Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Wir wählen jeden Monat das Fossil des Monats. Hier findet ihr die Kandidaten und Abstimmungen. Natürlich kann jeder selbst Fossilien zur Wahl stellen und an den Umfragen teilnehmen. Die Gewinner findet ihr in unserer Galerie auf Steinkern.de.

Moderatoren: Sönke, ceratites, Miroe

Welches Stück soll Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024 werden?

Umfrage endete am Freitag 16. Februar 2024, 18:07

Daniel-Burmeister: Seestern-Arm aus der Oberkreide Dänemarks
56
19%
steinecke: Stereocidaris sceptrifera aus dem Campanium (Geschiebe), Insel Rügen
51
17%
MaxW: juveniler Tharsis dubius mit Mageninhalt aus dem Mal Zeta von Wegscheid
12
4%
Geo-Lieven: Pinus sp. aus dem Pliozän des Tagebaus Hambach
18
6%
Dirk.L: Beaniceras centaurus aus dem Unterjura von Sommersell
11
4%
ceratites: Cardiaster granulosus aus der Rügener Schreibkreide
4
1%
Schneckenhannes: Seestern-Terminalia aus dem Ober-Pliensbachium der Grube Buttenheim
2
1%
paramblypterus: Polidophorus sp. aus dem Oberen Muschelkalk des Weserberglandes
55
19%
w. cok: Acanthoceras rhotomagense aus dem Cenomanium vom Escalles, Frankreich
49
17%
JensKucharski: Stufe mit mehreren Jura-Ammoniten aus dem Toarcium von Pölling (Neumarkt/Oberpfalz)
34
12%
 
Abstimmungen insgesamt: 292

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Sönke
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Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von Sönke » Montag 1. Januar 2024, 02:36

Liebe Steinkerne,

Die Abstimmung zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024 ist hiermit gestartet. Es stehen Euch 10 tolle Kandidaten zur Auswahl. :D
Die Abstimmung läuft - wie üblich - 15 Tage. Sie endet am Freitag, den 16. Januar 2024 um 18:07 Uhr.

:fdm:

Viel Spaß bei der Qual der Wahl ... erstmalig mit bis zu DREI STIMMEN.

Viele Grüße, Eure Moderatoren
Michael (Miroe), Sönke und Thomas (ceratites)

Daniel-Burmeister
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von Daniel-Burmeister » Dienstag 9. Januar 2024, 20:36

Hallo liebe Steinkernfreunde und Fossilienverrückte,

Obwohl ja letztes Jahr ein Seestern in den Medien die große Welle geschoben hat,dachte ich mir "scheiss drauf" und schicke trotzdem ein Stück Seestern ins Rennen....
Fundsituation :
Einige zusammenhängende Seesternkissen tauchten in einem Klumpen der Kreidegrube Hillerslev in Dänemark auf.Ich sah das auf mehreren Seiten Anhäufungen und zusammenhängende Kissen waren und ich fing an mit einem Skalpell Stück für Stück Kreide abzukratzen,immer entlang der Kissen....Schnell hatte ich die Hoffnung das ein kompletter Arm enthalten sein könnte und mehre Windungen tauchten auf.Einzig im Inneren des Armes gingen ein paar kleine Kissen beim Kratzen/Schaben abhanden. Zum Glück war die kreide gut getrocknet und recht fest, sodass die Kissen einen festen Sitz hatten ....
Also seht ihn Euch an und grinst genau so wie ich....
Quasi " Frohes Neues" ....
Mit Grüßen, Daniel Burmeister

Fundort: Dänemark, Kreidegrube Hillerslev
Größe: Höhe des Armes 10 cm auf Matrix,
Breite des Armes 8 cm
Entdeckung,Bergung und Präparation:
Ich ( Daniel Burmeister)
Dateianhänge
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Präparation
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Fundsituation
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Nach der Bergung
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Fertige Präparation
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steinecke
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von steinecke » Dienstag 16. Januar 2024, 18:41

Fossil: Stereocidaris sceptrifera
Fundschicht / Stratigraphie: Oberkreide / Campanium
Breite des Steins: ca. 7,5 cm
Fundregion: Rügen
Sammlung: Eckhardt Witting
Präparation: Mirco Baronick

Neues Spiel, neues Glück!
Rügen ist insbesondere wegen seiner Fossilien des Maastrichts („Kreideküste“) bekannt. Daneben finden sich als Geschiebe Fossilien vor allem aus dem Paläozoikum. Fossilien aus dem Campan sind vergleichsweise selten.
Im Sommer 2022 fand ich einen Stein am Strand, den ich aufklopfte, da ich Stachelreste sah. Es tauchten noch weitere Reste auf. Das Ganze war so unästhetisch, dass ich überlegte, den Stein am Strand liegen zu lassen. Aufgrund seiner geringen Größe und der Vermutung, dass es sich nicht um einen Schreibkreidefund handelte, kam er dann doch mit. Wochenlang lag er verloren in meiner Wohnung herum. Später übergab ich ihn an Mirco Baronick (mir) und Stefan Lips (Klapperstein), die ihr Glück an einer Präparation versuchen wollten. Ich vergaß den Stein komplett. Auch Stefans und Mircos Interesse an der Arbeit war zunächst nicht sonderlich groß. Beim Präparieren, berichteten sie mir später, tauchten zu ihrer Überraschung immer mehr Bestandteile eines Stereocidaris in dem kleinen Brocken auf. Erstaunlich ist, dass neben den Coronateilen von den neun Stachelresten mindestens zwei vollständig erhalten sind.
Am ersten Advent 2023 sorgten Stefan und Mirco dann bei mir für Sprachlosigkeit, als sie mir einen zerfallenen Kronenseeigel auf den Tisch zauberten, an dessen Fund ich mich gar nicht erinnerte. Nils Schlüter (Stein) bestätigte meine Vermutung, dass es sich um einen Stereocidaris sceptrifera aus dem Campan handeln müsse. Damit habe ich nun mehrere (selbstgefundene!) Stereocidarisarten in der Sammlung, die alle von Rügen stammen. Das ist für mich als vorrangigem Regionalsammler natürlich eine besondere Freude, weil ich genau weiß, wie selten gut erhaltene Kronenseeigel in jeglicher Form zu finden sind.
Der mir im Dezember überreichte fertig präparierte Seeigel kann aufgrund interner Konkurrenz erst jetzt beim FdM präsentiert werden (siehe meinen Kandidaten vom letzten Monat). Ich hoffe, das ist okay. Dies ist vermutlich mein letzter Anlauf mit einem Stereocidaris zum FdM, da die beiden letzten Funde höchstwahrscheinlich einmalig bleiben werden.
Dateianhänge
Stereocidaris sceptrifera.jpeg
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Stereocidaris sceptrifera 09.08.2022 a.jpeg
Stereocidaris sceptrifera 09.08.2022 a.jpeg (2.51 MiB) 11286 mal betrachtet
Stereocidaris sceptrifera 09.08.2022 b.jpeg
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MaxW
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von MaxW » Montag 22. Januar 2024, 19:53

Diesen Monat möchte ich mit einem von mir fertig präparierten Tharsis dubius teilnehmen. Der Rohling befand sich auf einer sehr dünnen Platte, welche bereits einmal geklebt und aufgedoppelt wurden war. Außerdem wurde bereits teilweise eine Schicht von oben her abgetragen und ein kleines Stück am Bauch des Fisches gefenstert. Mit einem Stichel habe ich die Platte auf eine Ebene gebracht um eine schöne Oberfläche zu erhalten, dies ging sehr gut, da das Gestein sehr gut trennte. Den Fisch an sich habe ich abwechselnd grob fregestichelt und die letzte dünne Schicht mit einer Nadel geschabt. Die Kontur habe ich mittels Dremel und Sandpapier herausgearbeitet. Zum Schluss habe ich die überstehenden Reste der aufgedoppelten Platte formatiert. Das besondere an diesem sonst eher unspektakulären Fund ist, dass sich im Bauchbereich noch der Mageninhalt des Fisches erkennen lässt, was doch schon eine Seltenheit darstellt.

Fossil: juveniler Tharsis dubius mit Mageninhalt
Größe: 76 mm
Fundschicht: Malm Zeta
Fundort: Wegscheid
Präparation und Sammlung: Max Wanke
Dateianhänge
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Geo-Lieven
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von Geo-Lieven » Mittwoch 24. Januar 2024, 00:05

Hallo zusammen,
beiliegend mein Kandidat für das Fossil des Monats.

Ein inkohlter, juveniler aber leider deutlich abgerollter Kiefernzapfen. Ein Stück, das man nicht weiter würdigen möchte.
Abhilfe schaffte hier ein Längsschnitt durch das Fossil. Mit der Bandsäge geschnitten und mit 1000er Schleifpapier geglättet, was bei dem teilweise butterweichen Innenmaterial nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen war.

Zu sehen sind nun die noch anliegenden Zapfenschuppen rechts und links der Mittelspindel.
Die kleinen mandelförmigen Hohlräume sind die harten Außenschalen der Samen (das Endokarp) in situ. In der rechten Zapfenhälfte kann man im linken unteren Endokarp noch eindeutig den eigentlichen Samen, das Endosperm erkennen - siehe Vergrößerung.

Viele Grüße
Uli

Fossil: Pinus sp.
Größe: 55 mm
Fundschicht: unt. Pliozän, Zancleum, Kieseloolith-Formation, Rotton-Schichten, Horizont 9B
Fundort: Tagebau Hambach, 3. Sohle
Foto, Sammlung, Präparation: Uli Lieven
Dateianhänge
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gesägter Zapfen von außen
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Innenansichten im Längsschnitt
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Samen im Endokarp
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Dirk.L
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von Dirk.L » Dienstag 30. Januar 2024, 12:46

Fossil: Beaniceras centaurus
Größe: 19 mm
Stratigrafie: Unterjura, Unteres Pliensbachium, Ibex-Zone, Valdani-Subzone
Fundort: Sommersell
Präparation und Sammlung: Dirk Lampe

Beaniceras centaurus gilt als Mikrokonch zu Liparoceraten des Formenkreises um die Art L. cheltiense und ist mit Durchmessern um 2-3 cm bereits adult.

Die Art ist in der Valdani-Subzone von Ostwestfalen in einigen Schichten nicht selten, jedoch meistens bis auf die sedimentgefüllte Wohnkammer flachgepresst. Funde wie dieses Stück, wo der Ammonit teilweise konkretionsumhüllt vorliegt und dadurch vor Kompression während der Gesteinsdiagenese bewahrt wurde, sind recht selten.

Die Präparation erfolgte mit Stichel und Nadel unter dem Bino. Eigentlich war es ein lucky split, da sich das Käppchen fast von alleine löste.

Gruß
Dirk
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ceratites
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von ceratites » Dienstag 30. Januar 2024, 19:06

Ich möchte diesmal wieder mit einem irregulären Seeigel teilnehmen, und zwar mit:

Cardiaster granulosus
Oberkreide, Oberes Untermaastrichtium
Fundregion: Insel Rügen
Größe: L: 6 cm, B: 4,5 cm
Fund, Foto und Sammlung: Thomas (ceratites)

Cardiaster granulosus ist in der Rügener Schreibkreide eine der häufigeren Arten unter den Holasteriden. Dennoch sind gut erhaltene Funde, sofern sie keinen Feuersteinkern besitzen, sehr selten, da die Art dünnschalig ist und das Gehäuse meist ge- oder zerdrückt vorliegt. So auch bei diesem leicht gedrückten, aber doch sehr ansehnlichen Exemplar, welches ich Ende Dezember auf Rügen fand. Der Block wurde gerade noch schnell genug trocken, um das Fossil vorsichtig aus dem Stein zu strahlen und heute die Feinarbeiten fertig zu bekommen. Die Schale ist zu 98 % vollständig.
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C.granulosus_.JPG
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Hast Du Glück, ist es gut. Hast Du kein Glück, ist es auch gut. Hast Du eben Pech gehabt. War vielleicht dein Glück.

Kurt Tucholsky

Schneckenhannes
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von Schneckenhannes » Mittwoch 31. Januar 2024, 08:09

Ich möchte auch noch was vorzeigen,gefunden in einer Schlämm-Ausleseprobe
Seestern-Einzelfragmente von Terminalia <1mm
Grube bei Buttenheim
Ober-Pliensbachium
Spinatum-Zone
Hawskerense-Subzone Ld2b-EPH
Objekte in einer Mikrozelle liegend,da < 1mm.
Finder Johann Schobert,Hirschaid
Beschreibung M.Kutscher,Sassnitz
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paramblypterus
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von paramblypterus » Mittwoch 31. Januar 2024, 19:09

Hallo zusammen.
Mein Kandidat für den Wettbewerb des Fossil des Monats Januar ist ein kleiner Fisch aus dem oberen Muschelkalk des Weserberglandes. Nachdem die "klassischen Vier" (Colobodus, Gyrolepis, Dolopterus und die Quastenflosser) regelmäßig gefunden werden und dadurch hinreichend bekannt sind, möchte Ich nun etwas ganz besonderes vorstellen.
Denn bei meinem kleinen Fisch handelt es sich eben nicht um einen der bisher aus dem Muschelkalk bekannten Gattungen, sondern um einen Polidophorus sp. . Die prominentesten Vertreter der Gattung Polidophorus stammen aus dem Solnhofener Plattenkalk und etwas älter aus dem Toarcium von Holzmaden oder Mistelgau. Noch ältere Vertreter stammen aus der oberen Trias der Kalkalpen sowie einige fragliche Belege aus dem unteren Muschelkalk von Winterswijk. Daher kommt diesem kleinen FIsch eine ganz besondere Bedeutung zu, da er einer der ganz wenigen Nachweise der Gattung Polidophorus aus dem oberen Muschelkalk ist. Zum Vergleich: In der "Lebewelt unserer Trias" von Martin Schmidt (1938) wurden ein einziges Exemplar aus dem Rhät sowie ein weiterer Beleg aus dem Muschelkalk von Bad Gandersheim erwähnt. Danach hat man bis dato nichts mehr vom Polidophorus aus dem oberen Muschelkalk gesehen oder gehört.
Diagnostisch fallen beim Blick auf dem Fisch sofort die glatten, leicht rhombischen Schuppen sowie die proportional winzigen Flossen auf, die bei den anderen Fischen aus dem Muschelkalk wesentlich größer sind. Speziell gilt dies für die Brustflosse und die Afterflosse sowie die im Muschelkalk ebenfalls nur in Ausnahmefällen erhaltene, annähernd vollständige Schwanzflosse, die üblicherweise aus der einbettenden Konkretion herausläuft. Der einzige Wehmutstropfen ist aber, dass ein Teil des Schädels findet.
Der hier vorgestellte Polidophorus war übrigens mein allererster Muschelkalkfisch überhaupt. Gefunden habe ich diesen als Lesefund in einem lange aufgelassenen Steinbruch im Weserbergland, daher ist eine Zuordnung zu einem konkreteren Horizont leider nicht möglich, da in besagtem Steinbruch fast alle lokal auftretenden Ceratitenzonen auftreten. Die Farbe und Beschaffenheit des anhaftenden Mergels lassen leider auch keine konkretere EIngrenzung als "könnte sowohl aus der compressus-, spinosus-, enodis- oder praenodosus-Zone" stammen zu. Nachdem das Fischlein zig Jahre in einem Karton vor sich hin schlummerte, habe ich dieses vor kurzem präpariert. Verwendet habe ich dafür die Druckluftstichel W224, HW30 und HW 80 sowie diverse Nadeln und Schaber.
Nun ist es mir aber nicht genug, dieses Stück nur hier zu präsentieren, sondern es bedarf auf Grund seiner Besonderheit einer genaueren Vorstellung und Auswertung, die mittelfristig erfolgen wird:) Weiterhin möchte Ich einen Appell an alle Muschelkalk-Sammler richten: da dieser Fisch auf einem Buckel auf einer Kalkbank liegt, dürften für Fische nicht nur die Konkretionen interessant sein. Außerdem wäre es sicherlich auch interessant, den Fokus abseits der üblichen Verdächtigen und ihrer Überreste zu legen, da deren Knollen, Buckel etc normalerweise schon 10-15 cm aufwärts groß sind, und auch auf kleine und unscheinbare Knollen oder Aufwölbungen zu achten. Es kann nämlich gut sein, dass solche kleine Fische beim Sammeln schlichtweg kaum auffallen. Jedenfalls ist der obere Muschelkalk trotz seiner zig Jahrzehnte anhaltenden Erforschung immer noch für Überraschungen gut.
Genug ist nun erzählt, abschließend noch einige Daten in Kurzfassung zum Fossil:
-Gattung: Polidophorus sp.
-Größe: Länge des Fossils 82 mm (gestreckt ca 95 mm), Körperhöhe an der weitesten Stelle 21 mm, die Größe des Steins beträgt 127x96 mm.
-Fundschicht: Oberer Muschelkalk, mittlere Trias
-Fundort: Weserbergland
-Fund, Präparation und Sammlung: Justus Güttler

Und damit viele Grüße aus dem schönen Weserbergland!
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von w. cok » Mittwoch 31. Januar 2024, 21:52

Hallo Fossilienfreunde,

Ich möchte gerne dieser Acanthoceras vorstellen. Nach meiner Meinung ein Superammonit!

Fossil: Acanthoceras Rhotomagense
Fundschicht / Stratigraphie: Cenoman
Grosse der Ammonit: 27 cm
Fundregion: Escalles, Petit Blanc Nez, Pas-de-Calais, Frankreich
Gefunden; 24-1-2024
Präparation: Walter Cok
Zei; 20 Stunden

Ich komme hier ein oder zwei Mal im Jahr um zu suchen. Manchmal finde ich was schönes, manchmal etwas weniger.

Leider war kein Gault Ton frei und habe ich in die Blöcken unter der Klif suchen müssen. Ein par kleine Schloenbachia's und ein Mantelliceras waren die fünde. Leider meist verwittert und verdrückt. Im Mittag müsste ich pausieren weil das Wasser zu hoch kamm. Also was gegessen uns wieder warm geworden. Dann, erst um 14.30 wieder zum Strand. Da musste ich mir entscheiden, nach links oder nach rechts. Links Cenoman, Recht Turon. Da habe ich mir gedacht, Turon, das geht jetzt nicht mehr. Wenn ich was finde habe ich keine Zeit es zu bergen.

Also ich binn links gegangen. Noch ein par kleine funde gemacht und entschieden bis Petit Blanc Nez zu gehen. Da angekommen hatte ich keinen Bock mehr. Es war schon ein langen Tag. Da sah ich aber ein Kiel von ein Ammonit aus ein Block ausragen. Ich habe da versucht es heraus zu holen aber es war da schon 17.00 u . Um 17.30 u ist Sonnenuntergang. Also schnell der Ammonit eingepackt un Munter mit 30 kg im Rucksack zuruck gegangen zum Parkplatz.

Mit präparieren ging eine Seite ziemlich gut. Die Lösung von der Matrix war gut. Leider hat der Ruckseite weniger mitgearbeitet. Da musste ich aufhören. Da war nür noch ca 1 mm übrig in die Mitte. Beim bergen waren par Stücken abgeplatzt, die habe ich kleben müssen. Die letzte 3 Windungen habe ich reconstruieren müssen.

Hoffentlich gefällt euch diesen Ammonit. Ich binn sehr froh und begeistert von diesen Fund.

Viele Grüssen Walter
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von JensKucharski » Mittwoch 31. Januar 2024, 23:21

Hallo zusammen,

ich nehme diesmal mit einer Kleinstufe aus dem Lias Epsilon teil, die ich soeben fertig bekommen habe. Das bereits 1990 in Pölling (Neumarkt/Oberpfalz) gefundene Stück konnte ich vor rund 2 Jahren aus der Sammlung eines Freundes gegen einen Präparationsauftrag eintauschen. Da ich die Stufe unbedingt noch nachpräparieren wollte, lag das gute Stück erst mal in einer Kiste bei mir im Keller. Durch ein anderes Laibstein-Projekt motiviert, wollte ich das Teil nun mal endlich fit für die Sammlung machen. Ich hatte vorher schon mal mit der Präparation angefangen und habe mich direkt gefragt, warum ich diese dann abgebrochen hatte. Ziemlich schnell wusste ich dann wieder, warum. :roll: Die Trennung an den Rändern zwischen Fossil und Stein war schlecht bis nicht vorhanden ( eigentlich recht typisch für Laibsteine). Daher nahm die Präparation dann auch rund 10 Stunden in Anspruch, was bei der handlichen Größe von ca. 20x10cm schon relativ viel ist.
Die Stufe ist eine kleine Besonderheit, denn auf dem kleinen Stein befinden sich 15 Ammoniten, die zu mindestens 4 verschiedenen Gattungen gehören. Damit repräsentiert die Kleinstufe schon fast die komplette Fauna. Bild 5 zeigt den Zustand in dem ich die Stufe übernommen habe.

Fossil: Stufe mit Cleviceras elegans, Lytoceras ceratophagum, Harpoceras serpentinum, Dactylioceras und weiteren Klein-Ammoniten
Größe: 20x10cm
Fundschicht: Jura, Lias Epsilon (Toarcium)
Fundort: Baustelle in Pölling (Neumarkt/Oberpfalz), ca. 1990
Präparation: Jens Kucharski
Sammlung: Jens Kucharski
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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von Sönke » Donnerstag 1. Februar 2024, 20:42

Sönke hat geschrieben:
Montag 1. Januar 2024, 02:36
Liebe Steinkerne,

Die Abstimmung zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024 ist hiermit gestartet. Es stehen Euch 10 tolle Kandidaten zur Auswahl. :D
Die Abstimmung läuft - wie üblich - 15 Tage. Sie endet am Freitag, den 16. Januar 2024 um 18:07 Uhr.

:fdm:

Viel Spaß bei der Qual der Wahl ... erstmalig mit bis zu DREI STIMMEN.

Viele Grüße, Eure Moderatoren
Michael (Miroe), Sönke und Thomas (ceratites)
Die Abstimmung läuft. :top:

Thomas (alias ceratites) hat sie dankenswerterweise gestartet - und damit: noch einmal herzlich Willkommen im Moderationsteam! :thx:

Man kann es nicht oft genug betonen, damit es bei allen ankommt:
Ab jetzt gilt: multiple choice ist möglich (bis zu 3 Stimmen). Man muss aber nicht alle 3 Stimmen verteilen. ;) Will man einen bestimmten Kandidaten als Sieger "durchbringen" oder favorisiert z. B. zwei Kandidaten kann man insoweit auch taktisch wählen und nur eine oder zwei Stimmen vergeben. Andererseits hat die Möglichkeit 3 Kandidaten zu wählen dadurch einen gewissen Reiz, dass man das "Podium" (Platz 1-3) zusammenwählen kann. Es wird auf jeden Fall spannend, wie sich das auswirkt und wieviele Stimmen abgegeben werden. :)

Gruß
Sönke

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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von ceratites » Montag 12. Februar 2024, 17:32

Die Abstimmung zum :fdm: Januar nähert sich mit großen Schritten ihrem Ende. Ihr habt noch bis Freitag Zeit, eure Kandidaten für Januar zu wählen. Also ran an die Tasten und abstimmen!

Nicht vergessen: Ihr könnt bis zu drei Stimmen für die Kandidaten eurer Wahl vergeben und euch so euer Siegertrio wählen.

Wir sind, genau wie ihr, gespannt auf den Ausgang dieser Wahl.

Viele Grüße!
Eure FdM-Moderatoren
Michael, Sönke und Thomas
Hast Du Glück, ist es gut. Hast Du kein Glück, ist es auch gut. Hast Du eben Pech gehabt. War vielleicht dein Glück.

Kurt Tucholsky

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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von Sönke » Freitag 16. Februar 2024, 00:50

Heute bis um 18:07 Uhr könnt ihr noch abstimmen, sofern nicht schon geschehen. Es ist also höchste Eisenbahn. ;)

Wir sind sehr gespannt, wie sich das neue "Bis-zu-3-Stimmen-Wahlrecht" auf die Gesamtzahl abgegebener Stimmen und aufs Ergebnis auswirkt.

Liebe Grüße
Michael, Thomas und Sönke

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Re: Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats Januar 2024

Beitrag von Sönke » Samstag 17. Februar 2024, 00:50

Das war aber mal ein Fotofinish!

Der Seestern landete eine Armlänge (eher einen Ossikel ;) ) vor dem Fisch, der wiederum dicht gefolgt vom Stereocidaris wurde. Herzlichen Glückwunsch an alle drei Sieger: Daniel zu Platz 1, Justus zu Platz 2 und Ecke zu Platz 3. :)
Auch bemerkenswert: der Viertplatzierte, Walter mit seinem tollen Acanthoceras, vereinte nur 7 Stimmen weniger auf sich als der Sieger. :top: Toller Ammo, Walter!
Auch den weiteren Teilnehmern möchte ich für ihre Beiträge zur Vielfalt dieses Wettbewerbs danken, die hoffentlich dazu animieren, es gelegentlich wieder zu probieren. :D

So knapp unter gleich vier Kandidaten war es m.W. lange nicht. Vielleicht kam dies z.T. auch dank der neuen Regeln zustande? 292 erfasste Stimmen weisen darauf hin, dass längst nicht alle Abstimmenden 3 Stimmen vergeben haben, aber das ist ja auch weiterhin kein Muss.

Platz 1, 2 und 3 ziehen dann demnächst in die FdM-Galerie ein. :top: Die anderen Kandidaten, soweit sich die Fotos eignen, in die fundortspezifischen Galerien.

Liebe Grüße und im Namen des gesamten Moderatorenteams nochmals Glückwunsch an die Sieger und danke an alle fürs Mitmachen - Kandidaten wie Abstimmende
Sönke

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