[Geschiebe] mineralische oder biogene Bildung ?Stromatolith

Geologische Phänomene mit Ähnlichkeit zu realen Fossilien.

Moderator: Steinkautz

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[Geschiebe] mineralische oder biogene Bildung ?Stromatolith

Beitrag von trashman » Montag 10. Oktober 2016, 17:16

Hallo Steinkerne.
Folgendes Stück aus Urstromtalablagerungen des Warthe-Stadium habe ich letztens in einer Kiesgrube aufgelesen.

Ich persönlich denke in Richtung Oolithe/ Rogenstein. Allerdings sehe ich diese Ausbildung zum ersten mal. Die Schichtung und die Blumenkohlartige Anordung macht mich etwas stutzig.
Ich hätte gern mal eure Meinung zu dem Stück gehört.
Die Bilder lassen sich durch anklicken vergrößern.
Danke für Euer Interesse.

Gruß
Heiko
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Re: [Geschiebe] mineralische (Oolith) oder biogene Bildung

Beitrag von trashman » Donnerstag 13. Oktober 2016, 22:49

Moin, hat denn gar keiner eine Meinung dazu? :hmm:

Ich werfe mal noch Kalkalgen, Korallen und Stromatolith ins Rennen.
Ich bitte um eure Kommentare. Einfach nur mal ein paar Meinungen. Danke.

Gruß
Heiko
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Re: [Geschiebe] mineralische oder biogene Bildung ?Stromato

Beitrag von Michel K » Samstag 15. Oktober 2016, 00:35

Moin Heiko.

Puh, sieht auf jeden Fall ziemlich cool aus :lol:
Mir scheint die Anordnung der Blumenkohlköpfchen ziemlich einheitlich, was mich an Koralle denken lässt. Vergleiche mal Favosites sp., Proheliolites sp. etc. Vielleicht sind das auch nur die Negativabdrücke der Korallite.
Wenn so eine Koralle von einem Gletscher mal richtig in die Mangel genommen wird und dann schön jahrtausende vor sich hin rottet, stelle ich mir das Ergebnis zumindest so vor. :bg:

Viele Grüße
Michel

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Re: [Geschiebe] mineralische oder biogene Bildung ?Stromato

Beitrag von trashman » Montag 24. Oktober 2016, 17:32

Hallo Michel danke für deine Einschätzung.
Ich habe mal noch ein paar Bilder versucht, vielleicht kommt noch jemand mit`ner Meinung.
Spannend, spannend.

Gruß
Heiko
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Re: [Geschiebe] mineralische oder biogene Bildung ?Stromato

Beitrag von underthesun » Dienstag 25. Oktober 2016, 11:30

Hallo Heiko

Ich werfen mal Stromatolithen in den Raum habe mich zwar im Buntsandstein noch nicht herumgetrieben aber in den Rogensteinbänken kommen Stromatolithen durch aus vor (Harzvorland, Heseberg usw.) allerdings wie ich erwähnte habe ich keine optischen Erfahrungen gemacht vielleicht die Basis einer Stromatolithenkolonie ?

Mfg. Jens.
Manchmal wäre ich gerne da, wo meine Gedanken sind.

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Re: [Geschiebe] mineralische oder biogene Bildung ?Stromato

Beitrag von stefan78 » Dienstag 25. Oktober 2016, 12:32

Hallo Heiko,

eine Suchrichtung könnte Onkolith sein. Das sind Sedimentgesteine, die Onkoide enthalten; dies sind laut Wikipedia "Produkte biogener Ausfällung, z. B. durch Algen, [] von unregelmäßig rundlicher, oft auch kreisförmiger oder elliptischer Gestalt". Ob Onkoide allerdings auch so einen angedeutet radialstrahligen Aufbau haben können, wie die Blumenkohlköpfe Deines Gesteins, ist mir nicht klar.

Grüße,
Stefan.

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Re: [Geschiebe] mineralische oder biogene Bildung ?Stromato

Beitrag von stefan78 » Dienstag 25. Oktober 2016, 13:28

Hallo Heiko,

interessant, und angesichts der Strahligkeit der Aggregate in eine andere Richtung deutend könnte auch dieser Link sein:

Link

Zitat von dort: "Spongia schubarthi aber auch ausdrücklich Formen mit einem „strahligen Gefüge“ verstanden (siehe Abb. links). Diese Reste sind aber anorganischen Ursprungs. Es ist frühdiagenetisch entstandener, fibröser Kalzitzement der Poren und Hohlräume im Riffgestein ausfüllt."

Insgesamt könnte es sich bei dem Gestein damit um den Rest eines Stromatolith-Riffes handeln (die laminare Struktur unter dem "Blumenkohl"), dessen Klüfte später in mehreren Phasen (jeweils ausgehend von neuen Kristallisationspunkten) mit strahligem Kalzit gefüllt wurden.

Grüße,
Stefan.

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Re: [Geschiebe] mineralische oder biogene Bildung ?Stromato

Beitrag von trashman » Dienstag 1. November 2016, 22:01

Hallo Stefan,
vielen dank für deinen Beitrag und den Link. I.M. gibt es noch kein richtiges vorankommen aber ich habe meine Fühler schon etwas ausgestreckt. Es gibt wohl noch ein bekanntes fast identisches Stück. Mal schauen wie es weitergeht.
Ich habe mal noch versucht ein Foto mit dem Bino zu machen. Die Vergrößerung ist 20x.
Das Laminat ist an einigen Stellen recht grob aber in anderen Bereichen sehr fein. Es sieht auch so aus, als ob die feine Laminatstruktur verkieselt wäre. Ich muß mal schauen ob ich da etwas Säure drauf bekomme. Wenn ich mit den Bildbearbeitungsprogramm messe, kommt eine Schicht auf ca. 0,08 bis 0,1 mm Stärke.

Auf jeden Fall sehr spannend.

Gruß
Heiko
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Hier sind die Farben invertiert.
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