir schon vor Jahren einen Drucklufthammer gekauft, dann wäre mein Rohlager nicht so groß geworden wie heute.
Die Präparation - vorallem von größeren Objekten - geht einfach schneller und leichter von der Hand.
Man spart sich das ständige Flexen wobei ich dazusagen muss:
Bevor ich mit den Drucklufthammer an einen Brocken rangehe, schneide ich mit den Trennschleifer (Flex) möglichst viel von dem Gestein ab, das ich nicht "benötige". Das was dann noch übrig ist bearbeite ich mit den Drucklufthammer. Und erst danach fange ich dann an Druckluftstichel einzusetzen.
Diese Reihenfolge bei der Präparation scheint mir die effektivste zu sein.

Gruss Thomas B.
Thomas_ hat geschrieben:Ich war auch begeistert von dem Bericht. Da hätten die mühseligen Grobarbeiten (ich habe nur den kleinen Krantz-Stichel) ein Ende.

Nur etwas habe ich noch nicht verstanden: Wenn ich einen großen Brocken mit einer kleinen Schnecke mit Schale habe und jetzt den Brocken von der Seite mit so einem Gerät verkleinere, wie sehr zieht das die Schale in Mitleidenschaft? Ist so ein Gerät also nur für große Ammosteinkeren geeignet?

P.S.:
Ich freu mich schon auf Teil 6 und 7 (kleinere und größere Sprengarbeiten) :) :) :)

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Beitrag von nautilus » Mittwoch 2. August 2006, 12:38

Hallo thomas,

ja genau die meine ich. Bei e-bay auch teilweise schon für die Hälfte. Ich denke, wenn ich durch mein "Lager" bzw. Garage überhaupt nicht mehr durch komme, werde ich mir bei ebay so ein Teil ersteigern. :bg:

bis dann mal,
Uwe

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Beitrag von Thomas » Mittwoch 2. August 2006, 14:40

Hi,
@Amaltheus

ich will mal Schelm sein .....

.... ich selber ausschließlich Lias Ammoniten suche und das Gerät insbesondere für Großammoniten einsetze (im Lias gibts bei uns eigentlich nur im Arietenkalk große Ammoniten) ist der evtl. falsche Eindruck entstanden, dass man damit nur Ammoniten machen kann. ....


Bist du jetzt unter die Arietenschnitzer gegangen????? :D :D :D

Walli

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Arieten schnitzen ??

Beitrag von amaltheus » Mittwoch 2. August 2006, 15:37

Hm, wieder ist ein falscher Eindruck entstanden. :achso: :achso:

Zum Thema Ammoniten-Schnitzen - das ja nicht nur bei den Arieten verbreitet ist - kann ich sagen dass ich das nicht betreibe.

Wenn ein Ammonit nicht reinläuft, dann hör ich mit der Präparation
meist sofort auf und das Teil kommt in den Garten oder in den Schutt.

Bei Stücken, die mir aus irgendwelchen Gründen wichtig sind, mach ich den Ammonit dann zwar fertig, aber die fehlenden Innenwindungen bleiben fehlend.

Mag sein dass andere das lockerer sehen - aber jeder hat halt seine eigenen Ansichten.

Wenn ich Ammoniten "machen könnte", dann wäre es vielleicht einmal Zeit, dass ich mir ein Kunstwerk für den Vorgarten schnitze.
Aber solange ich noch so viele unpräparierte Ammos habe ...
komme ich wahrscheinlich nicht dazu. Auch fehlt mir der passende
Stein den man leicht bearbeiten kann.

Aber es wäre interessant ... wie nah ich an die Orginal-Vorlage rankomme.

Ich befürchte jedoch ... dass es eher ein unansehnlicher Neu-Ammonit werden würde. Einen Ammonit komplett neu zu entwerfen scheint mir viel schwerer zu sein als fehlende Teile nachzubilden.

Gruss Thomas B.
Thomas hat geschrieben:Hi,
@Amaltheus

ich will mal Schelm sein .....

.... ich selber ausschließlich Lias Ammoniten suche und das Gerät insbesondere für Großammoniten einsetze (im Lias gibts bei uns eigentlich nur im Arietenkalk große Ammoniten) ist der evtl. falsche Eindruck entstanden, dass man damit nur Ammoniten machen kann. ....


Bist du jetzt unter die Arietenschnitzer gegangen????? :D :D :D

Walli

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Beitrag von Thomas » Mittwoch 2. August 2006, 15:58

Hi,

nicht ernst nehmen, weiss ich doch, sollte nur ein Späßchen sein :D
Aber bei der Schreibweise konnte ich nicht anders

Walli

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Ammoniten schnitzen ?

Beitrag von amaltheus » Mittwoch 2. August 2006, 16:22

Hallo Thomas,

Nein, ich habs nicht falsch verstanden. Ist schon ok. :D :D
Wollte nur gleich eine generelle Antwort zu meiner pers. Einstellung geben.

Gruss Thomas

Thomas hat geschrieben:Hi,

nicht ernst nehmen, weiss ich doch, sollte nur ein Späßchen sein :D
Aber bei der Schreibweise konnte ich nicht anders

Walli

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Re: zur Druckluftpräparation Teil 5

Beitrag von amaltheus » Montag 14. August 2006, 11:30

Hallo Uwe,

ich hab mit einem Freund geredet, der mit so einem billigen Drucklufthammer mal testweise gearbeitet hat.

Also ... er hat damit Sandsteine bzw. kalkige Sandsteine aus dem Lias ganz gut bearbeiten können. Neben dem "extremen" Hub scheint vorallem die Qualität der mitgelieferten Meißel das Problem zu sein.
Die sind nur gehärtet und haben keinen Hartmetall-Einsatz.
Bei knapp 40 Euro ist das nicht verwunderlich.
Alleine meine beiden HM-Meißel haben so viel gekostet wie das
Billig-Set mit Drucklufthammer u. 4 Meißeln.

Stellt sich die Frage ... ob mit gescheiten HM-Meißeln so ein Billig-Gerät
bedingt einsetzbar wäre !? Evtl. passen handelsübliche HM-Meißel in das Gerät ???
Die Feder am Gerätekopf dient wohl nur dazu, zu verhindern dass der eingesteckte Meißel beim Betrieb unkontrolliert herausfliegt.
Jedoch soll das Gerät auch ohne die Feder funktionieren.
Einfach den Meißel mit einer Hand halten - wie bei den von mir beschriebenen Drucklufthämmern (Schriftenhämmer).

Ich denke es geht kein Weg daran vorbei dass jemand mal so ein Teil testet.

Gruss Thomas B.


nautilus hat geschrieben:Hallo,

schöner Bericht erstmal :clap: Ich habe da mal eine Frage und zwar hat schon mal jemand mit den Druckluftmeißeln die es bei e-bay gibt gearbeitet? Die kosten ja nur einen Bruchteil von den Schriftenmeisseln. Ich könnte mir vorstellen das man die Teile fürs grobe auch benutzen könnte. Vielleicht muß man nur mehr Abstand zum Fossil halten. :hmm:
Mal schauen ob jemand was dazu sagen kann.

Uwe

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