Fossil des Monats Oktober 2010

Wir wählen jeden Monat das Fossil des Monats. Hier findet ihr die Kandidaten und Abstimmungen. Natürlich kann jeder selbst Fossilien zur Wahl stellen und an den Umfragen teilnehmen. Die Gewinner findet ihr in unserer Galerie auf Steinkern.de.

Moderatoren: Sönke, Miroe

Welches Fossil soll Fossil des Monats Oktober 2010 werden?

Umfrage endete am Sonntag 21. November 2010, 06:49

trichasteropsis: Platte mit Muscheln und Schlangensternen aus dem oberen Muschelkalk bei Bayreuth
15
11%
erikb: Unbestimmtes Ichnofossil, Piesberg
2
1%
Dieterich: Unbestimmter Schwamm aus Höver
2
1%
Brösel: Ammonit Pleuroceras spinatum aus dem Lias Delta bei Staffelstein
7
5%
OlliF: Ammonit Amaltheus margaritatus mit Farbmustererhaltung von Buttenheim
3
2%
Freakshow: Fisch Pholidophorus sp. aus den Plattenkalken
16
11%
Karsten: Handstück mit Ammonit Scaphites sp. und Seeigel (Micraster?) aus dem Campan vom Coesfelder Berg
6
4%
Butzze: Schwamm Porifera sp. aus der Kreide vom Geröllstrand bei Saßnitz/Rügen
3
2%
1haustier: Handstück mit Seelilienstielgliedern, Muscheln und Brachiopoden aus dem oberen Muschelkalk bei Dardesheim
3
2%
notjot: Ammonit Physodoceras circumspinosum aus dem (vermutlich) Malm Gamma 1 von Drügendorf
16
11%
Ataxioceras: Ammonitenstufe mit Orthosphinctes evolutus aus dem Malm Gamma 1 von Drügendorf
3
2%
Tapir: Handstück mit Schnecke Cassidaria megacephala aus dem Oberoligozän von Sternberg
11
8%
FurFossil: Makrele aus dem Zementstein des unteren Eozäns der Grube Ejerslev bei Limfjord, Dänemark
17
12%
marmoreum: Ammonit Pleuracanthites biformis aus dem mittleren Hettang des Enzesfelder Kalks im Rissbach
30
21%
Bernhard Jochheim: Schnecke Ampullospira (Pictavia) bajocensis aus dem Garantianenoolith, Bajocium, von Évrecy, Frankreich
8
6%
 
Abstimmungen insgesamt: 142

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Miroe
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Fossil des Monats Oktober 2010

Beitrag von Miroe » Freitag 1. Oktober 2010, 08:34

Die Abstimmung läuft ab jetzt, 1. November 2010, 6.58 Uhr für 20 Tage.
Bitte beteiligt Euch sehr zahlreich!

Edit:
Abstimmfrist wegen der Serverprobleme verlängert!
Zuletzt geändert von Miroe am Montag 29. November 2010, 19:09, insgesamt 3-mal geändert.

trichasteropsis
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Beitrag von trichasteropsis » Freitag 15. Oktober 2010, 19:54

Hallo !

Mache wieder den Anfang. Anbei eine Platte mit Resten von Muscheln
der Art Hoernesia socialis. Diese Muscheln bieten Schlangensternen
eine " Unterkunft ". Schlangensterne haben also die Angewohnheit sich
unter den Muschelschalen zu verstecken. Deshalb schaue ich mir jede,
auch noch so abgekaute, Muschelplatte genauer an. Am 14.10. nach-
mittags konnte ich wieder einmal Bingo rufen. Auf der Platte befinden
sich 18 mehr oder weniger komplette Exemplare der Schlangensternart
Aspidura scutellata. Der Fundort ist der Obere Muschelkalk nahe Bayreuth.

Mit freundlichen Grüßen T.
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Aspidura4(Small).JPG
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Aspidura3(Small).JPG
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erikb
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Beitrag von erikb » Freitag 15. Oktober 2010, 20:28

Unbestimmt Ichnofossiel aus dem Piesberg. Gefunden letzte Steinkern excursion 18-9-2010.
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UFO Piesberg 3.jpg
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Dieterich
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Beitrag von Dieterich » Freitag 15. Oktober 2010, 23:01

Dann werde ich es auch einmal mit meinem in Höver gefunden Schwamm versuchen. Ich habe ihn am 3. Oktober Nachmittags aus einer riesengroßen Platte herausgelöst. Leider ließ er sich nicht in einem Stück bergen
Er ist leider bis jetzt noch nicht bestimmt. Ich hoffe aber, daß ich es in ein paar Wochen weiß.
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001_Resized.jpg
Das Endergebnis
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Höver - Misburg 031_Resized.jpg
der zweite Tei des Puzzles
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noch in Einzelteilen
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Brösel
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Beitrag von Brösel » Samstag 16. Oktober 2010, 04:18

Servus zusammen,

Ich möchte auch mal wieder ein Stück ins Rennen schicken.
Diesmal einen Pleuroceras Spinatum aus dem Lias Delta, den ich
in der nähe von Staffelstein bei einer Baumaßnahme gefunden habe.

Die Präparation war recht Zeitaufwendig, da ich
zum größten Teil nur mit Skalpellen Arbeiten konnte, sonst
hätte die Schale noch mehr Schaden genommen.
Die Härte des Gesteins ist in etwa ähnlich wie bei den Kalchreuther
Gräbern aus der Spinatum Zone, also ein sehr hartes Material
das nur sehr schlecht trennt :roll:
Der Pleuro in Pyrit, schlägt mit ca. 18-20 Präparationsstunden
zu Buche, was sich meiner Meinung nach aber gelohnt hat.
Vielleicht gefält euch das Stück ja auch so gut wie mir.
Durchmesser: 58mm Höhe: 35mm
Fund Foto und Sammlung Peter Möser
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Ammo Staffelstein Pyrit 12.JPG
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OlliF
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Beitrag von OlliF » Sonntag 17. Oktober 2010, 19:12

Hallo zusammen,

nun veruche ich es auch das erste Mal beim FdM - mit meinem Glücksfund "Amaltheus margaritatus" mit aufsitzender Mupschel, Bissverletzung, Schalen- und Farbstreifenerhaltung aus Buttheim:

Gefunden: 08.10.2010
Präpariert: 09./10.10.2010 in ca. 8 Arbeitsstunden
Größe: nochmal genau vermessen: nun 23cm

Nachdem nach einem Hammerschlag sich die Situation wie in Bild a darstellte, habe ich mit Hammer und kleinerem Meissel weiter Matrix abgetragen, dann ca. 30min. überlegt, wie ich den rausbekomme (da dies die Rückseite darstellte, an der doch so einiges verdrückt/fragmentarisch aussah). Dann doch kurzentschlossen Hand angelegt und - Glück gehabt - in 4 großen und einigen kleineren Bruckstücken geborgen (siehe Bild c).

Zuhause am nächsten Tag dann geklebt, mit Skalpel und Schaber noch Tonreste von der Schale gepfriemelt und an ein paar Fehlstellen (Bild j) mit Gips und Wasserfarbe ergänzt - fertig für die Vitrine !

Grüße
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102010_1j.jpg
ergänzte Fehlstellen
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Freakshow
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Beitrag von Freakshow » Mittwoch 20. Oktober 2010, 22:12

Hallo @ all

Ich möchte Diesen Monat auch mal wieder mitmachen und stelle einen Pholidophorus sp. aus den Plattenkalken zur Wahl. Das Tiercchen ist 35,5cm lang. Bekommen hanbe ich ihn als Rohling auf der Petrefakte 2008 von einem bekannten Sammler erwerben. Nach ca 25Stunden Arbeit und 2,5 Kilo Spachtelmasse ist er vor ca eineinhalb Stunden fertig geworden.

Hier noch ein kleiner Nachtrag, die Dokumentation zur Präparation findet ihr hier:
http://www.steinkern.de/index.php?optio ... &Itemid=34
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Karsten
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Beitrag von Karsten » Donnerstag 21. Oktober 2010, 17:08

Da Eckhard sich meines Sandstrahlers angenommen hat, habe ich auch wieder etwas beizusteuern.

Es handelt sich um eine Stufe aus dem Campan vom Coesfelder Berg. Gefunden habe ich sie in den 90er Jahren Beim Bau eines Wasservorratsbehälters. Bei dem Ammoniten handelt es sich um einen Scaphites sp.

Dieser stand bisher in der Vitrine. Als ich Kalle, alias Grenzton, gestern dieses Stück zeigte entdeckte ich auf der Rückseite einen Seeigel der noch auf ein wenig Arbeit wartete. Heute dann war es soweit und ich habe das Stück noch ein wenig bearbeitet. Herausgekommen ist eine, wie ich finde, schöne Stufe mit einem Scaphiten, einem Seeigel, den ich vorsichtig als Micraster ansprechen würde, und einer Auster, die auf den Seeigel aufgewachsen ist.
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Scaphit 3.jpg
Der Seeigel von der Oberseite.
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Scaphit 2.jpg
Die Stufe nach der neuerlichen Präparation mittels Sandstrahler und Druckluftstichel.
Scaphit 2.jpg (68.84 KiB) 19451 mal betrachtet
Scaphit 1.jpg
Die Stufe, wie sie Jahrelang in meiner Vitrine stand. Breite ca. 9 cm
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Grüße aus Kirchhellen,
Karsten

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trashman
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Beitrag von trashman » Samstag 23. Oktober 2010, 12:41

Hallo Steinkerne,

ich will mich hier nun auch mal versuchen und schicke meinen kleinen Schwamm ins Rennen.

Es handelt sich um einen Porifera sp. , näher konnte ich ihn nicht bestimmen. Er misst 13mm im Durchmesser und sitzt auf einem mit Kreide Ummantelten Feuerstein.
Die Präparation hat die Natur selber vergenommen, heißt ich habe ihn so gefunden. Lediglich ein 30sek. dauerndes Bad im Ultraschallreiniger habe ich ihm gegönnt um die Poren freizuspülen.
Gefunden hab ich ihn am Geröllstrand bei Saßnitz/Rügen wo er höchstwahrscheinlich aus dem Kreidefelsen gespült wurde. Daher wird wohl die Kreidezeit die zeitliche Einordnung sein.


Ich wünsch dir viel Glück, kleiner Spongebob.


schöne Grüße

Heiko
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Porifera sp. 04.jpg
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Porifera sp. 01.jpg
Porifera sp. 01.jpg (232.85 KiB) 19329 mal betrachtet
"In Wirklichkeit ist sogar die Wirklichkeit ganz anders. " Wolfgang Mocker

"Der Glaube, es gebe nur eine Wirklichkeit, ist die gefährlichste Selbsttäuschung." Paul Watzlawick

"Das ist ja nochmal gut gegangen...."

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1haustier
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Beitrag von 1haustier » Samstag 23. Oktober 2010, 21:20

Hallo zusammen,
als “ Neuer “ probiere ich es auch einmal.
Zuerst hatte ich Hemmungen, aber meine Frau hat mich Ermutig es mal zu probieren,
sie hatte sogar davon Geträumt, des es FdM wird ( vieleicht wird sie auch ein Steinkern?).
Also ich biete hier meine erste selbst präparierte Stufe.
Ich weiß das die vom Optischen her nicht mit den Stücken, welche die alten Hasen ( Könner ) mit den Sandstrahlgerät herzaubern, mithalten kann.
Es ist auch nichts besonderes an Fossilien darauf vorhanden.
Es ist auch keine Rarität.
Aber es ist meine erste Stufe.
Die dokumentiert auch die Fehler und Missgeschicke die mir dabei passiert sind.
Dieses könnt Ihr im Forum unter:
http://www.steinkern.de/forum/viewtopic.php?t=9597
Nachlesen, wenn ihr wollt könnt Ihr auch dazu schreiben.
Dennoch ist dieses Stück recht anschaulich geworden.
Vielleicht habe ich eine Chance wenn mach alter Hase schmunzelt und sich an sein erstes Stück erinnert.

Fundort:
Straßenböschung bei Dardesheim im Harzkreis
Funddatum: Erste Oktoberwoche.
Formation:
Trias oberer Muschelkalk
Fossilien:
Seeliliensteiglieder (Encrinus liliiformis)
Muscheln (Plagiostoma striatum)
Brachiopoden (Coenothyris vulgaris)
Präparationsdauer: Ca. 11 Std.
Fertigstellung: 16. Oktober 2010


LG Peter
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stufe 1.jpg
stufe 1.jpg (49.39 KiB) 19219 mal betrachtet
Man muss in den Dreck hineinschlagen,
um zu wissen wie weit er spritzt.

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notjot
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Beitrag von notjot » Dienstag 26. Oktober 2010, 10:24

Hallo,

auch in diesem Monat möchte ich noch einmal mit einem Malm-Ammoniten teilnehmen, den ich auch schon im Malm-Forum vorgestellt habe.

Es handelt sich um einen Physodoceras circumspinosum mit ca. 14,5 cm Durchmesser, gefunden am 2.10.20010 in Drügendorf. Es handelt sich um einen Haldenfund, wahrscheinlich aus dem Malm gamma 1. Gestern habe ich die letzten Feinarbeiten vorgenommen (2 kleine Löcher gefüllt, auf der Rückseite ein kleines Teil wieder angeklebt und die Einzelteile des "Lochdeckels" zusammengesetzt, die ich aber nur lose auf die Fehlstelle setzen werde, da mir die "Kristallhöhle" so gut gefällt.

Der Ammonit ist weitgehend unverdrückt und schön rund und gleichmäßig dick, Teile des Mundsaums sind erhalten, es zeigt wunderschöne zarte Anwachslinien auf dem letzten Drittel des Gehäuses,
alle Stacheln sind erhalten und stabil (Calzit), das gesamte Phrakmokon ist aus Calzit und innen hohl und mit schönen Calzitkristallen ausgekleidet.

Die Präparatiom erfolgte durch Druckluftstichel (Grobpräparation der Außenwindung), die Innenwindungen habe ich mit einem Dremel (das Grobe, wo man hin kam) und mit Nadeln, Skalpell und Schabern freigelegt. Nachdem, wie befürchtet, schnell klar war, daß ich mit Normalwerkzeug viele Stellen nicht erreichen kann, habe ich mir aus Uhrmacherschraubenziehern verschieden große Schaber geschliffen mit gerundeten Schabschneiden, die ich dann unterschiedlich gebogen habe, um an die Problemstellen (vor allem unter den Stacheln) zu kommen.

Der Ammo hat das ganze gut ertragen, lediglich ein Knoten ist abgebrochen und konnte wieder angeklebt werden. Es ist nichts ergänzt, alle Knoten sind Original. Wie sich zeigte, sind nicht nur die Knoten calzitisch erthalten, sondern das gesamte Phrakmokon ist aus Calzit und war zum Glück (was leider nur selten der Fall ist) sehr stabil.

Präparationsdauer ca. 25 Stunden, davon 23 Stunden mit Handwerkzeugen.
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Ataxioceras
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Beitrag von Ataxioceras » Donnerstag 28. Oktober 2010, 21:12

Hallo Leute,

diesmal auch wieder ein Stück von mir. Bei dem Ammoniten handelt es sich nicht unbedingt um ein seltenes Stück, nur der Aufbau und die Erhaltung gefällt mir besonders gut.
Der 23 cm große Orthosphinctes evolutus stammt aus dem Malm Gamma 1, Jura der bekannten Ammonitenseife von Drügendorf in der schönen Fränkischen Schweiz.
Der Ammonit ist komplett mit Wohnkammer erhalten.

Gefunden am 15.10.2010, fertig präpariert letztes Wochenende.

Viele Grüsse

Volker
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Orthosphinctes_evolutus_Druegendorf_23cm.JPG
Detailaufnahme
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Orthosphinctes evolutus aus dem Malm Gamma 1, Jura von Drügendorf, BRD; Größe Ammonit: 23 cm
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Tapir
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Beitrag von Tapir » Donnerstag 28. Oktober 2010, 21:28

Ich möchte eine Cassidaria megacephala (PHILIPPI,1843) aus dem Sternberger Gestein (Oberoligozän) ins Rennen schicken. Fundort: Lesestein/Feldfund bei Sternberg in Mecklenburg

Ein bischen was zur Präparationsgeschichte findet sich hier: http://www.steinkern.de/forum/viewtopic.php?t=9704
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Glück auf!

Johannes Kalbe

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"Kalsarikänni is real. It’s about letting go and being yourself, no affectation and no performance"

Be more specific! http://www.youtube.com/watch?v=PusCpQIbmCw

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FurFossil
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Makrele vom Limfjord

Beitrag von FurFossil » Freitag 29. Oktober 2010, 10:33

Hallo Steinkerner,

nach langer Überlegung (weil ich die Präparation des Fisches bereits als Homepagebeitrag vorgestellt hatte) stelle ich nun doch meine Makrele in den Wettbewerb ein.

Den Fisch habe ich am 23. Juni 2010 in der Grube Ejerslev (Limfjord, Dänemark) gefunden; die Präparation wurde fertig gestellt im September 2010.

Die Makrele ist in das untere Eozän zu stellen, sie ist in Zementstein eingebettet und 31 cm lang.


Mit den besten Sammlergrüßen

Karsten
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Bild 4: Schuppenkleid im Detail
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Bild 3: Kopf im Detail
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Bild 2: Makrele nach Vollendung der Präparation
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Bild 1: Makrele im Fundzustand. Sie hat vor etwa 10 Minuten „das Licht der Welt“ erblickt.
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marmoreum
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Pleuracanthites: ein unverhoffter Bachfund aus den Alpen

Beitrag von marmoreum » Freitag 29. Oktober 2010, 13:35

Liebe Steinkerne,
Auf mehrfache Empfehlung stelle ich hier meinen Fund vom 15.10.10 vor. Die Beschreibung übernehme ich von meinem Beitrag in den Kurzberichten - was soll man da neu schreiben?

Nach einer Profilaufnahme und Inspektion diverser Profile war noch Zeit und die Sonne schien. Da habe ich mich kurz entschlossen aufgerafft und bin in das Bett des Rissbachs, der seinerzeit sehr wenig Wasser führte, eingestiegen. Dort landen alle Steine der mir bekannten fossilreichen Profile. Immer wieder „spuckt“ der Rissbach deswegen auch etwas Interessantes aus.
Bisher waren gute Funde in der Nähe der Mündungen der Seitenbäche möglich, meistens in Form von großen Brocken. Die Häufigkeit nimmt bachabwärts dann schnell ab und die Steine werden immer kleiner (beim Transport zerstört).
Die erwarteten Brocken konnte ich am 15. aber nicht entdecken. So entfernte ich mich immer mehr von den verheißungsvollen Seitenbächen und spazierte über Kiesbänke und durch den Bach.
Kurz vor Ende der letzten Bank dann die Überraschung, mit bereits durchnässten Schuhen:
Ein kleiner Brocken des ockerfarbenen Enzesfelder Kalks spitzt zwischen den grauen Bachkugeln hervor, ca. 40 x 40 x 10cm.
Ich hebelte ihn heraus und ein paar kleine Querschnitte von Ammoniten waren zu sehen. Dieses Gestein ist immer voll davon. Also dann: ich investierte einen Probeschlag parallel zur Schichtung.
Ein 8 cm großer Psiloceras naumanni NEUMAYR fiel mir entgegen! So ein Stück an einem so abgelegenen Platz zu finden ist schon bemerkenswert.
Der Rest-Stein wurde dann senkrecht zur Schichtung grob zerklopft.
Er zerbrach in drei Teile. Am größten Teil schaute eine Windung eines recht großen Ammoniten heraus! Ich vermutete ein weiteres Ps. naumanni und packe den ganzen Krempel zusammen. Zu groß ist die Gefahr, dass viel kaputt geht.
Zuhause dann sondierte ich dessen Erhaltung mit dem kleinen Spitzmeißelchen. Die Windung trennt gut und alles sieht sehr viel versprechend aus.
Ein etwas gröberes Ansetzen des Meißels lässt plötzlich einen Spalt entstehen und der Deckel springt weg:
Es ist ein vollständig erhaltenes Exemplar eines Pleuracanthites biformis SOWERBY aus dem mittl. Hettang! Durchmesser: 160mm!
Die Endpräparation war in wenigen Minuten erledigt.
Der Brocken ist weit gereist: 700 Höhenmeter nach unten gekugelt, ca. 1 km im Bachbett transportiert. Ein absoluter Zufall, dass der Ammonit vollständig eingebettet war! Und natürlich, dass er auch so selten ist.
Ein Zufall auch, dass er nicht sofort bei meiner zuerst groben Behandlung zerbrochen ist.
Der Frost und die Witterung haben ihn gut spaltbar gemacht. Die Schale ist bis zu den innersten Windungen erhalten. Ein solches Sammlungsstück habe ich bisher im Anstehenden noch nie gefunden!
Nicht nur die Erhaltung, sondern auch die Fundgeschichte machen das Stück zu einem echten Fund des Monats!
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es is nimmer weit, aber es ziagt si!

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