Fossil des Monats November 2021

Wir wählen jeden Monat das Fossil des Monats. Hier findet ihr die Kandidaten und Abstimmungen. Natürlich kann jeder selbst Fossilien zur Wahl stellen und an den Umfragen teilnehmen. Die Gewinner findet ihr in unserer Galerie auf Steinkern.de.

Moderatoren: Sönke, Miroe

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Sönke
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Fossil des Monats November 2021

Beitrag von Sönke » Montag 1. November 2021, 09:19

Liebe Steinkerne,

wir starten hiermit den Wettbewerb zum Steinkern.de Fossil des Monats November 2021.

Bitte vergesst nicht, im Oktober-Wettbewerb abzustimmen!

Viele Grüße
Michael und Sönke

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Die Bitte der Moderatoren sei hier nochmals wiederholt:
Im Hinblick auf die Aufnahme der meisten beim Fossil des Monats vorgestellten Kandidaten in die Steinkern.de Galerie, würden wir uns freuen, wenn künftig mehr Kandidaten als bisher so fotografiert würden, wie es für die Galerie hier vorgeschlagen wird. D. h. das Fossil wird auf einem Foto vor einem neutralen, möglichst dezenten Hintergrund, vor dem es ganz für sich wirken kann, abgelichtet. Ein solches Foto ist zwar keine "Teilnahmevoraussetzung" für den Wettbewerb, aber leicht umzusetzen. Eine gute Darstellung eignet sich nicht nur besser für die Galerie, sondern erhöht nebenbei sicherlich auch die Siegchancen im Wettbewerb - na, wenn das kein Anreiz ist. :wink:

Wir bitten auch darum, neben einem Fließtext auch die übersichtliche Auflistung der Informationen zum Fossil und die Angabe des eigenen bürgerlichen Namens nicht zu vergessen, um uns das Erstellen der Umfrage und unserem Mitstreiter Thomas (tbillert) das Verarbeiten der Informationen für die Galerie-Einträge etwas zu erleichtern.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und beste Grüße!

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Die Regeln

• Jedes Steinkernmitglied kann bis zu 5 Bilddateien von seinem FdM-Kandidaten präsentieren. Über die Zahl hinausgehende Fotos werden von den Moderatoren entfernt.

• Es muss sich um einen Eigenfund oder um ein selbst präpariertes Fossil handeln. Es darf auch ein Fund für einen Anderen eingestellt werden, darauf ist gegebenenfalls hinzuweisen. Auch die Vorstellung einer Gemeinschaftsarbeit ist möglich.

• Wenn das Fossil nicht selbst präpariert wurde, soll der Name des Präparators angegeben werden. Für den umgekehrten Fall, d.h. wenn es nicht selbst gefunden wurde, ist dies ebenfalls zu vermerken (und - soweit bekannt - der Name des Finders zu benennen).

• Der Fund muss, sofern er präpariert wurde, im Monat des Wettbewerbs oder im Vormonat des Wettbewerbs fertig präpariert worden sein, kann also theoretisch dann auch schon vor längerer Zeit gefunden worden sein (dies sollte fairerweise angegeben werden). Sofern der Fund nicht präpariert wurde, muss er im Monat des Wettbewerbs oder im Vormonat gefunden worden sein.

• Es darf nur ein Fund pro Kopf und Monat veröffentlicht werden.

• Es ist untersagt im FdM-Wettbewerb auf Verkaufsangebote zu verweisen.

• Montagen sind ausgeschlossen. Reparaturen / Ergänzungen einschließlich deren farblicher Anpassung sind gestattet, sofern dadurch verloren gegangene Skulpturelemente unverfälschend rekonstruiert und/oder Fehlstellen an Fossil und/oder Matrix geschlossen werden. Auf die Reparaturen/Ergänzungen muss hingewiesen werden und sie müssen für den Betrachter optisch oder aus der Beschreibung erkennbar sein. Andernfalls ist das Fossil / die Fossilstufe nicht zur Teilnahme am Wettbewerb berechtigt.
Wer sich unsicher ist, was z.B. mit einer Montage gemeint ist bzw. ob sein Fossil gegen diese Regel verstößt, beachte bitte die ---> Erläuterungen.


Zum Fossil sollten folgende Angaben, möglichst in übersichtlicher Auflistung nach diesem Schema, gemacht werden:

- Fossil (Gattung / Art)
- Größe
- Fundschicht / Stratigraphie
- Fundort oder Fundregion
- Foto, Sammlung, ggf. falls abweichend Präparator (wünschenswert, aber nicht verpflichtend, ist jeweils die Nennung des bürgerlichen Namens)

Ausführliche zusätzliche "Fundgeschichten" und Informationen z.B. zur Präparation sind willkommen!

Wir bauen auf die Ehrlichkeit der Teilnehmer, was die Einhaltung dieser Regeln betrifft. Wer gegen die Regeln verstößt, wird vom laufenden Wettbewerb ausgeschlossen (und kann für weitere Wettbewerbe temporär gesperrt werden).

Ein Beispiel, wie der Wettbewerb abläuft:
Es ist Juli. Es können nun Bilder von Stücken, die im Juni oder im Laufe des Monats Juli fertig präpariert wurden, veröffentlicht werden. Am 1. August ist der Beitrag dann geschlossen und die Moderatoren erstellen eine Umfrage, die eine Laufzeit von 15 Tagen hat (danach zieht das gewählte Fossil in die FDM-Galerie auf Steinkern.de ein). Ab dem 1. August wird dann der Beitrag zum Sammeln der Bewerber für das "Fossil des Monats August" von den Moderatoren gestartet usw.
Nach Ende eines Monats wird aus den Teilnehmern über das FdM abgestimmt. Zur Teilnahme an der Abstimmung sind alle angemeldeten User des Steinkern-Forums berechtigt! Das nach Meinung der meisten Teilnehmer "beste" Fossil findet einen Platz in unserer FDM-Galerie auf Steinkern.de. Da auch viele der nicht siegreichen Kandidaten es wert sind, dauerhaft einen Platz in der Steinkern-Galerie zu finden, werden wir geeignete Aufnahmen seltener und schöner Fossilien in die fundortbezogenen Rubriken der Galerie übernehmen. Bevorzugt berücksichtigt werden bei der Übernahme in die Galerie solche Kandidaten, die den Vorgaben für die Galerie entsprechen, d. h. gut, fortmatfüllend und vor dezentem Hintergrund fotografiert oder nachträglich sauber am PC freigestellt wurden.

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Freakshow
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Re: Fossil des Monats November 2021

Beitrag von Freakshow » Montag 1. November 2021, 09:30

Dann mache ich dien Anfang mit einem Allerweltsfossil aus den Solnhofener Plattenkalken.
Mecochirus longimanatus.
Beinahe der unerwünschteste Krebs beim Sammeln im Plattenkalk möchte man sagen. Warum ist das eigentlich so? Eine Erklärung wäre: er ist zu häufig und dafür zusätzlich zu selten gut erhalten. Oft ist die Substanz extrem dünn und zudem Spröde, kaum zu halten. Man verliert einfach die Geduld, weil zu oft kein wirklich brauchbares Stück dabei raus bekommt. So wird oft wird einfach auf ein schönes Spaltexemplar gewartet. Aber auch die sind nicht gerade häufig in guter Qualität.
Dieses Exemplar kam in zwei Platten. Die Hangendplatte enthält das Tier, die Liegendplatte zeigt nur ein Negativ zweiter Ordnung. Der Krebs soll von der Hangendseite her gemacht werden, liegt aber so tief in einer schönen harten Schicht, dass es einen Unterbau braucht um ihn zu präparieren. Die Platte ist aber nicht da. So wird kurzerhand die vorhandene Liegendplatte auf die Rückseite gepinnt.
1 Mecochirus.JPG
1 Mecochirus.JPG (1.5 MiB) 1723 mal betrachtet
Nachdem alles ausgehärtet ist, geht es an den Krebs. Zur Überraschung hält die Substanz recht gut, er zeigt auch ein schönes Relief. Mit drei von sechs Antennen, die auch noch sehr dekorativ liegen hätte ich nun auch nicht gerechnet. Nachdem das Tier rausgerattert ist, werden die Kanten gesetzt und der Spot gestaltet. Alles zusammen repräsentiert das Stück ein gutes Exemplar seiner Art und mit 12,5cm in mittlerer Größe.
2 Mecochirus 12,5cm.JPG
2 Mecochirus 12,5cm.JPG (1.3 MiB) 1723 mal betrachtet
3 Mecochirus.JPG
3 Mecochirus.JPG (1.96 MiB) 1723 mal betrachtet
Fundort: Blumenberger Bruchrevier bei Eichstätt,
Stratigraphie: Unter-Tithonium, Weißjura-Gruppe, Altmühltal-Formation, Obere Eichstätt-
Subformation, Hybonotum-Zone, Riedense-Subzone, eigeltingense-beta-Horizont
Größe: 12,5cm (Spitze P1 bis höchster Punkt des Hinterleibs)
Präparation: Udo Resch
Sammlung: Ernstberger

dionysus
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Re: Fossil des Monats November 2021

Beitrag von dionysus » Montag 1. November 2021, 21:39

Hallo zusammen,

ich möchte mich an dem Wettbewerb mit einer Muschel beteiligen.
Sie ist nicht wirklich selten im MO, aber ein zweischaliges Exemplar mit beidseits recht gut erhaltener Schale ist dann doch nicht alltäglich.
Gefunden habe ich sie am 26. September diesen Jahres als Lesefund in der Nähe von Göttingen und abgeschlossen habe ich die Präparation vor ein paar Tagen.
Eine Seite präsentierte sich mir schon als weitgehendes Naturpräparat und die „Öhrchen“ waren sogar noch da. Die andere Seite steckte noch zu großen Teilen im Block.
Die Präparation war nicht schwierig, zog sich nur ein wenig, da ich beim manuellen Heruntersticheln der angesägten oder angefeilten Stücke wegen der Vibrationen permanent Sorge um die Schale auf der Gegenseite hatte. Ein paar Fehlstellen hatte sie dort ja schon... Aber es ist letztendlich gut gegangen.
Einziges Manko ist, eine Mupfel die sich derart in ein Gesteinsstück verbissen hat , lässt sich nicht sonderlich gut präsentieren, den realen Eindruck den das Stück beim Drehen in der Hand macht, können die Fotos nicht wiedergeben. Von weiterer Formatierung des Handstücks (ich überlegte zwischenzeitlich eine Verkürzung bis ca 2 cm an den Schalenrand ) sehe ich allerdings ab, da sich in dem Handstück auch weitere Fossilien befinden, die ich nicht weiter zerstören möchte.

Pleuronectites laevigatus (v. Schlotheim 1820)
Größe der Muschel ca. 6 cm, des Handstücks gesamt ca. 14,5 x 11 cm
Oberer Muschelkalk
Unhorizontierter Lesefund, nähe Göttingen
Präparation rein manuell mit Säge, Stichel, Schaber und Schleifpapier in sicherlich 10 oder mehr Std.. Für das Foto wurde das Fossil mit einem Wattestäbchen mit etwas Pflanzenöl abgetupft. Sonsts nichts weiter ergänzt oder bearbeitet.
Fund, Präparation, Fotos u. Sammlung: Maico Heere

Liebe Grüße, Maico
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knochenjäger
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Re: Fossil des Monats November 2021

Beitrag von knochenjäger » Freitag 5. November 2021, 15:01

Heute möchte ich mich mit einer Platte aus dem Toarcium (oberer Unterjura) von Postbauer-Heng (Bayern) für das Fossil des Monats November von Steinkern.de bewerben.


Auf der Platte sind Knochen von einem Meereskrokodil (Teleosauridae) zu sehen (cf. Steneosaurus bollensis). Gefunden wurde das Stück am 14.10.2021. Der Fundort ist eine Erddeponie bei Postbauer-Heng. Die Fundschicht ein Bonebed im Unteren Toarcium. Die Platte hat eine Breite von 34 cm und eine Länge von 28 cm sowie eine Stärke von 3 cm.


Die Platte enthält folgende Fossilien:

- 1 Wirbelfortsatz in der Breite von 8,3 cm

- 2 Wirbel von je 4,5 cm

- 4 Rippen und Knochen (2 davon haben 19 cm Länge, eine 16 cm und die vierte 11,5 cm)

- 15 Osteoderme (Hautknochenplatten) (auf Ober- und Unterseite) zwischen 2,5 cm und 7 cm

- Etliche Belemniten der Gattungen Acrocoelites und Dactylotenthis


Bei den Wirbeln wurden kleine Ausbesserungsarbeiten mit Apoxie Sculpt in den Farben schwarz und braun vorgenommen. Da die Matrix unterschiedliche Härtegrade auswies, wurde die Platte mit den Druckluftsticheln HW-25 und HW-1 bearbeitet. Ebenfalls wurde mit einem Sandstrahler mit Eisenpulver gestrahlt. Am Schluss habe ich die Platte mit Rember Fluat eingelassen. Die Präparationszeit belief sich insgesamt auf 25 Stunden.


Fotos, Präparation und Sammlung: Danny und Lucas Hähnlein
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Schneckenhannes
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Re: Fossil des Monats November 2021

Beitrag von Schneckenhannes » Freitag 12. November 2021, 19:22

Nehme mit dieser Krebsbauanlage ca.250 mm x 200 mm x 50 mm
aus der Grube bei Buttenheim,
über der " Bollernbank "unteres Toarcium,
gefunden im Juni 2021( Grubenerweiterung ) und im Nov.2021 fertig präpariert,
Sammlung,Foto und Finder Johann Schobert,Hirschaid,
am Fossil des Monats Nov.2021 teil.

JoScho
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Vorderseite Krebsbauanlage
Bu-Hba,unteres Toarc
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Vorderseite Krebsbauanlage
Bu-Hba,unteres Toarc
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Rückseite Krebsbauanlage auf " Bollernbank "
Bu-Hba,unteres Toarc
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Charietto
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Re: Fossil des Monats November 2021

Beitrag von Charietto » Samstag 20. November 2021, 13:16

Dann schicke ich auch einen Kandidaten ins Rennen: Priscacara, ein vor etwa 50 Millionen Jahren im Eozän lebender barschartiger Knochenfisch aus der Green-River-Formation in Wyoming.
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Den Rohling hatte ich im April 2021 von Jürgen („Schmirgele“) bekommen, dann gleich mit Sticheln, Nadeln und Schabern losgelegt und den Fisch schon recht weitgehend befreit.
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Die verbliebenen Reste wollte ich eigentlich mit einem Sandstrahlgerät entfernen. Da ich (als hauptsächlich auf Solnhofen konzentrierter Sammler) kein solches Gerät habe, wollte ich bei einem befreundeten Sammler strahlen, doch wie es manchmal so geht, war seine Anlage genau jetzt defekt. Dann also doch nochmal ran mit Nadeln und Schabern, weitere etwa 5 bis 6 Stunden bei bis zu 30x Vergrößerung. Auf ein Einlassen habe ich angesichts der robusten Substanz des Fossils verzichtet. Der Fisch hat eine Länge von 11 cm und liegt bis auf winzige Bereiche vollständig artikuliert vor. Besonders gut gefallen mir die steil abstehenden Rückenstacheln, oft findet man dieses ja eher angelegt vor. Insgesamt habe ich etwa 30 Stunden in die Präparation investiert, die Mitte dieses Monats abgeschlossen war.

Präparation, Fotos und Sammlung: Guido Berndt (Berlin)
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Gruß Guido

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